Ex-Unions-Fraktionschef Kauder Wahlniederlage auch wegen "Fehler anderer"

Bei der Wahl des Unions-Fraktionschefs hatte Volker Kauder überraschend verloren. Nach seiner Analyse der Niederlage sieht er die Verantwortung allerdings nicht nur bei sich selbst.

Volker Kauder
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Volker Kauder


Der ehemalige Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Volker Kauder, hat sich erstmals zu seiner Wahlniederlage vor knapp zwei Wochen geäußert. Die Niederlage "lag an eigenen Fehlern. Aber auch an den Fehlern anderer", sagte Kauder dem Magazin "Focus". Bei der Neuwahl des Fraktionschefs hatte sich überraschend Kauders vorheriger Stellvertreter Ralph Brinkhaus durchgesetzt.

Er habe in den Tagen vor der Wahl gespürt, dass es knapp werden könnte, sagte Kauder nun. Nach der Niederlage habe er das Ergebnis analysiert. Jetzt wolle er aber nach vorne schauen. "Ich bin bei mir und mit mir im Reinen", sagte der CDU-Politiker aus Baden-Württemberg.

Die Wahl von Brinkhaus war auch als Signal des Widerstands gegen Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel gedeutet worden, die sich für eine Wiederwahl Kauders eingesetzt hatte. Brinkhaus hatte solche Interpretationen aber zurückgewiesen.



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aev/AFP



insgesamt 36 Beiträge
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drent 08.10.2018
1. Er kennt eine Menge Leute
und er weiß sehr viel. Als schlichter Abgeordneter auf der Hinterbank wird er bestimmt nicht enden.
jujo 08.10.2018
2. ...
Zitat von drentund er weiß sehr viel. Als schlichter Abgeordneter auf der Hinterbank wird er bestimmt nicht enden.
Wer weiß? Vielleicht ist er in einer Woche schon Innenminister!
mattoregiert 08.10.2018
3. Innenminister
das wär's ! Auch diese Debatte verspricht kein grundsätzlich anderes Verhalten der Politik !
nickleby 08.10.2018
4. Selbstgerechtigkeit Kauders
Zu sagen , er "sei mit sich im Reinen", ist entweder unerhörte Arroganz oder schlichtes politisches Unvermögen. Niemand wird abgewählt, und zwar unter solchen desaströsen Umständen, wenn er nicht sehr viel falsch gemacht hat. Dieser Eindruck wird auch dadurch verstärkt, dass der Mann nicht begreift , dass er als Fraktionsvorsitzender von 2005-2018 entscheidend an seinem eigenen Untergang gerarbeitet und und schließlich auch erreicht hat. Die CDU kann vielleicht durch den Notausstieg, das schlimmste Debakel verhindern, aber : semper aliquid haeret
haarer.15 08.10.2018
5. Nicht allein schuld
Das mag schon stimmen - aber er hält sich zurück über die Fehler und Versäumnisse anderer aus dem C-Club. Da Kauder ein enger Kanzler-Vertrauter war, weiß man sehr wohl, wer mitverantwortlich ist. Aber auch die Generalsekretärin AKK konnte es nicht verhindern. Ein zäher Abgang auf Raten der alten Elite tut der CDU jedenfalls nicht gut. Dabei wäre die Chance auf einen klaren Schnitt, eine inhaltliche Neu-Orientierung und ein Austausch etlicher Alt-Köpfe bitter nötig.
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