Unionsfraktionschef Kauder warnt Tsipras vor Ende des griechischen Sparkurses

Volker Kauder ist genervt vom griechischen Regierungschef Alexis Tsipras. Sollte Griechenland seinen Sparkurs aufgeben, dürfe das keine Folgen für den deutschen Steuerzahler haben, sagte der Unionsfraktionschef SPIEGEL ONLINE.

Unionsfraktionschef Kauder: Klare Worte zur Politik Griechenlands
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Unionsfraktionschef Kauder: Klare Worte zur Politik Griechenlands


Berlin - Die jüngsten Wortmeldungen von Alexis Tsipras klingen versöhnlich: "Auch wenn es unterschiedliche Betrachtungsweisen gibt, bin ich absolut überzeugt, dass wir bald eine für alle Seiten förderliche Übereinkunft finden - sowohl für Griechenland als auch für ganz Europa", schrieb der neue griechische Regierungschef zuletzt in einer Erklärung an die US-Nachrichtenagentur Bloomberg. Kurz zuvor hatte er die Zusammenarbeit mit der Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds aufgekündigt.

Die Politik des neuen griechischen Regierungschefs sorgt für Unruhe bei CDU und CSU. Volker Kauder, Chef der Unions-Bundestagsfraktion, ist sichtlich genervt: "Für Entscheidungen der griechischen Regierung darf der deutsche Steuerzahler nicht haften", sagte der CDU-Politiker SPIEGEL ONLINE.

Führende Unionspolitiker drohen offen mit Konsequenzen, wenn das Land seinen Sparkurs aufgeben sollte. Auch ein Austritt Griechenlands aus dem Euro ist dabei kein Tabu. "Die Auswirkungen eines Austritts sind für den Euro wahrscheinlich weniger problematisch als eine Aufweichung der Kriterien für alle", sagt Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) dem SPIEGEL.

Auch der deutsche EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU) ist der Ansicht, dass Griechenlands neuer Regierungschef mit dem Ende der Sparpolitik den Verbleib des Landes in der Eurozone gefährdet. "Natürlich spielen wir Worst-case-Szenarien durch", sagt Oettinger, "aber niemand strebt einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone an."

hen

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insgesamt 171 Beiträge
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Seite 1
jenstw 01.02.2015
1. Europa
Europa ist bis heute weder eine politische noch wirtschaftliche Einheit. Die EU-Verträge sind ein Witz - sie werden eher nur zufällig eingehalten, auch Deutschland brach sie schon. So geht das nicht. Wenn keinerlei Willen zur Zusammenarbeit besteht und jeder nur an sich denkt sollten wir es echt bleiben lassen: Austritt!
Tolotos 01.02.2015
2. Kauder ist ja auch genau der Richtige um die Verträge der korrupten Regierungen zu verteidigen!
Da für Volker Kauder das Recht auf Käuflichkeit von Volksvertretern ein unverzichtbares Kernelement der parlamentarischen Demokratie ist hätte er sich in den korrupten Regierungen, die den Griechen diese Schulden eingebrockt haben, sicherlich wie zuhause gefühlt!
cbar 01.02.2015
3. poker
Man käne ein grosses Stück weiter, wenn Alexis T. aufhören würde mit seinen Rhetorik-Spielchen und nicht versuchen würde die EU mit Russland zu erpressen.Wenn dann die griechischen Multimillionäre ihr Geld aus dem Ausland zurückholen und versteuern würden, man den Verwaltungs- und Beamtenapparat stutzen und den grossen Unternehmen keine Steuern mehr erlassen würde, wäre man schon ein grosses Stück weiter beim Abtragen des Schuldenberges und weitere Hilfsgelder der EU wären auch nicht nötig. Ist alles etwas unbequem, wenn man sich jahrelang daran gewöhnt hat , auf Kosten der Gemeinschaft zu leben. Aber Alexis Sorbas möchte weiter trinken u. tanzen.
hotgorn 01.02.2015
4.
Die CDU/CSU Boys geben den Schwarzen Peter an Italien und Spanien weiter wenn Griechenland austreten sollte. Drachmen, Rubel und chinesische Dollarreserven sollten bereitstehen. Aber Kauder wird genauso nachgeben müssen wie bei der Frauenquote, die nötig wurde da Frauen trotz besserer Qualifikation sehr selten Führungspositionen besetzten.
flieger56, 01.02.2015
5. Unglaublich der Realitätsverlust
Kauder ist ein Dummschwätzer. Der deutsche Steuerzahler haftet doch schon seit Jahren.Nicht nur für Griechenland,sondern für die ganze Welt.
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