Streit in der CDU Volker Kauder droht Bruder Siegfried mit Rauswurf

Weil ihn die CDU nicht mehr aufstellt, will Siegfried Kauder als unabhängiger Kandidat um einen Platz im Bundestag kämpfen. Das will sein Bruder Volker nicht zulassen: Der Fraktionschef droht ihm jetzt mit dem Parteiausschluss.

fSiegried Kauder: Zoff um seine Bundestagskandidatur
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fSiegried Kauder: Zoff um seine Bundestagskandidatur


Stuttgart - Siegfried Kauder will weiterhin einen Platz im Bundestag - wenn es sein muss, auch durch einen Sieg als unabhängiger Kandidat über einen CDU-Kollegen im Wahlkreis Villingen-Schwenningen in Baden-Württemberg. Sein Bruder, Fraktionschef Volker Kauder, fordert deshalb den Ausschluss aus der Union.

"Das ist der klassische Fall für einen Parteiausschluss, und das muss auch so kommen", sagte der Volker Kauder der "Schwäbischen Zeitung". "Er kandidiert gegen einen von der CDU aufgestellten Kandidaten und will gleichzeitig Parteimitglied bleiben. Unabhängig von Familienzugehörigkeiten muss ich klar sagen: Das geht nicht", stellte Volker Kauder in der "Saarbrücker Zeitung" klar. An einem Parteiausschlussverfahren führe kein Weg vorbei.

Siegfried Kauder ist Vorsitzender des Bundestags-Rechtsausschusses und mit 62 Jahren ein Jahr jünger als der Unionsfraktionschef Volker Kauder. Die CDU hatte ihn in seinem Wahlkreis, für den er seit 2002 im Bundestag sitzt, nicht wieder nominiert. Am Montag hatte er der dpa gesagt: "Sollte es ein Ausschlussverfahren geben, werde ich mich diesem natürlich stellen." CDU-Landeschef Thomas Strobl hatte ihm einen Austritt nahegelegt. Damit könne er einem Ausschlussverfahren zuvorkommen.

als/dpa



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