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Überraschungsbesuch: Von der Leyen unterwegs nach Afrika

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Von der Leyen vor dem Abflug: Ab nach Afrika

Überraschungsbesuch in Afrika: Verteidigungsministerin von der Leyen ist am Vormittag zu ihrem ersten Besuch der Truppe auf dem südlichen Kontinent aufgebrochen. Das genaue Ziel bleibt zunächst geheim.

Berlin - Noch am vergangenen Wochenende hat Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen auf der Münchner Sicherheitskonferenz Deutschland auf mehr internationale Verantwortung in Afrika eingeschworen - jetzt fliegt sie selbst in die Region.

Am Mittwoch Vormittag brach von der Leyen von Berlin aus nach Afrika auf, kurz nachdem sie im Bundeskabinett eine Aufstockung der Bundeswehrtruppe im westafrikanischen Mali beschlossen hat. Die Obergrenze soll von derzeit 180 auf 250 Soldaten angehoben werden.

In Mali beteiligt sich die Bundeswehr seit einem Jahr an einer EU-Mission zur Ausbildung der malischen Armee, die im Norden des Wüstenstaats gegen islamistische Rebellen kämpft. Außerdem sind rund 70 deutsche Soldaten beim Lufttransport in Mali und im Nachbarland Senegal im Einsatz.

Auf der Münchner Sicherheitskonferenz am Wochenende hatte von der Leyen die Bundeswehr auf mehr internationale Einsätze vorbereitet. "Gleichgültigkeit ist für ein Land wie Deutschland keine Option, weder aus sicherheitspolitischer noch aus humanitärer Sicht", sagte von der Leyen dort. "Wenn wir über die Mittel und Fähigkeiten verfügen, dann haben wir auch eine Verantwortung, uns zu engagieren."

Die Reise darf nun als Symbol gesehen werden, dass von der Leyen es ernst meint mit den neuen Herausforderungen für die deutsche Sicherheitspolitik. In den vergangenen Wochen hat von der Leyen mehrfach betont, dass Europa eine besondere Verantwortung für Afrika habe, da die beiden Kontinente lediglich ein Seeweg von 14 Kilometer trenne.

Im SPIEGEL hatte von der Leyen bereits vor einigen Wochen den Kurswechsel in der Sicherheitspolitik angekündigt: "Wir können nicht zur Seite schauen, wenn Mord und Vergewaltigung an der Tagesordnung sind", sagte die CDU-Politikerin.

Kurz vor Abflug betonte von der Leyen: "Der deutsche Beitrag ist enorm wichtig. Ich fliege jetzt nach Afrika, um mir selbst ein Bild zu machen."

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insgesamt 16 Beiträge
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1. optional
Msc 05.02.2014
Ich stimme ihr ja zu, dass man nicht wegsehen kann wenn Unrecht geschieht. Aber dafür die Bundeswehr zu nutzen, verstößt gegen das Grundgesetz. Soll die große Koalition ihre Mehrheit halt nutzen um es umzuschreiben. Die FDGO wird jedenfalls nicht am Hindukusch und auch nicht am Niger verteidigt.
2. Was will sie denn da?
Butenkieler 05.02.2014
Sollen noch mehr Deutsche zu irgendwelchen Gegenden geschickt werden, um deutsche Interessen/Grenzen in Afrika zu schützen? Verluste sind von vornherein mit einkalkuliert.
3. Gleichgültigkeit wird verwechselt mit Dummheit
Blaumilchvor, 05.02.2014
Es wird immer vorgeschoben gleichgültig zu sein wenn man sich nicht für sog. Hilfseinsätze der Bundeswehr begeistern kann. In Anbedracht der Tatsache das jedoch sämtliche dieser sog. humanitären Einsätze ein ohne Erfolg geblieben sind, muss es doch legitim sein solchen Einsätze mit Zweifeln zu begegnen. Wenn sich die Situationen in den betroffenen Ländern nicht nachhaltig verbessern, sogar verschechtern sind solche Vorhaben einfach nur unsinnig!
4. Sinnvoll?
Blaumilchvor, 05.02.2014
"Die Reise darf nun als Symbol gesehen werden, dass von der Leyen es ernst meint mit den neuen Herausforderungen für die deutsche Sicherheitspolitik. In den vergangenen Wochen hat von der Leyen mehrfach betont, dass Europa eine besondere Verantwortung für Afrika habe, da die beiden Kontinente lediglich ein Seeweg von 14 Kilometer trenne." Das humanitäre Anliegen Europas sieht man daran wie heute mit den Lampedusaflüchtligen umgegangen wird. Lieber werden unsere Gelder für solche fragwürdigen Einsätze herangezogen. Hilfe sieht anders aus!
5.
t.h.wolff 05.02.2014
"Wenn wir über die Mittel und Fähigkeiten verfügen, dann haben wir auch eine Verantwortung, uns zu engagieren." Also bestimmt die Menge der Rüstungsgüter, die die Initiatoren dieser Unsicherheitskonferenz dem Bund andrehen den Verteidigungsauftrag? Wir haben das Zeug gekauft, dann muß es auch vom Hof? Das ist ja eine geradezu frivole Exegese des Grundgesetzes. Ist das von Gauck? Die Dame sollte sich einen gänzlich anderen Aufgabenkreis suchen und den fabelhaften Herrn Steinmeier gleich mitnehmen.
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