Europawahl Manfred Weber warnt vor Erstarken der AfD

Die AfD sei die "deutsche Brexit-Partei", mit ihr "würden wir auch in Deutschland britische Verhältnisse bekommen": EVP-Spitzenkandidat Manfred Weber hat die rechtspopulistische Partei deutlich kritisiert.

Manfred Weber
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Der Spitzenkandidat der Europäischen Volkspartei (EVP) für die Europawahl im Mai, Manfred Weber, hat die AfD als "deutsche Brexit-Partei" bezeichnet. "Mit der AfD würden wir auch in Deutschland britische Verhältnisse bekommen", sagte der stellvertretende CSU-Vorsitzende der "Bild"-Zeitung und warnte vor einem Erstarken der rechtspopulistischen Partei.

Die AfD hatte am Sonntag auf einer Versammlung im sächsischen Riesa ihr Programm für die Europawahl beschlossen. Darin hält sie Deutschlands Austritt aus der EU für unausweichlich, falls sich die Europäische Union "in angemessener Zeit" nicht radikal verändert. Im Leitantrag war der "Dexit" als Möglichkeit bereits nach einer Legislaturperiode vorgesehen gewesen. Nach einer Warnung von ihrem Vorsitzenden Alexander Gauland sah die Partei jedoch von einem Ultimatum ab und beschloss eine weichere Formulierung.

Den bevorstehenden Austritt Großbritanniens bezeichnete Weber in dem Zeitungsinterview als "Tragödie" und fügte hinzu: "Eine solch verfahrene Situation, einen solch selbst verursachten Schlamassel habe ich in meiner politischen Laufbahn noch nie erlebt. Wer wissen will, was passiert, wenn man den Populisten und Nationalisten folgt, der findet die Antwort beim Brexit."

Das britische Parlament wird am Dienstag in einem historischen Votum über das Brexit-Abkommen abstimmen, das Premierministerin Theresa May mit der EU ausgehandelt hat. Eine Ablehnung gilt als sehr wahrscheinlich. In dem Fall droht ein ungeregelter EU-Austritt.

aar/dpa/AFP



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