SPD-Bundestagskandidatur Michelle Müntefering bekommt Konkurrenz in Herne

Michelle Müntefering will für die Herner SPD in den Bundestag. Doch jetzt hat die Frau von Ex-Parteichef Franz Müntefering plötzlich zwei Mitbewerber. Der Chefredakteur der Parteizeitung, Uwe Knüpfer, hat überraschend angekündigt, sich auch als Gegenkandidat aufstellen zu lassen.

DPA

Herne - Michelle Müntefering bekommt weitere Konkurrenz im Kampf um das Bundestagsmandat in ihrer Heimatstadt Herne. Der Chefredakteur der SPD-Parteizeitung "Vorwärts", Uwe Knüpfer, will sich ebenfalls zur Wahl stellen lassen, wie die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" (WAZ) berichtet. Ein überraschender Schritt für die Genossen - eigentlich hätten sich nach parteiinternen Absprachen bereits im Januar alle Kandidaten vorstellen sollen.

Die Frau des ehemaligen SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering hatte damals angekündigt,für die Sozialdemokraten in den Bundestag einziehen zu wollen. Sie ist seit gut zehn Jahren stellvertretende SPD-Unterbezirksvorsitzende in Herne.

Der in Berlin lebende Knüpfer sagte der Zeitung, dass ihn Genossen aus seiner Heimatstadt Herne nun gebeten hatten, sich ebenfalls aufstellen zu lassen. Der Grabenkampf zwischen Michelle Müntefering und ihrer bisher einzigen Konkurrentin um das Mandat, Anke Hildebrand, habe der Partei in der Ruhrgebietsstadt geschadet. Wer ihn genau um die Kandidatur gebeten habe, sagte Knüpfer allerdings nicht. Er stellte klar, dass er "nicht gegen irgendjemanden" antrete, sondern für die Stadt Herne. Knüpfer war von 2000 bis 2005 Chefredakteur der WAZ.

Der SPD-Vorsitzende in Herne, Alexander Vogt, und dessen Amtsvorgänger Gerd Bollmann kritisieren die plötzliche Entscheidung von Knüpfer. Ein solches Vorgehen entspreche nicht den parteiinternen Absprachen, nach denen die möglichen Kandidaten bis zum 15. Januar beim Vorstand hätten vorsprechen sollen, um sich danach der Parteibasis zu stellen. Die WAZ berichtet, dass Müntefering und Hildebrand bisher jeweils rund 20 solcher Vorstellungsgespräche absolviert hätten.

Am 18. September wird die Herner SPD mit den Genossen aus Bochum, die einen gemeinsamen Wahlkreis bilden, über die Kandidatur abstimmen. Die Herner Genossen bilden bei der Abstimmung eine Mehrheit. Im Wahlkreis 142 Bochum/Herne kann sich die Partei traditionell vieler Stimmen sicher sein: Bei der letzten Bundestagswahl 2009 entfielen hier 51,7 Prozent der Erststimmen auf den SPD-Kandidaten Bollmann.

Müntefering ist nicht die einzige Politiker-Gattin, die eine Karriere im Staatsamt anstrebt: Anfang des Jahres hatte Doris Schröder-Köpf bekannt gegeben, bei der Landtagswahl in Niedersachsen im Januar 2013 kandidieren zu wollen.

jls



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 28 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
nikolaus12345 21.08.2012
1. Hmm...ich auch!
Für das Geld und Pension möchte ich und meine Frau auch. Es ist ein Schlaraffenland!! Schade, keine Beziehungen.
kobalt55 21.08.2012
2. optional
Gibtes da noch mehrere Frauen von der Sorte?Erst Schröders "Neue"-nun Müntes "Neue".Wird da wer als Trittleiter in die Politik benutzt?Oder wer benutzt wem?
clau-roth 21.08.2012
3. Gutes Duo!
Zuerst Doris jetzt Michelle muß doch was dran sein das Macht geil macht!
juergenwolfgang 21.08.2012
4. was soll das
Zitat von sysopDPAMichelle Müntefering will für die Herner SPD in den Bundestag. Doch jetzt hat die Frau von Ex-Parteichef Franz Müntefering plötzlich zwei Mitbewerber. Der Chefredakteur der Parteizeitung, Uwe Knüpfer, hat überraschend angekündigt, sich auch als Gegenkandidat aufstellen zu lassen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,851124,00.html
Nur weil sie einen berühmten Namen hat qualifiziert sie sich noch lange nicht für einen Ministerposten. Oder doch? Ihr Mann ist ja auch nicht qualifiziert gewesen und hat lange dieses Amt sicher inne gehabt! gewählt werden verliere ich den letzten Funken an Glauben in diese Gesellschaft und Demokratie. Es wird immer lustiger zuzusehen wie unser Land Deutschland von oben nach unten in der Politik verblöded
nikolaus12345 21.08.2012
5. geil auf Macht?
Nein! Wäre es eine ehrenamtliche Tätigkeit, hätten die nicht einen Finger bewegt.. Und so ist ein willkommenes Taschengeld bis ans Lebensende sicher.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.