Wahl des Bundespräsidenten: NPD stellt Historiker Rose als Kandidaten auf

Die NPD hat für die Bundespräsidentenwahl am 18. März einen eigenen Kandidaten aufgestellt: Sie nominierte Olaf Rose - der Historiker hat keinerlei Chancen. Er berät seit 2007 die Landtagsfraktion der rechtsextremen Partei in Sachsen.

NPD-Kandidat Rose: Keinerlei Chancen bei der Bundespräsidentenwahl am 18. März Zur Großansicht
dapd

NPD-Kandidat Rose: Keinerlei Chancen bei der Bundespräsidentenwahl am 18. März

Dresden - Die NPD will bei der Wahl des Bundespräsidenten mit dem Historiker Olaf Rose als Kandidaten antreten. Darauf hätten sich die NPD-Fraktionen in den Landtagen von Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern geeinigt, teilte die rechtsextreme Partei am Montag in Dresden mit.

Rose, 1958 in Arnsberg geboren, ist seit Anfang 2007 nach Angaben der NPD als Parlamentarischer Berater der Fraktion im Sächsischen Landtag tätig. Er sei dort vor allem zuständig für die Bereiche Innenpolitik sowie Wissenschaft, Hochschule, Kultur und Medien. Bereits seit 1991 ist der promovierte Historiker in der "Gesellschaft für freie Publizistik" aktiv, seit 2007 ist er Mitglied der NPD. Seit August 2009 sitzt Rose für die rechtsextreme Partei im Stadtrat in Pirna.

Die NPD wird nach eigenen Angaben mit drei Wahlmännern in der Bundesversammlung vertreten sein: den beiden Fraktionsvorsitzenden Holger Apfel (Sachsen) und Udo Pastörs (Mecklenburg-Vorpommern) sowie dem sächsischen Abgeordneten Johannes Müller. Bei der vergangenen Bundespräsidentenwahl 2010 hatten die Rechtsextremen den Liedermacher Frank Rennicke nominiert.

Der Präsidentschaftskandidat von CDU/CSU, FDP, SPD und Grünen, Joachim Gauck, kann bei der Wahl mit einer überwältigenden Mehrheit rechnen. Wenn alle von den fünf Parteien entsandten Wahlmänner und -frauen für ihn stimmen würden, käme der parteilose Theologe auf rund 1100 Stimmen.

Die Linke hat Beate Klarsfeld als Kandidatin aufgestellt. Beate Klarsfeld möchte sich den Bundestagsfraktionen von Union, FDP, SPD und Grünen vorstellen - aber bisher stößt das Angebot der Präsidentschaftskandidatin der Linken offenbar auf mäßiges Echo: Die Liberalen haben bereits abgesagt .

heb/dpa

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insgesamt 12 Beiträge
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1. Oh je, oh jeminee!
schnitti23 05.03.2012
Was soll das denn für einen Sinn haben? Demokratie wird nicht durch die Wahl des Bundesaugustes betrieben, sondern durch Mitbestimmung bei allen wichtigen Fragen von nationalem Interesse. Und daran hapert es bei uns gewaltig. Nachdem die Linken schon diese Spielchen mit machen, nun auch die Rechten? Wie überflüssig ist dieses demokratische Mäntelchen denn?
2. Mal nachdenken .
perm 05.03.2012
Zitat von schnitti23Was soll das denn für einen Sinn haben? Demokratie wird nicht durch die Wahl des Bundesaugustes betrieben, sondern durch Mitbestimmung bei allen wichtigen Fragen von nationalem Interesse. Und daran hapert es bei uns gewaltig. Nachdem die Linken schon diese Spielchen mit machen, nun auch die Rechten? Wie überflüssig ist dieses demokratische Mäntelchen denn?
Meines Wissens nach haben die Linken und auch die Rechten ,von ihren nicht zu wenigen Wählern legitimiert das Recht,ihren Kandidaten zu bebennen.Ist das nicht auch eines der Spielchen ,welches unsere Demokratie auszeichnet? Warum wird da gemeckert ?
3.
bewe28 06.03.2012
Zitat von permMeines Wissens nach haben die Linken und auch die Rechten ,von ihren nicht zu wenigen Wählern legitimiert das Recht,ihren Kandidaten zu bebennen.Ist das nicht auch eines der Spielchen ,welches unsere Demokratie auszeichnet? Warum wird da gemeckert ?
Erstens haben die genannten das Recht, einen Kandidaten zu benennen, zweitens stand es bisher jedem Bundespräsidenten gut zu Gesicht, nicht mit den Stimmen der Extremen Linken und Rechten im Lande gewählt zu werden. Kann sich jemand eine Kampfabstimmung vorstellen, bei der der Bundespräsident von einer NPD-Stimme abhängig gewählt wird?
4. Nanu?!
mr.gamer 11.03.2012
Zitat von sysopDie NPD hat für die Bundespräsidentenwahl am 18. März einen eigenen Kandidaten aufgestellt: Sie nominierte Olaf Rose - der Historiker hat keinerlei Chancen. Er berät seit 2007 die Landtagsfraktion der rechtsextremen Partei in Sachsen. Wahl des Bundespräsidenten: NPD stellt Historiker Rose als Kandidaten auf - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,819446,00.html)
Keine Bomberjacke, keine Glatze, keine Springerstiefel? Dafür Abitur, Studium und Promotion an einer Bundeswehr-Universität. Olaf Rose - Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Olaf_Rose) Soll noch jemand sagen, die Rechten hätten kein qualifiziertes Personal.
5.
rudlith 11.03.2012
Zitat von sysopDie NPD hat für die Bundespräsidentenwahl am 18. März einen eigenen Kandidaten aufgestellt: Sie nominierte Olaf Rose - der Historiker hat keinerlei Chancen. Er berät seit 2007 die Landtagsfraktion der rechtsextremen Partei in Sachsen. Wahl des Bundespräsidenten: NPD stellt Historiker Rose als Kandidaten auf - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,819446,00.html)
Wenn ein Mensch geistg verwirrt ist, ist er der Logik oftmals nicht mehr zugänglich. Dann tut er Dinge, die dem, was er meint und sagt, nicht mehr entsprechen und umgekehrt. Wie weit ist die geistige Verwirrung deutscher Politik vorangeschritten, wenn sie einerseits - über ihre Judikative und von allen Politikern und Mainstreammedien bejubelt - einem ehemaligen NDP-Funktionär und seiner Frau (sozusagen in Sittenhaft!) einen Hotelaufenthalt verbietet, aber zugleich zwei NPD-Fraktionsvorsitzenden das Wahlrecht für den Bundespräsidenten zubilligt? Man braucht nicht nach dem warum zu fragen, denn geistig Verwirrte sind einer solchen Frage nicht zugänglich. Wenn die NPD-Wahlmänner Sinn für bösartigen Humor haben, lassen sie bei der Wahl ihren Kandidaten Kandidat sein und wählen auch Gauck. Dannn ist das Geschrei sicher groß, dass der neue Präsident mit den Stimmen der NPD gewählt wurde.
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