Schwerin - Die Umfragen der vergangenen Wochen hatten es schon prognostiziert: Die SPD unter Ministerpräsident Erwin Sellering bleibt stärkste Kraft in Mecklenburg-Vorpommern. Der ARD-Hochrechnung zufolge kam seine Partei bei der Landtagswahl an diesem Sonntag auf 36 Prozent (ZDF: 36,1). Das macht einen Zugewinn von sieben Prozentpunkten aus. "Wir haben es geschafft, weil wir zusammengehalten haben", sagte Sellering.
Zweitstärkste Partei ist demnach der bisherige Koalitionspartner CDU mit 23,3 Prozent (ZDF: 23,3). Die Christdemokraten verloren rund vier Prozentpunkte. Die Spitzenpolitiker der Partei im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern, Lorenz Caffier und Harry Glawe, haben das schlechte Abschneiden als Enttäuschung gewertet. Die Reformbemühungen der vergangenen Jahre seien bei den Bürgern nicht gut angekommen, erklärte Landeschef und Spitzenkandidat Caffier.
Auch die Linke wäre mit 18,2 Prozent (ZDF: 18,3) ein möglicher Koalitionspartner für die Sozialdemokraten. Spitzenkandidat und Fraktionschef Helmut Holter zeigte sich enttäuscht: "Wir wollten richtig zulangen, wir wollten mehr erreichen. Aber anscheinend war der Bundestrend nicht auf unserer Seite."
Die Grünen schaffen der ARD-Hochrechnung zufolge mit 8,2 Prozent (ZDF: 8,2) den Einzug in den künftigen Landtag und sind damit nun in allen bundesdeutschen Landtagen vertreten. Grünen-Chef Cem Özdemir bezeichnete das Abschneiden seiner Partei als "wahre Sensation".
Die FDP muss das Schweriner Schloss verlassen. Sie scheitert mit 2,8 Prozent (ZDF: 2,8) an der Fünf-Prozent-Hürde. Das hat bereits zu ersten Konsequenzen im Landesverband geführt: Landeschef Christian Ahrendt erklärte noch am Wahlabend seinen Rücktritt. Fraglich ist noch, ob die NPD aus dem Landtag fällt. Sie liegt laut Hochrechnung bei 5,9 Prozent (ZDF: 5,8).
Sellering, der seit Oktober 2008 in Schwerin regiert, hatte sich vor der Wahl nicht darauf festgelegt, mit wem er die nächste Regierung bilden will. Auch nach dem deutlichen Sieg machen die Sozialdemokraten noch keine Koalitionsaussage. Sozial- und Gesundheitsministerin Manuela Schwesig erklärte am Sonntagabend, ihre Partei habe einen klaren Regierungsauftrag. Mit wem man eine Koalition eingehe, werde sich in den Gesprächen der nächsten Zeit noch zeigen.
Die Wahlbeteiligung war an diesem Sonntag dramatisch niedrig. Laut den Hochrechnungen lag sie nur noch bei rund 53 Prozent. Vor fünf Jahren waren es noch 59 Prozent.
In der Nacht wird es zunächst nur ein vorläufiges Wahlergebnis geben, da nur 35 der 36 Landtagswahlkreise berücksichtigt werden können. Im Westen Rügens wird wegen des Todes des CDU-Kandidaten Udo Timm erst am 18. September gewählt.
ler/dpa/dapd
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