Wahl in Niedersachsen: Rösler buhlt um CDU-Leihstimmen

Für die FDP wird es eine Woche vor der Landtagswahl in Niedersachsen verdammt eng. Die letzten Umfragen sehen die Liberalen eher unter fünf Prozent - und damit nicht mehr im Landtag und schon gar nicht in der Regierung vertreten. Nun bettelt Parteichef Rösler bei CDU-Anhängern um Stimmen.

Philipp Rösler in Niedersachsen: "Es geht um meine Heimat" Zur Großansicht
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Philipp Rösler in Niedersachsen: "Es geht um meine Heimat"

Berlin - Die FDP will das Werben um CDU-Wähler in der letzten Woche des niedersächsischen Landtagswahlkampfs nochmals verstärken. "Wir werden die Zweitstimmen-Kampagne noch zuspitzen", sagte Parteichef Philipp Rösler der "Nordwest-Zeitung" in Oldenburg. Unions-Sympathisanten müssten erkennen, dass es ohne die Liberalen keine Fortsetzung der schwarz-gelben Koalition gebe. "Ohne die FDP mit Stefan Birkner kann Ministerpräsident David McAllister nicht weiterregieren."

McAllister selber hatte vor einer Woche bereits die Zweitstimmen-Hilfe für den Koalitionspartner angeschoben, um die schwarz-gelbe Regierung fortsetzen zu können. "Viele CDU-Wähler haben mir in den vergangenen Tagen gesagt, sie überlegten, zum ersten Mal in ihrem Leben mit der Zweitstimme FDP zu wählen", sagte der Ministerpräsident laut einem Bericht der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" auf dem Neujahrsempfang der niedersächsischen CDU. "Wenn nur ein Bruchteil von ihnen das wirklich tut, dann wird die FDP fünf Prozent erreichen und wieder in den Landtag kommen."

Rösler ließ in seinem Interview am Samstag erneut offen, ob er sein politisches Schicksal an den Ausgang der Landtagswahl am 20. Januar knüpft: "Wir konzentrieren uns ganz auf den Wahlkampf. Es geht um Niedersachsen, es geht um meine Heimat."

Zwischenzeitlich konnten die Liberalen in Niedersachsen auf die Rückkehr in den Landtag hoffen. In mehreren Umfragen kamen sie erstmals seit langem wieder auf fünf Prozent. Doch der Wiedereinzug steht weiter auf des Messers Schneide. Nach einer am Samstag vom Nachrichtenmagazin "Focus" veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INFO kommen die Liberalen eine Woche vor der Wahl wieder nur auf 4,5 Prozent.

Rücktritt von Rösler gefordert

Die Unterstützung für den Parteichef schwindet inzwischen offensichtlich weiter. Der FDP-Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der FDP-nahen Vereinigung Liberaler Mittelstand, Thomas Kemmerich, forderte Rösler zum Rücktritt auf. "Rösler muss selbst erkennen: Ich bin im Moment außer Form, also wechsle ich mich aus", sagte der thüringische FDP-Abgeordnete dem Magazin "Wirtschaftswoche".

Außenminister Guido Westerwelle ermahnte die FDP, sich auf ihre Kernanliegen zu besinnen. Wenn die Liberalen europäische Weltoffenheit, aktive Toleranz und verantwortungsvolle Leistungsbereitschaft verträten, würden sie wieder erfolgreich sein, sagte der frühere FDP-Chef der "Augsburger Allgemeinen" mit Blick auf die Wahlen zum Bundestag im Herbst. "Ich appelliere aber, nicht jetzt schon mit einem Dauerwahlkampf zu beginnen." Stattdessen sprach er sich für eine kurze Kampagne aus.

ler/dpa/dapd/Reuters

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1. Der muss nicht betteln
Der Mop 12.01.2013
Zitat von sysopFür die FDP wird es eine Woche vor der Landtagswahl in Niedersachsen verdammt eng. Die letzten Umfragen sehen die Liberalen eher unter fünf Prozent - und damit nicht mehr im Landtag und schon gar nicht in der Regierung vertreten. Nun bettelt Parteichef Rösler bei CDU-Anhängern um Stimmen. Wahl in Niedersachsen: Rösler setzt auf CDU-Wähler - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/wahl-in-niedersachsen-roesler-setzt-auf-cdu-waehler-a-877146.html)
wenn er seinen Rücktritt bekannt gibt und Kubicki als Nachfolger vorschlägt.
2. Wählen gehen !
JayMAF 12.01.2013
Zitat von sysopFür die FDP wird es eine Woche vor der Landtagswahl in Niedersachsen verdammt eng. Die letzten Umfragen sehen die Liberalen eher unter fünf Prozent - und damit nicht mehr im Landtag und schon gar nicht in der Regierung vertreten. Nun bettelt Parteichef Rösler bei CDU-Anhängern um Stimmen. Wahl in Niedersachsen: Rösler setzt auf CDU-Wähler - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/wahl-in-niedersachsen-roesler-setzt-auf-cdu-waehler-a-877146.html)
Wählen gehen ! DAS ist für ALLE Niedersachsen die erste Bürgerpflicht ! Und wer sich absolut unschlüssig ist, WEN (Person) oder WELCHE (Partei) er/sie wählen soll, der/die soll doch einfach den vielfach angebotenen WahlOmaten benutzen und dann seine Kreuzchen machen. Was ist bloß so schwer daran ?
3.
96fan 12.01.2013
Zitat von sysopFür die FDP wird es eine Woche vor der Landtagswahl in Niedersachsen verdammt eng. Die letzten Umfragen sehen die Liberalen eher unter fünf Prozent - und damit nicht mehr im Landtag und schon gar nicht in der Regierung vertreten. Nun bettelt Parteichef Rösler bei CDU-Anhängern um Stimmen. Wahl in Niedersachsen: Rösler setzt auf CDU-Wähler - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/wahl-in-niedersachsen-roesler-setzt-auf-cdu-waehler-a-877146.html)
Laßt ihn doch betteln. Ich werde meinen Stimmzettel ungültig machen, weil es eh egal ist welche Partei man wählt. Im Endeffekt wird für die Lobby regiert und am Volk vorbei. Da ist es egal welcher Kropf Ministerpräsident wird.
4. Leihstimmen
blauer-planet 12.01.2013
Bei Leihgeld zahlt man Zinsen und Tligung. Bin gespannt was Herr Rösler den Leihstimmenbürgern bzw. der CDU zahlt (tribut?) Vielleicht sollte Herr Rösler nach der Wahl in NDS bei einer Leiharbeitsfirma anfangen um im Kontext zu bleiben und etwas f. seine Heimat tun! und nicht plakatieren es ginge um seine Heimat!
5. Rösler ist ein genialer Denker
cobdet 12.01.2013
es ist geradezu atemberaubend wie er den Umstand erkennt das es ohne Gelb kein SchwarzGel(d)b geben kann. Der Mann erstaunt mich immer wieder wie er solch komplexe Zusammenhänge treffend analysieren kann. Schade das er bei so einfachen Dingen wie Wirtschaftszusammnenhänge , Energiewende etc schlicht versagt bzw das Denken einstellt. Es ist aber nicht Rösler der nicht gebraucht wird, es ist die FDP die überflüssig ist.
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David McAllister: Merkels Hoffnung in Niedersachsen


Das Wahljahr 2013
20. Januar: Landtagswahl in Niedersachsen
Die Niedersachsen haben entschieden - allerdings sehr knapp. Ein hauchdünner Vorsprung von einem Mandat für eine rot-grüne Koalition ermöglicht es dem SPD-Herausforderer Stephan Weil, den erst seit 2010 amtierenden David McAllister (CDU) als Regierungschef abzulösen. Nach dem anstehenden Machtwechsel zu Rot-Grün wird Schwarz-Gelb nur noch über 15 der 69 Stimmen im Bundesrat verfügen. Die schwächelnde FDP erreichte mit 9,9 Prozent der Stimmen ein sehr starkes Ergebnis - profitierte dabei aber von vielen strategisch wählenden CDU-Anhängern. Dennoch: Durch den Erfolg bleibt Philipp Rösler vorerst Parteichef, Fraktionschef Rainer Brüderle übernimmt lediglich die Spitzenkandidatur für die Bundestagswahl.
September: Landtagswahl in Bayern
Die CSU hofft erneut auf eine absolute Mehrheit, die sie 2008 spektakulär verloren hat. Unter Ministerpräsident Horst Seehofer ging sie eine Koalition mit der FDP ein. Eine Neuauflage ist fraglich, weil die Liberalen laut Umfragen an der Fünfprozenthürde scheitern könnten. Die Sozialdemokraten blicken auf ihr schlechtestes Nachkriegsergebnis zurück. Die Grünen verbesserten sich damals leicht, die Freien Wähler waren erstmals erfolgreich.
September: Bundestagswahl
Die Unionsparteien setzen auf die populäre CDU-Vorsitzende und Bundeskanzlerin Angela Merkel. Ihr Herausforderer ist der frühere SPD-Finanzminister Peer Steinbrück, der Rot-Grün anstrebt. 2009 hatte die Union der SPD die schlimmste Niederlage ihrer Nachkriegsgeschichte beigebracht. Der Fortbestand von Merkels schwarz-gelber Koalition ist ungewiss, weil der FDP nach ihrem großen Erfolg von 2009 das parlamentarische Aus droht.
September: Landtagswahl in Hessen
In Hessen wird der neue Landtag zusammen mit dem Bundestag gewählt. Volker Bouffier führt die CDU erstmals als Ministerpräsident in den Wahlkampf. Sein langjähriger Vorgänger Roland Koch hatte sich 2009 behauptet. Die SPD sieht sich nach ihrer verheerenden Niederlage damals wieder im Aufwind. Die FDP, mit der Bouffier regiert, kam 2009 auf ihr bestes Ergebnis seit den fünfziger Jahren, muss jetzt aber die Fünfprozentklausel fürchten.