Rheinland-Pfalz SPD klar vor CDU, Grüne stürzen ab

Wahlerfolg für Ministerpräsidentin Malu Dreyer in Rheinland-Pfalz: Ihre SPD gewinnt vor der CDU. Die AfD wird drittstärkste Partei. Der FDP gelingt ein Comeback, die Grünen fallen tief.

DPA

Die Wähler in Rheinland-Pfalz geben Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) den Vorzug vor ihrer Herausforderin Julia Klöckner von der CDU. Für eine Fortsetzung der rot-grünen Koalition reicht es laut vorläufigem amtlichen Endergebnis aber nicht. Die Grünen schaffen es nur knapp wieder in den Mainzer Landtag.

Laut vorläufigem Endergebnis liegt die SPD bei 36,2 Prozent und gewinnt damit leicht hinzu. Die CDU kommt auf 31,8 Prozent, das bedeutet ein Minus von 3,4 Prozentpunkten.

Die AfD holt 12,5 Prozent. Damit sind die Rechtspopulisten drittstärkste Kraft in Rheinland-Pfalz. Die FDP schafft mit 6,2 Prozent den Wiedereinzug ins Parlament. Die Grünen erleben als Juniorpartner in der Mainzer Regierungskoalition ein Debakel: Sie kamen auf nur noch 5,3 Prozent der Stimmen, das ist ein Minus von mehr als zehn Prozentpunkten im Vergleich zu 2011. Die Linkspartei scheitert mit unter drei Prozent in den Hochrechnungen von ARD und ZDF klar an der Fünfprozenthürde.

Die Wahlbeteiligung stieg in Rheinland-Pfalz auf 70,4 Prozent, sie liegt damit im Vergleich zu 2011 um gute acht Prozentpunkte höher.

Für Ministerpräsidentin Dreyer verlief der Schlussspurt im Wahlkampf erfolgreich. Ihre Partei habe "bis in die letzte Minute gekämpft", sagte Dreyer in einer ersten Reaktion in der ARD. SPD-Vizevorsitzender Ralf Stegner lobte die Aufholjagd seiner Partei an Rhein und Mosel, er sehe "einen klaren Auftrag zur Regierungsbildung" an Dreyer.

Julia Klöckner: "Wir sind da, wir sind wach"

CDU-Herausforderin Julia Klöckner sagte am Sonntagabend, die CDU habe ein Ziel erreicht und das sei gewesen, Rot-Grün abzuwählen. Der Absturz der Grünen macht eine Neuauflage der bisherigen Koalition unmöglich.

Auch Klöckner sieht den Auftrag zur Regierungsbildung bei der Amtsinhaberin Dreyer. Die müsse nun "eine stabile Regierung bilden". Klöckner fügte hinzu: "Wir sind da, wir sind wach."

Aufgrund dieser Abstimmungsergebnisse entfallen im neuen rheinland-pfälzischen Landtag auf die SPD 39 Sitze. Die CDU erhält 35 Sitze, die AfD 14 Sitze, die FDP erreicht sieben Sitze, die Grünen kommen auf sechs Sitze. Rechnerisch möglich wäre neben einer großen Koalition in Rheinland-Pfalz derzeit aber auch eine sogenannte Ampel-Koalition aus SPD, FDP und Grünen. Dieses Bündnis hätte aber nur eine Mehrheit von einem Sitz im Mainzer Landtag.

Lesen Sie hier die aktuellen Ergebnisse für Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt in der Ergebniszusammenfassung aller drei Bundesländer .

cht

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 18 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
leave_in_silence 13.03.2016
1.
Sehr starkes Comeback von Frau Dreyer. 10% Rückstand aufgeholt ist eine starke Leistung. Harter Abend für Frau Klöckner.
schorri 13.03.2016
2. Lange Gesichter
Da haben die rechten Medien versucht, die Weinkönigin Klöckner zur Nachfolgerin für Frau Merkel hochzuschreiben. Und Frau Dreyer? Nur eine Randnotiz auf dem Weg dahin wert. Der Wähler hat ihnen einen Strich durch die durchsichtige Rechnung gemacht. Das ist die schönste Nachricht an diesem (was die AfD betrifft) sonst ekelhaften Wahltag.
alterspräsident 13.03.2016
3. Personenwahl
Wenn die Wähler nach Parteiprogramm und der Rolle der SPD im Lande entschieden hätten, wäre nie ein solches Ergebnis zustande gekommen. Für mich enttäuschend, wie viel politische Inkompetenz mittlerweile im Lande vorherrscht. Selbst wenn man verstehen kann, das dieses Wahlverhalten speziell gegen die CDU gerichtet ist.
hajoschneider 13.03.2016
4. ... und die Grünen
bekommen in RLP einen Denkzettel für die ungehemmte Verschandelung der Natur mit Windenergieanlagen-
testuser2 13.03.2016
5. Merkel hat Julia Klöckner geschadet
Wenn sich Julia Klöckner nicht von Merkels Flüchtlingspolitik (leicht) distanziert hätte, hätte sie noch weniger Stimmen bekommen. Schon ein gemeinsames Foto mit Angela Merkel hat sie Stimmen gekostet. Der Schluss, den einige Medienvertreter versuchen zu ziehen, dass eine Pro-Merkel-Einstellung (wie es Malu Dreyer angedeutet hatte) Stimmengewinne gebracht haben, ist nicht richtig.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.