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Datenlese

Aus der Statistik Fünf Wahrheiten über die Wahl in Brandenburg und Thüringen

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In Thüringen hängt nun alles an der SPD. Dabei ist sie die große Wahlverliererin. In Brandenburg holt die AfD in einer Region über 20 Prozent. Fünf Fakten, die die Abstimmungen entschieden haben.

1. Freud und Leid bei der SPD

In Brandenburg können die Sozialdemokraten ihr Ergebnis von 2009 weitgehend verteidigen: Sie kommen auf knapp 32 Prozent und sind damit wie seit 1990 stärkste Kraft im Land. Allerdings ist die SPD damit weit entfernt von einstigen Spitzenwerten jenseits der 50 Prozent.

In Thüringen schnitt die SPD noch nie so schwach ab wie bei dieser Wahl. Gerade einmal 12,4 Prozent erreichten die Genossen. Ein miserables Ergebnis, zumal sie insbesondere an die Linken-Konkurrenz Stimmen abgeben mussten. Rund 27.000 einstige Wähler machten ihr Kreuz bei der Partei von Bodo Ramelow, 85.000 stimmten gar nicht mehr ab. Das schmerzt - und doch kommt es nun auf die SPD bei der Regierungsbildung an. Die große Wahlverliererin wird entscheiden, ob es weiter Schwarz-Rot oder Rot-Rot-Grün geben wird.

2. Bestes Ergebnis der Linken

Bei der Linkspartei ist es genau umgekehrt: In Brandenburg verliert sie über acht Punkte und erreicht nur 18,6 Prozent - ein Knick in der Ergebniskurve. Die CDU ist nun wieder zweitstärkste Kraft im Land hinter der SPD. Interessanterweise hat die Linke bisher die Rolle inne, die die Sozialdemokraten in Thüringen besetzen: Sie ist Juniorpartner in einer Koalition. In Potsdam regiert noch Rot-Rot, in Erfurt Schwarz-Rot. In Brandenburg konnten die Linken ihre Anhänger nicht mehr mobilisieren: 115.000 ehemalige Wähler blieben im Vergleich zu 2009 zu Hause.

In Thüringen herrscht dagegen großer Jubel: Ramelow schaffte es, das Ergebnis seiner Partei noch einmal zu verbessern: 28,2 Prozent - es ist das stärkste Resultat der Linkspartei seit 1990. Einziger Wermutstropfen: Auch die Linke muss immerhin 16.000 Stimmen an die AfD abgeben.

3. Erststimmen-Königin CDU

Auch wenn die Christdemokraten in Thüringen gewonnen haben, an ihre Zweitstimmen-Ergebnisse von 40 Prozent und mehr wie bei den Wahlen bis 2004 können sie nicht mehr heranreichen. Trotzdem ist die CDU in vielen Wahlkreisen die bestimmende Kraft. Die Wahlkreiskarte ist wieder schwärzer geworden: Gewann die CDU 2009 noch 28 Direktmandate, sind es jetzt 34. Die SPD kann nur noch einen Wahlkreis verteidigen (vorher zwei), die Linke neun (vorher 14).

Wahlkreiskarte Thüringen: Ein Vergleich 2004 und 2009 Zur Großansicht
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Wahlkreiskarte Thüringen: Ein Vergleich 2004 und 2009

4. AfD-Hochburg Brandenburg

12,2 Prozent in Brandenburg - das ist das beste Ergebnis, das die AfD bisher bei einer Wahl geholt hat. Im Osten des Landes, an der Grenze zu Polen, ist die rechtskonservative Partei am stärksten (siehe blaue Einfärbung): Im Wahlkreis Oder-Spree II schafft sie 21,3 Prozent, in Frankfurt (Oder) 19,7 Prozent. Spitzenkandidat Alexander Gauland hatte im Wahlkampf insbesondere auf das Thema Flüchtlinge und Zuwanderung gesetzt. Abgelehnte Asylbewerber müssten viel schneller abgeschoben werden, war eine seiner Forderungen.

AfD-Land Brandenburg - Werte über 20 Prozent im Osten des Landes Zur Großansicht
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AfD-Land Brandenburg - Werte über 20 Prozent im Osten des Landes

5. Die Wahlmüden

In Thüringen lag die Wahlbeteiligung bei rund 53 Prozent, in Brandenburg erreichte sie nur etwa 48 Prozent.In beiden Ländern ist das die bislang schlechteste Beteiligung bei einer Landtagswahl. Das führt dazu, dass die Volksvertreter einen immer kleineren Teil des Volkes repräsentieren. Nur jeder vierte Wahlberechtigte hat in Brandenburg und Thüringen eine der möglichen künftigen Regierungsparteien gewählt.


10 Leserkommentare Diskutieren Sie mit!
raber 15.09.2014
Mondaugen 15.09.2014
naklar? 15.09.2014
naklar? 15.09.2014
Herr Hold 16.09.2014
TarLay 16.09.2014
ptb29 16.09.2014
headcracker 16.09.2014
tradutor 16.09.2014
hzj 21.09.2014

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