Berlin - "Traurig" sei das Debakel der FDP bei den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg, sagt Parteichef Guido Westerwelle, die Ergebnisse seien "enttäuschend". Doch schnelle personelle Konsequenzen lehnt er ab. Es werde keine übereilten Entscheidungen "als Blitzableiter" geben. Stattdessen bemüht sich Westerwelle einen Tag nach den Abstimmungen, die Wähler zu besänftigen: "Wir haben verstanden. Wir können nicht zur Tagesordnung übergehen, es kann kein 'Weiter so' geben."
Doch Westerwelle steht unter Druck. Auch er muss einräumen: Selbst ohne die Nuklearkatastrophe in Japan sei die FDP in keiner "guten Form" gewesen. Nun müsse es einen "geordneten und überlegten Diskussionsprozess" geben; man müsse sehen, wie sich die FDP bis zum Parteitag im Mai besser aufstellen könne. Am 11. April werden Westerwelle und das Präsidium mit den Landeschefs über das Personaltableau beraten.
Westerwelle hat schon zuvor deutlich gemacht, dass er Parteichef und Außenminister bleiben will. Auch jetzt betont er: Seine Aufgabe erfülle er mit "sehr viel Engagement und sehr viel Herzblut". An einen Rücktritt habe er am Sonntag nicht gedacht: "Wenn Sie Verantwortung haben, haben Sie Verantwortung."
FDP-Generalsekretär Christian Lindner betonte ebenfalls mehrfach, dass sich die Parteispitze "unter Führung" von Westerwelle formieren soll. "Wir werden einen offenen Diskussionsprozess darüber einleiten, welche personellen und politischen Konsequenzen zu ziehen sind", sagt Lindner. "Wir können jetzt nicht zur politischen Routine übergehen."
Auch Fraktionschefin Homburger wackelt. FDP-Vorstandsmitglied Wolfgang Kubicki - seit langem einer ihrer Kritiker - griff sie am Montag erneut an. Der Vorsitz der FDP-Bundestagsfraktion sei "komplett fehlbesetzt", sagte Kubicki dem "Hamburger Abendblatt". Die entscheidende Aufgabe, das Bild der FDP mitzuprägen, habe Homburger "hundsmiserabel erfüllt". In der "Leipziger Volkszeitung" erklärte er zudem, Homburger müsse "beschämt ihre Ämter abgeben und nach Hause gehen".
kgp/dpa/Reuters
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Politik | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Deutschland | RSS |
| alles zum Thema Guido Westerwelle | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH