Drei Szenarien für den Wahlausgang: Das kommt auf Deutschland zu

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Reichstag in Berlin: Die Koalitionsplanspiele haben längst begonnen Zur Großansicht
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Reichstag in Berlin: Die Koalitionsplanspiele haben längst begonnen

Schwarz-Gelb, Große Koalition oder Schwarz-Grün? Sieben Wochen vor der Wahl verdichten sich die Diskussionen in den Parteien intern auf drei mögliche Wahlausgänge - genau an dieser Stelle könnte der Wahlkampf doch noch spannend werden.

Deutschland versinkt in Lethargie, früher waren zum Beispiel die Politiker-Sprüche krasser. Berufsrandalierer, Lackschuhpanther, Möchtegern-Schimanski, Nadelstreifen-Rocker. So bepöbelte sich die politische Elite im Bundestag. Gerne genommen wurden auch: "kläffender Goldhamster", "Putzlumpen", "Betonbolschewist", "Beamtenkuh" oder "Weihnachtsgans". Franz-Josef Strauß' Lieblingsspruch lautete: "Irren ist menschlich, aber immer irren ist sozialdemokratisch."

Inzwischen verläuft der politische Diskurs vornehmer. Das ist einerseits schön, andererseits aber auch langweiliger. Es fehlt die Leidenschaft, der wirkliche Streit um Inhalte, die Polarisierung. Im Bundestagswahlkampf wird auf Deutschland ein Phrasengewitter niedergehen. "Gemeinsam erfolgreich für Deutschland", steht in schöner Einfältigkeit auf den CDU-Wahlplakaten. Noch Fragen?

Deutschland wird vom wohlig-gemütlichen Merkel-Sound eingelullt, die anderen Parteien haben dem wenig bis nichts entgegenzusetzen. Das Ergebnis der Wahl, so scheint es fast, steht fest. Die meisten Umfragen und auch die SPIEGEL-ONLINE-Wahlwette zeigen aktuell einen Trend: Es wird für einen rot-grünen Kanzler Peer Steinbrück wohl nicht reichen. Angenommen, das stimmt. Dann heißt das: Sie macht's noch einmal.

Fragt sich also nur noch, mit wem?

Die Wahl könnte doch noch spannend werden

Genau an dieser Stelle könnte der Wahlkampf doch noch spannend werden. Wer kann mit wem? Darum werden bis zum 22. September alle politischen Phantasien kreisen. Es wird keine Rede vergehen, in der nicht irgendwer irgendwem die finstersten Koalitionsabsichten unterstellt: Rot-Rot-Grün, die Ampel, Schwarz-Grün und so weiter.

Bei dem vielen Nebel, der dann aufsteigen dürfte, wird die nüchterne Betrachtung der Lage wichtig sein. Wer sich bei hochrangigen Vertretern der Parteien umhört, weiß: Intern gelten drei Wahlausgänge als realistisch:

  • Szenario 1: Schwarz-Gelb macht einfach weiter. Kann klappen. Merkel wäre die Königin von Deutschland, die FDP ein Anhängsel. Merkel könnte nach Belieben regieren, die Zahl der FDP-Minister im Kabinett würde von fünf auf drei schrumpfen. Allein der rot-grün beherrschte Bundesrat würde Merkel nerven und zu Zugeständnissen zwingen. Aber mit Geld lassen sich die Länder bekanntlich ruhig stellen.

  • Szenario 2: die Große Koalition. Nett für die Kanzlerin. Das hat schon einmal prima für sie geklappt: Merkel konnte auf der Kommandobrücke bella figura machen, die SPD rackerte im Maschinenraum und wurde anschließend vom Wähler abgestraft. In der SPD mögen sie die Große Koalition deshalb nicht. Aber was will eigentlich Parteichef Sigmar Gabriel? Für ihn persönlich könnte sich ein solches Bündnis lohnen. Er wäre womöglich Vizekanzler, könnte in einem hübschen Amt wie dem des Außenministers seinen Ruf aufbessern, also Punkte sammeln für die Kanzlerkandidatur 2017. Einziges Problem: Gabriel müsste seine störrische Partei überzeugen.

  • Szenario 3: die schwarz-grüne Option. Gar nicht so verrückt, wie es auf den ersten Blick scheint. Denn was passiert eigentlich, wenn die SPD am Ende partout nicht mit Merkel koalieren will? Etliche - auch vernünftige - Genossen finden: Lasst die beiden doch zusammen regieren, das macht die Grünen klein und die SPD für die nächste Wahl wieder stark. Ein Verhandlungsmarathon wäre die Folge: Die Grünen könnten in Versuchung geraten, die Basis würde stöhnen - bei beiden Parteien. Aber es könnte sich am Ende die Ansicht durchsetzen: Warum eigentlich nicht?

Natürlich kann immer alles auch noch ganz anders kommen, aber andere Varianten wie die Dreierbündnisse Rot-Rot-Grün oder die Ampel sind kaum vorstellbar. In der SPD ist Rot-Rot-Grün noch unbeliebter als die Große Koalition. Die Wunden der vergangenen Bruderkämpfe mit der Linkspartei sind längst noch nicht verheilt. Und die FDP wird ein Zusammengehen mit Roten und Grünen in einer Ampel noch vor der Wahl kategorisch ausschließen, weil sie sonst Gefahr läuft, ihre bürgerliche Klientel zu verschrecken.

Unwahrscheinlich auch: Eine wie auch immer konzipierte Minderheitenregierung. Ein solches Abenteuer würde keine der großen Parteien der Wählerschaft zumuten wollen, schon gar nicht in der andauernden Euro-Krise. Wie würden wohl die viel zitierten Märkte reagieren?

Bleibt also nur noch eine unkalkulierbare Größe: der Wähler.

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insgesamt 314 Beiträge
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1. Koalition = Betrug
nixda 07.08.2013
Sorry aber da geht man erst wählen und dann werfen sich die Parteien zusammen wie es gerade gefällt. Nach welchen Gesichtspunkten soll man denn da wählen? Was hat das mit Demokratie zu tun?
2.
kdshp 07.08.2013
Zitat von sysopSchwarz-Gelb, Große Koalition oder Schwarz-Grün? Sieben Wochen vor der Wahl verdichten sich die Diskussionen in den Parteien intern auf drei mögliche Wahlausgänge. Wahlkampf: Analyse zur Bundestagswahl am 22. September - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/wahlkampf-analyse-zur-bundestagswahl-am-22-september-a-914996.html)
Also egal was von den drei möglichkeiten kommt ES wird sich nichts ändern. Die reichen werden reicher, die armen werden mehr und die mittelschicht wird weiter bluten müssen. Kein wunder das die Lethargie weiter zunimmt in deutschland.
3.
pelayo1 07.08.2013
Zitat von sysopSchwarz-Gelb, Große Koalition oder Schwarz-Grün? Sieben Wochen vor der Wahl verdichten sich die Diskussionen in den Parteien intern auf drei mögliche Wahlausgänge. Wahlkampf: Analyse zur Bundestagswahl am 22. September - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/wahlkampf-analyse-zur-bundestagswahl-am-22-september-a-914996.html)
Es ist bezeichnend, dass die durchaus genauso denkbare Kombination Rot-rot-grün von ihnen nicht diskutiert wird. Angst?
4.
Hamstedt 07.08.2013
Szenario 4: Schwarz-Blau. Tut bitte nicht so, als wenn es vollkommen unmöglich wäre, dass die AfD in den Bundestag kommt und vielleicht geschieht doch noch ein Wunder in Euronien und Merkel lässt sich auf die Forderungen der Blauen ein, unwahrscheinlich aber nicht unmöglich und meiner Meinung nach sehr zu begrüßen.
5. spannend?
johnnypistolero 07.08.2013
ist doch schon alles entschieden, egal wie die wahl ausgeht, es bleibt beim alten, da der deutsche ja keine veränderung möchte, sprich er wählt die 4 etablierten parteien die nur einen dienstherren kennen, nicht etwa das tumbe volk, den wähler, nö, das ist die grossindustrie und banken, niemand anderes, egal ob grün sozen fdpler oder konservativer, es bleibt beim alten, da weiss man was man hat, man wird weiter geschröpft, aber bloss keine neue partei wählen, die könnten ja was anders machen und wer weiss, ob das denn so gut wäre, z.b. direkte demokratie wie die piraten sie fordern, was meinen sie warum alle parteien inkl. der medien auf den piraten so rumprügeln, na, weil sie eben eine gefahr für die berliner abnickbude dastellen, stellen sie sich einmal vor, sie könnten über esm und konsorten abstimmen, ich glaube nicht das der deutsche bürger da zustimmen werden, aber wie sagt volker pispers(kabarettist) so schön: auf den deutschen wähler kann man sich verlassen, kritisiert und merkelt and allem rum, aber bei der nächsten wahl, na?, ja genau, er wählt den selben scheiss wie zuvor, und regt sich danach wieder auf weil die politiker.............. wenn sie einen wechsel wollen, dann muss man ihn auch herbeiführen, und das geht nur mit einem 180 grad kurs an der wahlurne
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