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Wahlkampf-Blog Brüderles Geheimsprache

FDP-Spitzenkandidat Brüderle: "Rot-Rot-Grün ist nicht das Gelbe vom Ei" Zur Großansicht
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FDP-Spitzenkandidat Brüderle: "Rot-Rot-Grün ist nicht das Gelbe vom Ei"

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Im TV-Spot der FDP sitzt Spitzenmann Brüderle in einer Backstube und nuschelt beim Frühstück Warnungen vor Rot-Rot-Grün. Stellen sich zwei Fragen: Kann sich noch Marmelade leisten, wer die Liberalen wählt? Und sendet der Fraktionschef geheime Ampelsignale an Peer Steinbrück?

Wenn das alles ist, dann muss sich der Zuschauer wirklich gut überlegen, ob er am 22. September FDP guten Gewissens wählen kann. Im jetzt vorgestellten TV-Wahlwerbespot der Freien Demokraten sitzt Rainer Brüderle zum Frühstück in "Werner's Backstube" in Mainz (Motto: "Zu Werner geh' ich gerner"). Vor ihm liegt eine Tageszeitung, es gibt Kaffee, einen Orangensaft, ein Frühstücksei, auch der Brotkorb ist gut gefüllt. Aber von Marmelade, von Wurst, Käse, Obst keine Spur! Womöglich wird es dafür einfach nicht mehr reichen, wenn die Liberalen weiterregieren.

Vielleicht hat sich der Spitzenkandidat der Liberalen aber auch nur zu sehr an karge Krankenhauskost gewöhnt. Schließlich war Brüderle nach einem Sturz und mehreren Brüchen in den vergangenen Wochen lange ans Klinikbett gefesselt. Oder er will den Eindruck vermeiden, die FDP sei die Partei der Gutverdiener, die stets mit einem opulenten Mahl in den Tag starten. Vielleicht geht es auch einfach nur um die Symbolik - schließlich will man im Wahlkampf ja mit "Brot-und-Butter-Themen" punkten.

Der FDP-Fraktionschef schmiert sich jedenfalls fröhlich Streichfett aufs Graubrot und erklärt: Menschen, die "hatt abeid'n" (hart arbeiten), denen dürfe man nicht die Butter vom Brot nehmen. Später löffelt er noch sein Frühstücksei und warnt: "Rot-Rot-Grün ist nicht das Gelbe vom Ei." Die Botschaft mag schlicht sein, aber immerhin: Text und Bild passen super zusammen.


Rot und Grün sind übrigens die Worte, die Brüderle am deutlichsten artikuliert, so, als würde er damit Sprechübungen machen. Ansonsten fällt es ihm auch im Fernsehspot schwer, das Nuscheln abzustellen. "Handwärga, Fachabaida, D'ssainerin" bilden für den 68-jährigen Pfälzer "Dimiddindeutschan" - die Mitte in Deutschland. Und der müsse es weiter gutgehen - auch ohne Marmelade.

Damit jeder versteht, wie gut es ihr jetzt schon geht, erklärt eine Männerstimme aus dem Off auf Hochdeutsch, dass alles super ist im Land und mit der FDP auch bleiben wird. Dazu gibt es wohlige Klaviermusik und schöne Bilder und Menschen aus Deutschland. "Nur mit uns bleibt Deutschland stark", behauptet Brüderle.

Dann schiebt der FDP-Mann auf dem Tisch Pfeffer- und Salzstreuer zusammen, so dass die Löcher in den Deckeln die Buchstabenkombination "PS" bilden. PS? Peer Steinbrück? Ein Geheimcode für die Ampel-Koalition nach der Bundestagswahl? Ein Gag? Oder doch nur plumpe FDP-Bildsprache für das PostSkriptum (!) des Fraktionschefs: "Übrigens", sagt Brüderle, "Zweitstimme FDP."

13 Leserkommentare Diskutieren Sie mit!
rosaberg 26.08.2013
crocodile dentist 26.08.2013
volker_morales 26.08.2013
spon-facebook-10000115620 26.08.2013
na_und_? 26.08.2013
oannad 26.08.2013
oannad 26.08.2013
Newspeak 26.08.2013
trabo 27.08.2013
berufskonsument 27.08.2013
marth 27.08.2013
OisisIsy 01.09.2013
flamb 09.09.2013

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