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Wahlkampf in NRW: Schwede will Rechtspopulisten Millionen spenden

Spende für Islamgegner in Nordrhein-Westfalen: Ein schwedischer Industrieller will nach einem Bericht der WDR-Sendung "Westpol" die rechtspopulistische Partei Pro NRW unterstützen. Die rund 300 Mitglieder können sich über fünf Millionen Euro freuen.

Düsseldorf/Köln - Viel Geld für ein paar hundert Fanatiker: Der schwedische Industrielle Patrik Brinkmann hat angekündigt, fünf Millionen Euro in den Wahlkampf der rechtspopulistischen Partei Pro NRW mit Sitz in Köln zu investieren. Das berichtet das WDR-Politmagazin "Westpol" in seiner Sendung am Sonntag um 19.30 Uhr. Brinkmann war den Angaben zufolge zuvor bereits bei den rechtsextremen Parteien NPD und DVU aktiv.

Als ersten Schritt kündigte der Millionär an, für Pro NRW eine Immobilie in Nordrhein-Westfalen zu finanzieren, die als Zentrum gegen Islamismus dienen soll. Brinkmann sagte "Westpol", er befürchte in Deutschland "Überfremdung" und die "Einführung der Scharia". In fünf bis zehn Jahren könne eine neue Rechte "genauso groß sein wie die FPÖ in Österreich oder die SVP in der Schweiz", orakelte der Millionär.

Für den stellvertretenden Leiter des NRW-Verfassungsschutzes, Burkhard Freier, sind Pro Köln und Pro NRW gefährliche Organisationen. "Aber die Mitgliederzahlen so um die 300 bedeuten für Pro NRW zu wenig, um in dem großen Land NRW Bewegung zu entfalten. Und deswegen bewerben sie jedes Mitglied, was neu hinzukommt, jeden Grundstückskauf und jede Aktion ganz groß und völlig überzogen im Internet, um den eigenen Mitgliedern das Gefühl zu geben, wir sind wer", sagte Freier.

Im September 2008 geriet in Köln ein groß angekündigter Anti-Islamisierungs-Kongress von europäischen Rechtspopulisten zur peinlichen Lachnummer. Tausende Demonstranten stellten sich den Islamgegnern entgegen, eine Kundgebung scheiterte. Auch ein zweiter Kongress im Mai 2009 wurde von massiven Protesten begleitet. "Köln ist nicht rechts, Köln ist nicht braun, Köln ist friedfertig, weltoffen und tolerant. Und Köln ist engagiert, wenn es darum geht, diese Werte und Prinzipien zu verteidigen", dankte Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) damals den Demonstranten.

ore/ddp

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