Steinbrücks Mannschaft: Wiesehügel verzichtet für Ministeroption auf Gewerkschaftsposten

Steinbrück und sein Kompetenzteam: Klaus Wiesehügel, Thomas Oppermann, Gesche Joost Zur Großansicht
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Steinbrück und sein Kompetenzteam: Klaus Wiesehügel, Thomas Oppermann, Gesche Joost

SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück hat die ersten drei Mitglieder seines Kompetenzteams offiziell präsentiert: Innenpolitiker Oppermann, Internetexpertin Joost und Gewerkschaftschef Wiesehügel. Der will sich schon vor der Wahl von der IG-Bau-Spitze zurückziehen.

Berlin - Das Wahlkampfteam von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück steht weitgehend fest - mit Namen hält sich die Partei aber noch zurück. Zu 80 bis 90 Prozent seien die Entscheidungen gefallen, sagte Steinbrück am Montag in Berlin bei der Vorstellung der ersten drei Mitglieder. Zugleich betonte er, dass er eine vorzeitige Bekanntgabe der restlichen Namen vermeiden wolle.

Zu Berichten vom Wochenende, nach denen auch Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig und Hamburgs Justizsenatorin Jana Schiedek dem SPD-Team angehören sollen, sagte Steinbrück: "Die Namen, die Sie jetzt am Wochenende gelesen haben, müssen nicht richtig sein."

Die drei am Montag vorgestellten Teammitglieder sind:

  • der langjährige Chef der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau), Klaus Wiesehügel, für Arbeit und Soziales;
  • SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann für Inneres und Justiz;
  • die Designprofessorin Gesche Joost für Netzpolitik und Internet.

Steinbrück versprach Wiesehügel für den Fall eines rot-grünen Sieges bei der Bundestagswahl den ersten Ministerposten. Der Kritiker der Hartz-IV-Reformen und der Rente mit 67 soll Minister für Arbeit und Soziales werden. Wenn Wiesehügel dies wolle, "dann wird er diesen Kabinettsposten bekommen". Für die Aussicht auf einen Ministerposten gibt Wiesehügel nach 18 Jahren seinen Posten als Gewerkschaftschef auf. Auf dem Gewerkschaftstag im September in Berlin werde er nicht erneut für den Vorsitz kandidieren, sagte der 60-Jährige. Wiesehügel schloss nicht aus, dass er auch für eine große Koalition bereitstehen könnte.

Im Gegensatz zu Wiesehügel und Oppermann ist die 38-jährige Joost auf der politischen Bühne noch eine Unbekannte. Sie soll die SPD und ihren Kanzlerkandidaten ins digitale Zeitalter führen.

Steinbrück hatte die Vorstellung eigentlich für Dienstag vorgesehen. Ein Zeitungsbericht durchkreuzte die Planung und führte zur vorzeitigen Veröffentlichung der Namen bereits am Freitag. Insgesamt sollen dem "Kompetenzteam" zehn bis zwölf Persönlichkeiten angehören. Es soll zur Hälfte aus Frauen bestehen. Die nächsten Namen will Steinbrück in zwei Wochen benennen. Einen dritten Termin soll es kurz danach geben.

ler/dpa/Reuters

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insgesamt 24 Beiträge
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1. Typisch
leser75 13.05.2013
Frau Prof. Joost kann nicht erwarten, dass ihre neue Tätigkeit bei Steinbrück von uns allen finanziert wird; als Beamtin muß sie sich dafür Urlaub nehmen, eigentlich sogar unbezahlten. Aber SPD-Leute meinen ja wohl, dass für sie andere Regeln gelten.
2.
gfh9889d3de 13.05.2013
Zitat von leser75Frau Prof. Joost kann nicht erwarten, dass ihre neue Tätigkeit bei Steinbrück von uns allen finanziert wird; als Beamtin muß sie sich dafür Urlaub nehmen, eigentlich sogar unbezahlten. Aber SPD-Leute meinen ja wohl, dass für sie andere Regeln gelten.
Außerdem sollte sie sich (in ihrer Freizeit!) auch noch in Sachen "Netzpolitik und Internet" schlau machen. Da scheint ein gewisser Leerstand zu sein.
3. Weiter so SPD, damit die CDU bald 75% aller Stimmen bekommt !
guentherprien 13.05.2013
Es ist ja unglaublich, das Foto sagt alles. So sehen auch Pinguine auf Eindringlinge in ihre Kolonien. Das ist DIE Garantie, dass die SPD noch weiter absackt. Das konnte niemals besser laufen, egal wer die nächsten sein werden, soviel Angriffspotential gab's noch nie. Klasse gemacht P€€R, besser ging's nicht. Bis zum Wahltag, das wird eine Party !
4. K-Team
Sabi 13.05.2013
Das K-Team,( Katastrophen-Team ) startet durch !
5. wählbar?
christian10 13.05.2013
wer findet die agenda gut und wer schlecht? schlecht nur der, der nicht mehr so ungestört in der hängematte liegen kann. damit diese leute wieder spd wählen und anschließend wieder in die hängematte können, darum gibt es klaus wiesehügel. um es bildlich zu sagen. wiese+hügel+zwei bäume+hängematte=SPD=hängemattenpartei. der rest, der die agenda als richtig und notwendig erachtet kann die berufung als arbeitsminister der spd nicht gut heißen. jetzt kommt zur stehlampe steinbrück noch die hängematte wiesehügel. das ist so ähnlich, wie berlusconi und die abschaffung der immobiliensteuer für wohnungen. in deutschland ist es die abschaffung der arbeitspflicht. ist das nicht toll? man kann die arbeitspflicht abschaffen durch wiesehügel wählen. Die SPD unter steinbrück macht es möglich.
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