Wahlprognose SPD fällt auf historisches Umfragetief

Das ist ein bitteres Umfrageergebnis für die Sozialdemokraten. Knapp sechs Wochen vor der Bundestagswahl hat die SPD einen neuen Tiefstand erreicht. Die Union hingegen kann sich freuen.


Köln - Es geht weiter abwärts für die SPD: Die Partei von Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier ist in den aktuellen Wahlumfragen um einen Punkt gegenüber der Vorwoche abgerutscht und steht nun bei 22 Prozent. Es ist der tiefste jemals gemessene Wert der Sozialdemokraten im ARD-Deutschlandtrend.

Außenminister Steinmeier: Rekordtief für die SPD
ddp

Außenminister Steinmeier: Rekordtief für die SPD

Die Union legte in den Umfragen zwei Punkte zu und kommt damit auf 37 Prozent. FDP und Grüne verloren jeweils einen Punkt und fielen auf 15 beziehungsweise 12 Prozent. Die Linke büßte ebenfalls einen Punkt auf 9 Prozent ein. Union und FDP hätten damit eine rechnerische Mehrheit von 52 Prozent.

Auch bei der Direktwahlfrage kassierte die SPD eine erneute Schlappe: Könnten die Deutschen den Bundeskanzler direkt wählen, würden sich 62 Prozent für Angela Merkel (plus 1) und 23 Prozent für Frank-Walter Steinmeier (minus 1) entscheiden. Der Abstand zwischen den beiden Kanzlerkandidaten sei mit 39 Punkten so groß wie nie zuvor, hieß es.

Zu den für die Union vielversprechend klingenden Werten wollte sich Kanzlerin Merkel am Donnerstag nicht äußern. "Mit mir brauchen sie über Umfragen nicht zu reden. Es zählen zum Schluss die Wählerstimmen", sagte sie in einem Interview der Sender Deutschlandradio Kultur und Phoenix. Merkel wies darauf hin, dass sich immer mehr Menschen erst kurzfristig entscheiden, für wen sie ihre Stimme abgeben. Eine Prozentzahl als Wahlziel nannte sie nicht.

Steinmeier sagte, er freue sich über manche Meinungsumfragen, aber, "es gibt viele, über die ich mich nicht freue". Doch wenn man sich in der Politik auf dem richtigen Weg wisse, "darf man sich nicht durch Umfragen verrückt machen lassen". Man müsse vielmehr öffentliche Zustimmung für die eigene Politik erreichen.

Auf der Liste der beliebtesten Parteipolitiker im Deutschlandtrend hat sich nicht viel getan: Angela Merkel liegt mit 72 Prozent Zustimmung unverändert auf Platz eins, weiterhin gefolgt von Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), der gegenüber der Vorwoche einen Punkt einbüßte und auf 67 Prozent kam. Mit der Arbeit von Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) sind 57 Prozent zufrieden (minus 6) und Steinmeier verlor einen Prozentpunkt und liegt damit weiter auf Platz vier.

Für die Sonntagsfrage im Auftrag der ARD-"Tagesthemen" befragte das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap von Dienstag bis Mittwoch dieser Woche bundesweit 1000 Wahlberechtigte telefonisch.

can/AP



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Seite 1
knut beck 09.08.2009
1.
Zitat von sysopSchlechte Umfragen, interne Kritik - kurz vor der Wahl steckt die SPD in einem Tief. Wie kommt sie wieder heraus?
Die Eingangsfrage dieses neuen Thraeds könnte sich schon in wenigen Tagen als überholt erweisen. Knapp sieben Wochen vor der Wahl hat die SPD längst begonnen, sich aus dem vorübergehenden Tief herauszuarbeiten. Frau Schmidt ist voll rehablitiert und steht dem Kompetenzteam uneingeschränkt zur Verfügung. Der Deutschland-Plan liegt auf dem Tisch und wird in breiten Bevölkerungsschichten intensivst diskutiert und zum Teil enthusiastisch begrüßt. Frank-Walter Steinmeier steht wie immer agil und kampffreudig auf der Kommandobrücke, flankiert von einem Karl-Heinz Müntefering, der sich jünger denn je fühlt.
Klaus.G 09.08.2009
2. Super ...
Metzger und Co. aus Hessen, Seeheimer, verlasst die SPD gründet eine neoliberale SPD und helft mit dass die SPD wieder sozialdemokratisch wird, ihr seit besser dort aufgehoben als in der linken SPD. Die SPD sollte ernsthaft übe einen Zusammenschluß mit der Linken nachdenken. Nur eine linke Kraft kann diesem Land wieder Zukunft geben...
Lexington67 09.08.2009
3. Selbstauflösung
Die SPD sollte allen ihren Mitgliedern und allen (ehemaligen) Wählern und Unterstützern das Leiden ersparen und sich selbst auflösen, bevor sie in der Bedeutungslosigkeit versinkt. Im Augenblick ist es ja so, dass jede Woche ein weiterer Klopfer zu Tage kommt und man bekommt den Eindruck jedesmal wenn einer der genossen den Mund aufmacht kostet das die genossen 2 %. (Schmidt und ihr Dienstwagen, Krüger Leisner und ihr Verständnis der Grundrechte: "Wir haben starke Grundrechte in unserem Grundgesetz verankert, aber die hindern uns manchmal, einfache, klare Lösungen zu finden." Als sie etwa gehört habe, wie die Franzosen das Problem von Urheberrechtsverletzungen über Online-Tauschbörsen "lösen", habe sie sich gefragt, "warum wir das nicht hinbekommen". und natürlich Thomas Jurk "So meinte etwa der sächsische Landesvorsitzende in einem Internet-Chat der Freien Presse, dass er mögliche Verfassungsverstöße bei der Einführung einer neuen Zensurinfrastruktur durchaus in Kauf nehmen würde."
LurchiD 09.08.2009
4.
Zitat von knut beckDie Eingangsfrage dieses neuen Thraeds könnte sich schon in wenigen Tagen als überholt erweisen. Knapp sieben Wochen vor der Wahl hat die SPD längst begonnen, sich aus dem vorübergehenden Tief herauszuarbeiten. Frau Schmidt ist voll rehablitiert und steht dem Kompetenzteam uneingeschränkt zur Verfügung. Der Deutschland-Plan liegt auf dem Tisch und wird in breiten Bevölkerungsschichten intensivst diskutiert und zum Teil enthusiastisch begrüßt. Frank-Walter Steinmeier steht wie immer agil und kampffreudig auf der Kommandobrücke, flankiert von einem Karl-Heinz Müntefering, der sich jünger denn je fühlt.
Und das Wahlvolk schaut voll Ehrfurcht auf das stolze, prächtige Schiff: http://tengri.de/wordpress_auf_top-hoster/wp-content/myfotos/fotos_diverse/diverse_022_KAZ_Aral.jpg
henningr 09.08.2009
5.
Zitat von knut beckDie Eingangsfrage dieses neuen Thraeds könnte sich schon in wenigen Tagen als überholt erweisen. Knapp sieben Wochen vor der Wahl hat die SPD längst begonnen, sich aus dem vorübergehenden Tief herauszuarbeiten. Frau Schmidt ist voll rehablitiert und steht dem Kompetenzteam uneingeschränkt zur Verfügung. Der Deutschland-Plan liegt auf dem Tisch und wird in breiten Bevölkerungsschichten intensivst diskutiert und zum Teil enthusiastisch begrüßt. Frank-Walter Steinmeier steht wie immer agil und kampffreudig auf der Kommandobrücke, flankiert von einem Karl-Heinz Müntefering, der sich jünger denn je fühlt.
Was meinen Sie liebe Mitforisten, woher dieser grenzenlose Optimismus und die Schönrednerei von herrn beck? 1. Er ist als ein-euro-jobber im Auftrag der SPD unterwegs und hofft auf ein Anschlusspraktikum als Schuhputzer von Steinmeier? 2. Die neue Gehirnwäsche-Strategie für die Restmitglieder der SPD funktioniert und er glaubt wirklich was er schreibt? oder doch 3. Er ist Karrierist in der Partei und versucht durch unbedingten gehorsam (A-Kriechen) wenigstens kommunal oder auf der Oppositionsbank sein Schäfchen ins Trockene zu bringen bevor die SPD endgültig an ihrer Unglaubwürdigkeit erstickt?
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