Afrika-Experte Lindner Bundesregierung ernennt Ebola-Sonderbeauftragten

Der Diplomat und Afrika-Fachmann Walter Lindner wird Ebola-Sonderbeauftragter der Bundesregierung. Der studierte Jurist und Musiker war früher Sprecher des damaligen Außenministers Joschka Fischer.

Diplomat Lindner: Afrika-Experte wird Ebola-Sonderbeauftragter
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Diplomat Lindner: Afrika-Experte wird Ebola-Sonderbeauftragter


Berlin - Nach dem wochenlangen Stillstand der Bundesregierung im Kampf gegen Ebola will die Bundesregierung nun ihre Kräfte bündeln. Es gebe "großen Koordinierungsbedarf", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch. Deshalb werde der ehemalige Afrika-Beauftragte des Auswärtigen Amtes (AA), Walter Johannes Lindner, zum Ebola-Beauftragten der Bundesregierung ernannt.

Seine Ernennung werde dazu beitragen, "dass die deutschen Bemühungen ihre maximale Wirkung entfalten können", sagte Seibert. Lindner, der seit Mitte 2012 deutscher Botschafter in Venezuela ist, wird nach Angaben eines Sprechers des Auswärtigen Amts unverzüglich nach Berlin kommen. Es gehe darum, die Ebola-Hilfen aus Deutschland zu koordinieren und in die internationalen Anstrengungen einzubinden.

Lindner wurde als Sprecher des damaligen Außenministers Joschka Fischer bekannt. Vor allem mit seinem charakteristischen Pferdeschwanz und seiner Begeisterung für Musik stach er aus dem Berliner Politikbetrieb heraus. Nach Jura-, Politik- und Spanischstudium an der Ludwig-Maximilians-Universität in München trat er 1988 in den Diplomatischen Dienst ein. 2002 wurde er Sprecher des AA. Während dieser Zeit nahm er unter anderem zwei Alben mit der New Yorker Jazz-Musikerin Grace Campell auf.

Von 2006 bis 2009 war Lindner Botschafter in Nairobi. Dort gründete er nicht nur ein Musikfestival, sondern nahm auch mit Einheimischen Musik auf, die auch im Radio und in lokalen Klubs gespielt wurde. Er äußerte sich in dieser Zeit auch öffentlich zur politischen Situation in Kenia.

Endlich ernsthaft engagieren

Von 2009 bis 2010 beschäftigte sich Lindner als Krisenbeauftragter des Auswärtigen Amtes bereits mit Ebola, von 2010 bis 2012 war er dort Afrika-Beauftragter. Wegen dieser Erfahrungen sei Lindner für den Posten des Sonderbeauftragten besonders geeignet, heißt es aus dem AA.

Vor allem sei seine Benennung aber ein Symbol, dass sich die Bundesregierung nach langem Hadern nun endlich ernsthaft im Kampf gegen Ebola engagieren wolle. Lange Wochen habe der Krisenstab getagt, aber wenig Ergebnisse produziert. Nun wolle man sich mit anderen Partnern abstimmen und die Hilfe für die Krisenregion so gut es gehe koordinieren, heißt es aus dem AA.

Seinen Posten als Botschafter von Venezuela wird Lindner vorerst ruhen lassen. Die Aufgabe als Ebola-Beauftragter sei zeitlich begrenzt und hänge von der Entwicklung der Lage ab.

Die Bundeswehr bereitet derzeit im Auftrag der Regierung eine Luftbrücke vor, über die Hilfsgüter in die von Ebola betroffenen Länder in Westafrika transportiert werden sollen. Zudem finanziert die Bundesregierung Einsätze des Deutschen Roten Kreuzes, das in Sierra Leone eine Behandlungsstation und in Liberia ein mobiles Krankenhaus errichten will.

mmo/Reuters/AFP

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insgesamt 6 Beiträge
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Staenky 01.10.2014
1. Merkel in Not?
Des Grünen Joschkas Fischers Vertrauter wird Ebola-Beauftragter der Bundesregierung! Karrierre mit dem Pferdeschwanz: der ehemalige Sprecher des Auswärtigen Amtes unter Fischer, der Musiker Walter Lindner wird Ebola-Beauftragter der Bundesregierung. Na, wenn das gut geht. Jedenfalls zeigt die Merkel-Regierung wieder einmal: Aktionismus können wir. Regieren schon weniger...
knieselstein 02.10.2014
2. Immer noch nicht
Zitat von StaenkyDes Grünen Joschkas Fischers Vertrauter wird Ebola-Beauftragter der Bundesregierung! Karrierre mit dem Pferdeschwanz: der ehemalige Sprecher des Auswärtigen Amtes unter Fischer, der Musiker Walter Lindner wird Ebola-Beauftragter der Bundesregierung. Na, wenn das gut geht. Jedenfalls zeigt die Merkel-Regierung wieder einmal: Aktionismus können wir. Regieren schon weniger...
das System Merkel begriffen ? Mit Lindner sind die Grünen "embedded", da kann allenfalls die dritte Garnitur der Ökopaxen über das Versagen der Regierung plärren. Thema abgeräumt .... Darum hat sie beim Regierungswechsel nicht alle sofort rausgeworfen, wie es die pöstchengeilen Rot-Grünen gern noch vor der Wahl auskungeln, als "Personaltableau" deklarieren und als erste Tat nach der "Machtübernahme" umsetzen. Ein paar der Opposition auf Posten mit imposanten Titeln parken, wo sie nicht viel Schaden anrichten können, Botschafter beispielsweise hört sich doll an und großen Flurschaden kann man damit in Venezuela auch nicht anrichten ;-). Und schon hat man im Problemfall einen Joker aus dem Ärmel gezogen, der der Opposition die üblichen Schnappreflexe sehr erschwert bis unmöglich macht ...
paul-48 02.10.2014
3. TINA meldet offiziellen Notstand, oder wie sonst
kann/soll man Entscheidung einen "Grünen-Afrika-Experten" als Sonderbeauftragten wegen Ebola zu benennen? Ergebnis steht bereits jetzt, mit der ultimativen Aufforderung "MEHR für betroffene Länder zu tun," fest! Dazu haben die ewigen Gutmenschen aus dem ein offizielles Sprachrohr! Frage an Finanzvernichter "Clyde" - "wer soll das bezahlen?" Millionen Sozial-Flüchtlinge im Land, der Krieg gegen IS- und HAMAS-Islamisten, der Lieferstopp gegen RUS, dazu stetige Miliarden-Skandal-Bauten etc und kein Ende! Wie da Geldvernichtungsapparat zu ausgeglichenem Haushalt 2015 kommen will? Ganz einfach: "Auf dem Rücken DEUTSCHER Bürger"!
dherr 02.10.2014
4. Wisst ihr was...
mir tut immer der Seibert (Regierungssprecher) Leid. Der hatte sich gefreut, als er diesen Posten ergattert hatte und jetzt, immer nur seichte Argumente, falsche Argumente, hinterlistige Argumente öffentlich machen von Scheinpolitikern. Irgendwann sollte der das Handtuch werfen, um sich nicht psychisch selbst zu beschädigen...
guteronkel 02.10.2014
5.
Macht für mich eher den Eindruck, als ob man den jetzt noch mal schnell verheizt. Seine ausgesprochene Befähigung im Bereich der Medizin prädestiniert ihn geradezu als Gesandter für/gegen Ebola. Der geneigte Wähler fragt sich schon lange: Was soll das alles?
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