Tagesvorschau Was Donnerstag wichtig wird

Prozess gegen eine Frau, die ihren Kollegen fälschlicherweise der Vergewaltigung beschuldigte, Börsengang des Chemiekonzerns Evonik, Chelseas Auftritt in der Europa League - diese Themen werden am Donnerstag wichtig.


Prozessauftakt gegen vermeintliches Vergewaltigungsopfer

Horst Arnold: Er starb ein Jahr nach dem Freispruch
DPA

Horst Arnold: Er starb ein Jahr nach dem Freispruch

Horst Arnold saß fünf Jahre lang im Gefängnis, er war im Jahr 2002 wegen Vergewaltigung verurteilt worden. Beschuldigt hatte ihn eine Kollegin: Sie sagte vor dem Landgericht Darmstadt aus, Arnold habe sich an ihr vergangen. Der Richter glaubte ihr, der Gutachter prognostizierte gar, von Arnold seien "ähnliche rechtswidrige Taten" zu erwarten, falls er Alkohol trinke. Arnold saß die gesamte verhängte Haftstrafe ab, da er sich nicht geständig zeigte. Im Jahr 2011 befasste sich das Landgericht Kassel mit dem Fall - und sprach Arnold frei. Im Urteil wurde die Lehrerin als Erfinderin "der aberwitzigsten Geschichten" bezeichnet, das Darmstädter Gericht habe der Frau geglaubt, obwohl ein "an sich kaum glaubhaftes Geschehen geschildert" worden sei. Arnold war rehabilitiert, doch sein Leben lag in Trümmern: Er fand keinen Job mehr, lebte von Hartz IV. Ein Jahr nach dem Freispruch starb er im Alter von 53 Jahren an Herzversagen.

Am Donnerstag beginnt am Landgericht Darmstadt der Prozess gegen die 48-Jährige, die ihn ins Gefängnis brachte: Die Lehrerin muss sich wegen Freiheitsberaubung verantworten. Gisela Friedrichsen berichtet für SPIEGEL ONLINE aus dem Gerichtssaal.


Evonik hopst an die Börse

Evonik-Logo: Stimmt die Chemie?
DPA

Evonik-Logo: Stimmt die Chemie?

Nach drei gescheiterten Versuchen will der deutsche Chemiekonzern Evonik am Donnerstag endlich den Sprung an die Börse schaffen. Wobei es sich eher um einen Hopser handelt, denn die Evonik-Eigentümer - die Ruhrkohle-Stiftung und die britische Beteiligungsgesellschaft CVC - wollen zunächst nur rund zwei Prozent der Unternehmensanteile an den Kapitalmarkt bringen, für die es zudem bereits feste Kaufinteressenten gibt. Mit diesem ungewöhnlichen Verfahren will sich Evonik die hohen Bankgebühren für einen konventionellen Börsengang sparen. Aus dem Platzierungspreis von 32,20 Euro pro Aktie errechnet sich eine Bewertung für Evonik von 15 Milliarden Euro.

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Putin stellt sich dem Publikum

Putin: Nimmt er Stellung zur Kritik von Menschenrechtlern?
REUTERS/ RIA Novosti

Putin: Nimmt er Stellung zur Kritik von Menschenrechtlern?

In einem alarmierenden Bericht hat die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch am Mittwoch dargelegt, wie die russischen Behörden die Zivilgesellschaft systematisch schikanieren. Das erste Jahr der neuen Amtszeit von Wladimir Putin sei das schlimmste seit Sowjetzeiten. Der Kreml-Chef hat sich bisher unbeeindruckt von der Kritik gezeigt. Nimmt er am Donnerstag Stellung zu den Vorwürfen? Da stellt er sich zum ersten Mal seit seiner Rückkehr ins Präsidentenamt vor einem Jahr im Fernsehen den Fragen von Zuschauern.

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Chelseas letzte Chance

Chelsea-Star Torres: Basel als die letzte Hoffnung
AFP

Chelsea-Star Torres: Basel als die letzte Hoffnung

In der Champions League früh ausgeschieden, in der Premier League weit hinter Meister Manchester United abgeschlagen - für den ruhmreichen FC Chelsea bleibt die Europa League die einzige Möglichkeit, die Saison noch einigermaßen zu retten. Im Halbfinal-Hinspiel müssen die Londoner allerdings zum FC Basel. Die Schweizer haben sich zum Favoritenschreck gemausert. In der zweiten Partie treffen Fenerbahce Istanbul und Benfica Lissabon aufeinander.

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Bush bekommt seine Bibliothek

Bush-Bibliothek: Einweihung in Dallas
AP/ The Dallas Morning News

Bush-Bibliothek: Einweihung in Dallas

Comeback eines Unbeliebten: Vier Jahre nach Ende seiner Amtszeit bekommt George W. Bush seine Präsidentenbibliothek mit Museum. Zur Einweihung in Dallas versammeln sich am Donnerstag Barack Obama und alle noch lebenden Ex-Präsidenten; neben Vater und Sohn Bush sind das Bill Clinton und Jimmy Carter. Überraschung für Bush: Derzeit steigen sogar seine Beliebtheitswerte in der Bevölkerung.

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Die Debatte des Tages: Hohe Wellen um die Flatrate - gefährdet die Telekom das freie Internet?

Jetzt mischt sich auch die Politik ein: Die Minister Rösler und Aigner geben sich besorgt über die Pläne der Telekom, die Internet-Datenmengen zu begrenzen. Damit befeuern sie weiter die Debatte über die befürchtete Zweiklassen-Gesellschaft im Web, die den freien Daten- und Informationszugang einschränken soll. Was das bedeutet und was man dagegen tun sollte, wird im SPIEGEL-ONLINE-Forum diskutiert.



insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
deus-Lo-vult 25.04.2013
1.
Zitat von sysopDPAProzess gegen eine Frau, die ihren Kollegen fälschlicherweise der Vergewaltigung beschuldigte, Börsengang des Chemiekonzerns Evonik, Chelseas Auftritt in der Europa League - diese Themen werden am Donnerstag wichtig. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/was-am-25-4-wichtig-wird-evonik-boersengang-und-europapokal-halbfinale-a-896291.html
Warum spricht SPON noch immer von einem "vermeintlichen Vergewaltigungsopfer", wenn erwiesen ist, dass die Geschichte nur erfunden war? Warum bezeichnet man die Frau nicht als das, was sie ist? Immerhin hat sie eine Existenz und eventuell auch noch ein Menschenleben auf dem Gewissen!
TomRohwer 25.04.2013
2.
Zitat von deus-Lo-vultWarum spricht SPON noch immer von einem "vermeintlichen Vergewaltigungsopfer", wenn erwiesen ist, dass die Geschichte nur erfunden war? Warum bezeichnet man die Frau nicht als das, was sie ist? Immerhin hat sie eine Existenz und eventuell auch noch ein Menschenleben auf dem Gewissen!
... *Genau dies* bedeutet das Wort "vermeintlich": irrtümlich, fälschlich vermutet; angenommen; scheinbar. (Duden) Ein "vermeintliches Vergewaltigungsopfer" ist jemand, dessen Vergewaltigung fälschlich angenommen wurde.
in_peius 25.04.2013
3. Na, dann mal immer frei heraus!
Zitat von deus-Lo-vultWarum spricht SPON noch immer von einem "vermeintlichen Vergewaltigungsopfer", wenn erwiesen ist, dass die Geschichte nur erfunden war? Warum bezeichnet man die Frau nicht als das, was sie ist? Immerhin hat sie eine Existenz und eventuell auch noch ein Menschenleben auf dem Gewissen!
Als was wäre die Frau denn ihrer Meinung nach zu bezeichnen?
largo25 25.04.2013
4. Ganz einfach
Zitat von in_peiusAls was wäre die Frau denn ihrer Meinung nach zu bezeichnen?
Als Lügnerin, die in diesem Fall nicht geschädigt wurde, sondern jemand anderen vorsätzlich geschädigt hat.
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