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Watschn im Wahlkampf: CSU-Abgeordneter ohrfeigt Bäuerin

Die Milchbauern haben gestreikt, gefleht und geklagt. Jetzt ging eine Bäuerin im Kampf gegen niedrige Milchpreise einen Schritt weiter: Sie übergoss den CSU-Bundestagsabgeordneten Alois Karl mit Milch - und der schlug zurück, im wörtlichen Sinne.

Bäuerin Lehmeier, CSU-Politiker Karl: Auf die Milchattacke folgte eine Ohrfeige Zur Großansicht
dpa

Bäuerin Lehmeier, CSU-Politiker Karl: Auf die Milchattacke folgte eine Ohrfeige

Lauterhofen - Der CSU-Bundestagsabgeordnete Alois Karl hat im bayerischen Lauterhofen eine Bäuerin geohrfeigt, die ihn zuvor mit mehreren Litern Milch überschüttet hatte. Der Zwischenfall ereignete sich am Montag bei einem Kirchweih-Fest, wie beide Kontrahenten bestätigten. Die 40-jährige Regine Lehmeier denkt nun über eine Anzeige gegen den Politiker nach. Der Schlag sei so heftig gewesen, dass sie in einer Klinik behandelt werden musste. Dort sei eine Halswirbelsäulenprellung diagnostiziert worden.

Der 58-jährige Rechtsanwalt Karl, seit 2005 im Bundestag, sagte zu dem Vorfall: "Sie hat sich sehr unflätig und unkorrekt verhalten." Zu der Ohrfeige habe er reflexartig ausgeholt. "Das war nicht Absicht oder vorsätzlich." Er wolle die Frau seinerseits nicht anzeigen. "Ich betreibe das nicht weiter."

Nach Karls Darstellung geriet er nach einem politischen Frühschoppen der CSU in die Protestaktion wütender Milchbauern, die für höhere Milchpreise demonstrierten. Die Bäuerin habe ihn mit 20 Litern Milch überschüttet. Lehmeier bestritt das: Es seien "höchstens sieben oder acht Liter Milch" gewesen, die sie dem Politiker auf die Hose gekippt habe. "Er hat jedenfalls mit trockenem Jackett und trockenem Kopf seine Rede halten können." Karl vertritt im Bundestag den Wahlkreis Amberg, den er 2005 laut Parlamentshandbuch mit fast 60 Prozent holte.

Nach Angaben der Polizei in Regensburg soll in Absprache mit der Staatsanwaltschaft geklärt werden, ob der Fall für die beiden Kontrahenten strafrechtliche Folgen hat. Seit Monaten kämpfen die Milchbauern in Deutschland für höhere Milchpreise. Bei Preisen um 20 Cent für den Liter Rohmilch bangen viele von ihnen um ihre Existenz.

otr/dpa

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Forum - Milchpreise - was sind Sie bereit zu zahlen?
insgesamt 1182 Beiträge
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1. welchen Preis ?
kathrin_erlenbacher, 05.05.2009
Zitat von sysopDie Preise für Milch sind weiter unter Druck. Der Preis, den die Bauern erzielen, sinkt weiter, der Verbraucher zahlt weniger, aber wie sieht die Zukunft aus? Welchen wären Sie bereit für frische Milch zu zahlen?
Meine Weigerung - kürzlich in einem Supermarkt - den angegebnen Preis, welcher auf der Packung ausgewiesen war, zu zahlen, kommentierte die freundliche Dame an der Kasse mit einem sonderbaren Lächeln und einer Handbewegung, die der gemeine Mitteleuropäer wohl für 'Vogel zeigen' verwendet. Ich schlußfolgere daraus, dass es völlig belanglos ist was ich bereit bin zu zahlen.
2. Warum gibt es zu viel Milch ?
Orix 05.05.2009
Zitat von sysopDie Preise für Milch sind weiter unter Druck. Der Preis, den die Bauern erzielen, sinkt weiter, der Verbraucher zahlt weniger, aber wie sieht die Zukunft aus? Welchen wären Sie bereit für frische Milch zu zahlen?
Gibt es vielleicht zu viele Milchkühe und damit zu viel produzierte Milch ? Dann sollten die Bauern ihre Produktion umstellen oder wird die Produktion staatlich gestützt ? Seit Jahren jammern die Milchbauern(alle Bauern jammern, mal zu nass, mal zu trocken,zu viel Wind, zu späte Sonne und und und) über zu niedrige Preise aber dass kann der Markt doch regeln, Angebot und Nachfrage. Ich komme nicht aus der Landwirtschaft( bin aber auf dem Dorf groß geworden)aber die Agrarpolitik ist mir schon sehr lange Zeit ein Rätzel, da werden mit Massen an Geld die unterschiedlichsten Projekte gestützt deren Sinn sicher zweifelhaft ist. Ich persönlich freue mich immer über niedrige Preise.
3. Es ist eine Schande, wie die Primärproduzenten geknechtet werden!
Karkur 05.05.2009
Zitat von sysopDie Preise für Milch sind weiter unter Druck. Der Preis, den die Bauern erzielen, sinkt weiter, der Verbraucher zahlt weniger, aber wie sieht die Zukunft aus? Welchen wären Sie bereit für frische Milch zu zahlen?
Sehr geehrte Damen und Herren! Rinderzucht und Milchwirtschaft haben über Jahrhunderte Europa geprägt, sind Teil unserer Kultur und dt. Bauern hatten bisher einen führenden Platz in der Zucht und in der Vielfalt sowie Qualität bei Milch und den daraus hergestellten Produkten. Gerade die derzeit akute Gefahr einer Grippepandemie zeigt, welche Irrwege mit industrieähnlicher Massentierhaltung beschritten werden. Rinder, insbesondere Milchkühe, sind nicht so schnell wieder in Leistungsherden aufzubauen, wenn die Milchproduktion erst mal aufgegeben wurde, ist ein Neuanfang bei veränderter Marktlage nicht leicht möglich. Bei den derzeitigen Kostenstrukturen benötigen Bauern je nach Hoflage ca. 40 - 45 Cent/l Milch bei ca. 3,8 % Fett um mit ausreichendem Ergebnis rentabel Milch zu erzeugen. Dieser Erzeugerpreis muss ihnen zugestanden werden. Desweiteren muss verboten werden, dass in der EU Kunstkäse produziert und eingesetzt wird. Hier wird künstlich der Echtkäsebedarf und damit der Rohmilchmarkt erheblich gestört und der Verbraucher schamlos betrogen! Angesichts der Bedeutung der Milch für eine gesunde Ernährung muss die Schulmilchversorgung wieder Pflicht, der Trinkmilchverzehr durch besseres Marketing auf ca. 0,5 bis 1,0 l / pro Kopf erhöht werden und man sollte in der Gastronomie auch grundsätzlich Milch im Angebot haben. Zugleich muss man sich fragen, warum Molkereien und Handel an der Milch verdienen müssen, der Bauer jedoch ins Minus und in den Ruin geführt wird! Wenn die Gewinne in der Erzeugerkette vernünftig bei allen Beteiligten ankommen, wäre ich gern bereit, für einen Liter qualitativ hochwertige Trinkmilch zwischen 80 Cent bis 1,0 Euro zu bezahlen! Mit freundlichen Grüssen Abu Karim
4. Eigene Verantwortung
StefanKomarek 05.05.2009
Von Erich Kästner stammt der Satz: an jedem Unfug, der passiert, ist nicht nur der schuld, der ihn verursacht hat, sondern auch der, der in nicht verhindert (das fliegende Klassenzimmer). Es ist jetzt einfach, auf die Discounter einzuschlagen. Fassen wir uns mal lieber an die eigene Nase. Jeder, der Milch zum Dumpingpreis kauft, ist mit verantwortlich an der Situation. Es gibt auch heute noch Milch, die zu fairen Preisen angehoben wird, z.B. Bio-Milch in Reformläden oder selbst im Supermarkt. Aber auch die Bauern sind nicht unschuldig. Früher stellten die Bauern viele Produkte gleichzeitig her, sie hatten Felder mit Getreide und Gemüse und Schweine und Kühe und Geflügel. Heute konzentrieren viele Bauern sich auf einen einzigen Artikel: nur Schweine oder nur Milchkühe oder nur Getreide usw. Damit machen sie sich von den Schwankungen der einzelnen Märkte extrem abhängig. Zudem deutet die Preisentwicklung darauf hin, dass anscheinend mehr Milch produziert wird als nachgefragt wird. Mittelfristig hilft da wohl nur eine Verringerung der Produktionsmenge. Allerdings, eins muss uns Verbrauchern klar sein. Wenn die Lebensmittelpreise steigen (und damit verbunden hoffentlich auch die Qualität), wird deswegen unser Einkommen nicht ebenfalls angehoben werden. Das Mehr-Geld für Lebensmittel werden wir woanders wieder einsparen müssen.
5.
Orix 05.05.2009
Zitat von KarkurSehr geehrte Damen und Herren! Rinderzucht und Milchwirtschaft haben über Jahrhunderte Europa geprägt, sind Teil unserer Kultur und dt. Bauern hatten bisher einen führenden Platz in der Zucht und in der Vielfalt sowie Qualität bei Milch und den daraus hergestellten Produkten. Gerade die derzeit akute Gefahr einer Grippepandemie zeigt, welche Irrwege mit industrieähnlicher Massentierhaltung beschritten werden. Rinder, insbesondere Milchkühe, sind nicht so schnell wieder in Leistungsherden aufzubauen, wenn die Milchproduktion erst mal aufgegeben wurde, ist ein Neuanfang bei veränderter Marktlage nicht leicht möglich. Bei den derzeitigen Kostenstrukturen benötigen Bauern je nach Hoflage ca. 40 - 45 Cent/l Milch bei ca. 3,8 % Fett um mit ausreichendem Ergebnis rentabel Milch zu erzeugen. Dieser Erzeugerpreis muss ihnen zugestanden werden. Desweiteren muss verboten werden, dass in der EU Kunstkäse produziert und eingesetzt wird. Hier wird künstlich der Echtkäsebedarf und damit der Rohmilchmarkt erheblich gestört und der Verbraucher schamlos betrogen! Angesichts der Bedeutung der Milch für eine gesunde Ernährung muss die Schulmilchversorgung wieder Pflicht, der Trinkmilchverzehr durch besseres Marketing auf ca. 0,5 bis 1,0 l / pro Kopf erhöht werden und man sollte in der Gastronomie auch grundsätzlich Milch im Angebot haben. Zugleich muss man sich fragen, warum Molkereien und Handel an der Milch verdienen müssen, der Bauer jedoch ins Minus und in den Ruin geführt wird! Wenn die Gewinne in der Erzeugerkette vernünftig bei allen Beteiligten ankommen, wäre ich gern bereit, für einen Liter qualitativ hochwertige Trinkmilch zwischen 80 Cent bis 1,0 Euro zu bezahlen! Mit freundlichen Grüssen Abu Karim
Danke für ihre Sicht der Dinge ! Wenn ich Sie richtig verstehe, gibt es schon eine Überproduktion und es fehlt eine Strategie den Bedarf an Milch zu steigern. Besser, mit einer Kampanie " Milch ist gesund " oder ähnlich wäre den Bauern schon geholfen ? Dann sollte sich die Bauer Experten der Pharmaindustrie ausleihen, die Wissen wie man die Ware an den Mann (Frau) bringt. Trotzdem denke ich es hat auch was mit der Struktur der Produktion zu tun, riesige Rinderställe und die Spezialisierung nur auf Milch, das kann nicht gut sein. Die ganze Landwirtschaft ist mir zu sehr industriemäßig aus gerichtet mit Hühnerfabriken, Schweinefabriken u.s.w. Die gesunde Mischung fehlt.
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