Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verzichtet angesichts der angespannten Sicherheitslage vorerst auf einen geplanten Besuch in Tunesien. Nach den Unruhen in Tunis vor zehn Tagen wurde die für den 9. Oktober ins Auge gefasste Reise in gegenseitigem Einvernehmen verschoben. Das berichtet die "Financial Times Deutschland" ohne Angabe von Quellen.
Die Verschiebung ist die bisher sichtbarste Folge der Ausschreitungen gegen den Anti-Islam-Film "Unschuld der Muslime". Bei gewalttätigen Auseinandersetzungen vor der US-Botschaft in Tunis waren am Freitag vorvergangener Woche vier Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. Proteste gegen westliche Einrichtungen gab es auch in zahlreichen anderen islamisch geprägten Staaten. Im Sudan wurde Deutschlands Botschaft angegriffen.
Tunesiens Premierminister Hamadi Jebali hatte im März Berlin besucht. Damals hatte Merkel dem Land zugesichert, den Demokratisierungsprozess zu unterstützen. Zwischen Deutschland und Tunesien werde es eine "sehr lebendige Zusammenarbeit" geben, so Merkel damals.
phw
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