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Indirekte Kritik an Pegida: Gauck warnt vor Abschottung Deutschlands

Eine der besten Nachrichten des Jahres für Joachim Gauck? "Dass die Allermeisten von uns nicht denen folgen, die Deutschland abschotten wollen." In seiner Weihnachtsansprache fordert der Bundespräsident eine hilfsbereite Gesellschaft.

Berlin - Bundespräsident Joachim Gauck kritisiert in seiner Weihnachtsansprache die islamfeindliche Pegida-Bewegung - wenn auch nur indirekt. Ohne die "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" zu nennen, sagt er: "Dass die Allermeisten von uns nicht denen folgen, die Deutschland abschotten wollen, das ist für mich eine wahrhaft ermutigende Erfahrung dieses Jahres."

In der Rede, die am ersten Weihnachtstag veröffentlicht werden soll, weist das Staatsoberhaupt darauf hin, dass viele Menschen von der globalen Entwicklung mit Kriegen und Terror beunruhigt seien. Gauck fügt jedoch hinzu: "Ängste ernst zu nehmen, heißt nicht, ihnen zu folgen. Mit angstgeweiteten Augen werden wir Lösungswege nur schwer erkennen, wir werden eher klein und mutlos."

Gauck geht auch auf die weltweiten Flüchtlingskrisen ein und fordert eine offene Gesellschaft: "Wo wir dazu beitragen können, dass Frieden erhalten oder gestiftet, dass Leid gelindert und eine bessere Zukunft gebaut werden kann, sollten wir alles tun, was in unserer Macht steht." Gauck erinnert daran, dass die friedliche Revolution in der DDR vor 25 Jahren gezeigt habe, dass sich Verhältnisse zum Besseren wenden lassen.

"Unsere Demokratie steht gegen Hass und Gewalt"

Darüber hinaus würdigt Gauck den ehrenamtlichen Einsatz in Heimen und Krankenhäusern, bei der Bekämpfung der Ebola-Epidemie in Afrika und in der Entwicklungshilfe. Jeder könne einen Beitrag leisten, "damit der Wärmestrom lebendig bleibt, ohne den die Welt kalt und friedlos wäre: Indem wir uns engagieren, wenn unsere Mitmenschen Hilfe brauchen. Indem wir Bedrohten Frieden und Verfolgten Schutz bieten".

Mit Blick auf die internationalen Krisenherde mahnt Gauck: "Kein Friede ist selbstverständlich." Auch der Frieden, den die Deutschen derzeit glücklich und in Freiheit erlebten, sei kostbar. Daraus erwachse zugleich eine Verpflichtung: "Unsere Kultur, unsere Demokratie steht gegen Unfrieden, Hass und todbringende Gewalt."

Schon vor fast zwei Wochen hatte Gauck gefordert,"Chaoten und Strömungen, die wenig hilfreich sind", weniger Beachtung zu schenken - auch damals nannte er die Pegida-Bewegung nicht explizit. Stattdessen wünschte er sich, dass positive Beispiele im Umgang mit der wachsenden Zahl von Flüchtlingen stärker in den Vordergrund gestellt würden. "Wir brauchen ermutigende Beispiele gegenüber einer Kultur der Angstmache", sagte er beim Besuch eines Flüchtlingshilfevereins in Magdeburg.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière hatte zuvor darauf gepocht, die Sorgen von Bürgern ernst zu nehmen, die sich zunehmend als Fremde im eigenen Land fühlten. Die Äußerungen des Ministers wurden teilweise sehr kritisch von Politikern der Grünen und der Linkspartei aufgenommen: Die Innenminister von Bund und Ländern warnten vor zunehmender islam- und ausländerfeindlicher Hetze.

mxw/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 76 Beiträge
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1. Verantwortung übernehmen
adelsexperte 24.12.2014
das heißt Kriegspartei zu sein. Das bringt die Welt vorwärts. Oder? Sagte er doch jüngst.
2. ich sag es jedes Jahr...
elektromod 24.12.2014
... und ich sage es dieses Jahr wieder - über eine Rede zu berichten, die der Bundespräsident "offiziell" erst an Weihnachten hält, finde ich nicht ok.
3. Schon klar Herr Gauck
mcboernester 24.12.2014
Auf der einen Seite das Land auf den nächsten Krieg vorbereiten und im Osten kräftig das Feuer schüren und auf der anderen mit dem Zeigefinger wedeln und was von Ethik und Moral erzählen.
4.
L!nk 24.12.2014
Weihnachtspredigt wäre das richtige Wort für Herrn Gaucks Ausführungen. Für einem Bundespräsidenten im Dienst fehlt hier wieder die Substanz.
5.
kdshp 24.12.2014
Wer will deutschland abschotten? Und kritisiert er alle deutschen wenn er mehr hillsbereitschaft fordert?
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