Sturm auf Mai-Kundgebung in Weimar Polizei ermittelt gegen 27 Tatverdächtige

Dieser 1. Mai hat ein Nachspiel: Die Polizei ermittelt gegen 27 Tatverdächtige. Die mutmaßlichen Rechtsextremen sollen eine Kundgebung in Weimar gestürmt haben. Nach der vorläufigen Festnahme wurden sie alle wieder freigelassen.

Weimar: Rechtsextreme bedrängen 1. Mai-Demonstranten
DPA

Weimar: Rechtsextreme bedrängen 1. Mai-Demonstranten


Nach dem Angriff von Rechtsextremen auf eine Maikundgebung der Gewerkschaften in Weimar wird nach Angaben des Thüringer Innenministeriums gegen 27 Tatverdächtige aus vier Bundesländern ermittelt.

Es handle sich um 22 Männer und fünf Frauen aus Sachsen, Brandenburg, Hessen und Thüringen, teilte das Ministerium am Samstag mit. Die 18 bis 35 Jahre alten Verdächtigen sind nach der vorläufigen Festnahme wieder auf freiem Fuß.

Die Angreifer hatten die DGB-Maikundgebung auf dem Marktplatz gestürmt, als der SPD-Bundestagsabgeordnete Carsten Schneider gerade eine Rede halten wollte. Sie entrissen ihm das Mikrofon und skandierten rechte Parolen, bis die Veranstalter den Strom abstellten.

Auch Weimars Oberbürgermeister Stefan Wolf (SPD) wurde von den Rechtsextremen körperlich attackiert.

Schneider äußerte die Vermutung, dass es sich um eine gezielte Aktion gehandelt habe. "Das war von vorn bis hinten durchorganisiert, das war kein Zufall", hatte er am Freitag gesagt. Während des Überfalls hielten sich laut Stadtverwaltung 200 Menschen auf dem Markt auf, darunter Familien mit Kindern.

Laut Innenministerium stellte die Polizei Fahnen und Flyer sicher, die Bezüge zur NPD-Jugendorganisation aufweisen. Ermittelt wird unter anderem wegen Landfriedensbruchs und Körperverletzung.

Die Polizei stellte einige der Angreifer in einer nahe gelegenen Tiefgarage. Sie seien in Fahrzeugen mit Kennzeichen aus Görlitz, Magdeburg, Dresden und Bautzen nach Weimar gefahren. Von den vorläufig Festgenommenen stammen 16 aus Sachsen, 8 aus Brandenburg, 2 aus Hessen und einer aus Thüringen.

ric/dpa



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