Weinfest in Guntersblum Haftbefehl nach Angriff auf Afrikaner

Nach dem ausländerfeindlichen Angriff auf zwei Afrikaner in Guntersblum muss der mutmaßliche Haupttäter im Gefängnis bleiben. Das entschied heute der Haftrichter. Der zweite mutmaßliche Täter wurde gegen Auflagen auf freien Fuß gesetzt.


Guntersblum/Mainz - Beide Männer waren heute Mittag in Mainz dem Haftrichter vorgeführt worden. Dieser sah laut dem Leitenden Oberstaatsanwalt Klaus Puderbach keinen Grund, den 26-Jährigen weiter in Haft zu behalten. Im Unterschied zu seinem 29-jährigen Mittäter könne er einen festen Wohnsitz vorweisen. Das Gericht sei weder von einer Flucht- noch einer Wiederholungsgefahr bei dem jüngeren Mann ausgegangen, sagte Puderbach.

Die beiden Männer sind laut Mainzer Staatsanwaltschaft dem rechten Spektrum zuzuordnen und stammen aus der Region Rheinhessen. Sie konnten am Freitag festgenommen werden, nachdem sie am vergangenen Wochenende bei einem Weinfest einen 26 Jahre alten Sudanesen und einen 39-jährigen Ägypter angegriffen und dabei schwer verletzt haben sollen. Ein weiterer 22 Jahre alter Mann war ebenfalls am Freitag zunächst festgenommen, aber am selben Tag wieder freigelassen worden.

Der Übergriff kam aus einer insgesamt sechsköpfigen Gruppe, zu der nach Angaben Puderbachs auch eine Frau zählte. Bei dem Angriff seien eindeutig ausländerfeindlichen Parolen, darunter "Wir machen die Neger platt!", gerufen worden. Wie der Oberstaatsanwalt weiter mitteilte, konnte die Polizei die Personalien der Täter aufgrund der Personenbeschreibungen durch Opfer und Passanten schnell ermitteln. Doch seien die Gesuchten zunächst untergetaucht. Gegen sie wurden im Laufe der Woche Haftbefehle erlassen. Um die Ermittlungen nicht zu gefährden, hatten die Behörden den Vorfall erst am Freitag nach der Festnahme der beiden Männer bekanntgegeben.

Auch der Guntersblumer Ortsbürgermeister Rolf Klarner (Freie Wähler) erfuhr laut "Allgemeine Zeitung" erst am Freitag von dem Vorfall. "Ich kann so etwas nur scharf verurteilen. Aber man kann leider auf solche Angriffe nicht vorbereitet sein", sagte er der Zeitung. Die Täter seien ihm nicht bekannt.

ler/ddp



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