Neumünster - Marina Weisband hat einen Nachfolger: Die Mitglieder der Piratenpartei haben Johannes Ponader zum neuen politischen Geschäftsführer gewählt. 74,4 Prozent der rund 1400 Parteitagsteilnehmer gaben ihre Stimme für ihn ab. Der 35-Jährige bezeichnet sich selbst als "Gesellschaftskünstler". Er lebt in Berlin und arbeitet als freischaffender Schauspieler, Regisseur und Autor.
In einer ersten Reaktion sagte Ponader, er wolle künftig dafür sorgen, dass in der Öffentlichkeit nicht immer die gleichen Personen die Partei repräsentierten. Zudem schwebe ihm vor, mit Blitzumfragen die Beteiligung der Parteibasis weiter auszubauen. Seine Wunschvorstellung sei es, auch während Talkshows per Blitzumfragen die Meinung der Partei gewisserweise in Realtime wiedergeben zu können, sagte der Theaterpädagoge laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters auf dem Parteitag in Neumünster.
In der Vergangenheit hatten Kritiker der Partei wiederholt Meinungslosigkeit vorgeworfen. So konnte die Parteispitze beispielsweise in einer Debattenrunde zur Rettung der Drogeriekette Schlecker kein Statement abgeben, da ein Parteibeschluss dazu fehlte. Der Ausbau der Meinungsbildung sei "sauwichtig", sagte Ponader. Die Parlamentarier der Piraten warteten darauf, die Empfehlungen zu bekommen.
Seine Vorgängerin Weisband war in ihrer einjährigen Amtszeit häufig in Talkshows aufgetreten, hatte aber wegen Überlastung nicht noch einmal kandidiert. Die 24-Jährige will sich künftig an der Parteibasis vor allem im Bereich Bildungspolitik betätigen und ihre Diplomarbeit im Fach Psychologie abschließen.
Das Amt des politischen Geschäftsführers gilt als einflussreicher Posten. Am Samstag hatte der Parteitag bereits den 41-jährigen Bernd Schlömer aus Hamburg zum neuen Vorsitzenden gewählt. .
irb/afp/Reuters
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