Friedliche Demos Ostermärschen gehen die Teilnehmer aus

Bundesweit haben Menschen für eine friedliche Welt demonstriert - und dabei auch Günther Grass in Schutz genommen. Die Beteiligung an den traditionellen Ostermärschen war jedoch in den meisten Städten eher mäßig.

Ostermarsch in Stuttgart: Rückzug der Bundeswehr aus Afghanistan gefordert
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Ostermarsch in Stuttgart: Rückzug der Bundeswehr aus Afghanistan gefordert


Hamburg - Gegen Krieg, gegen Waffenexporte, gegen Auslandseinsätze der Bundeswehr: Bundesweit haben am Samstag einige tausend Menschen an Ostermärschen teilgenommen und damit für eine friedliche Welt demonstriert. Sorgen machte den Teilnehmern vor allem die Lage im Nahen Osten und die Mission der Bundeswehr in Afghanistan.

Die Demonstranten machten auch die Debatte um das Grass-Gedicht und den Konflikt zwischen Israel und Iran zum Thema ihrer Proteste. In Bremerhaven hätten mehrere Demonstranten Transparente getragen, die Grass in seinen Äußerungen unterstützten, sagte der Sprecher der Infostelle Ostermarsch, Willi van Ooyen.

Insgesamt waren rund 75 Kundgebungen geplant. Die Beteiligung fiel oft jedoch eher gering aus.

Zur größten Veranstaltung kamen am Ostersamstag rund 1000 Menschen in Stuttgart zusammen. In Berlin kreisten etwa 750 Demonstranten die US-Botschaft mit einem 700 Meter langen Transparent ein. Damit verbanden sie die Forderung nach einer Abschaffung der Todesstrafe und für die Freilassung politischer Gefangener weltweit.

In Magdeburg nahmen etwa 60 Menschen unter dem Motto "Städte sind keine Angriffsziele!" an einem Protestmarsch gegen die Nutzung der Colbitz-Letzlinger Heide als Truppenübungsplatz teil. Beim zentralen Thüringer Ostermarsch demonstrierten rund 80 Menschen. Gut hundert Friedensaktivisten marschierten in Leipzig. Gegen die sogenannte CCS-Technologie zur unterirdischen Speicherung von Kohlendioxid (CO2) protestierten etwa 200 Menschen im brandenburgischen Neutrebbin im Oderbruch.

In Bremen zogen nach Polizeiangaben rund 200 Menschen zum Marktplatz im Stadtzentrum, in Kiel demonstrierten 150. Zur Traditionsveranstaltung in Hannover kamen nur 30 Menschen.

"Teilnahme vergleichbar mit den Vorjahren"

Auch an Rhein und Ruhr waren weniger Teilnehmer unterwegs als in früheren Jahren. Zum Auftakt des NRW-Ostermarschs in Duisburg versammelten sich 150 bis 300 Menschen, zum Tagesabschluss in Düsseldorf kamen laut Polizeischätzung etwa 350. Insgesamt erwarten die Veranstalter zum dreitägigen Ostermarsch etwa 4000 Teilnehmer, die gegen Krieg, rechten Terror und Atomwaffen protestieren.

"Die Teilnahme an den Ostermärschen ist bisher vergleichbar mit den Vorjahren", sagte Willi van Ooyen von der bundesweiten Informationsstelle Ostermarsch in Frankfurt am Main. Vergangenes Jahr hatten allerdings Anti-Atomkraft-Demonstrationen mit mehr als 120.000 Teilnehmern die traditionellen Ostermärsche überlagert.

Ihren Ursprung hat die Ostermarsch-Bewegung in Großbritannien. In den fünfziger Jahren bildete sich dort eine Protestbewegung gegen Atomwaffen. 1960 gab es den ersten Ostermarsch in Deutschland.

wbr/dapd/dpa



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IsaDellaBaviera 08.04.2012
1. Nee. Dem FRIEDEN gehen die TEILNEHMER aus.
Zitat von sysopDPABundesweit haben Menschen für eine friedliche Welt demonstriert - und dabei auch Günther Grass in Schutz genommen. Die Beteiligung an den traditionellen Ostermärschen war jedoch in den meisten Städten eher mäßig. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,826294,00.html
Und das im Moment in unserer Geschichte, wo viele scheinbar zivilisierte, scheinbar demokratische Regierungen uns mit voller Absicht in die Steinzeit zurück bomben werden, wenn wir es ihnen nicht untersagen.
Feidl 09.04.2012
2.
Zitat von IsaDellaBavieraUnd das im Moment in unserer Geschichte, wo viele scheinbar zivilisierte, scheinbar demokratische Regierungen uns mit voller Absicht in die Steinzeit zurück bomben werden, wenn wir es ihnen nicht untersagen.
Lächerlich, wenn demokratische Regierung heutzutage gegeneinander Krieg führen wollten, dann höchstens ein wirtschaftlicher Krieg. Ist auch viel effektiver und kostengünstiger. Im Übrigen müssten man mit Ihrer Einstellung für eine starke Aufrüstung der Bundeswehr sein, da diese dann zur Landesverteidigung benötigt wird. Also allgemein gegen Krieg, ok, dafür sind viele, gegen Krieg in Syrien und im Iran, auch da gibts keine vernünftigen Argumente für Krieg. Aber bei den Auslandseinsätzen der Bundeswehr speziell in Afghanistan hörts schon auf. Zu komplex das THema anscheinend für viele, haben wohl vergessen wie wir da reingeraten sind. Ich bin auch nicht ein Freund des Einsatzes, aber leichtsinnig rauszugehen wäre der falsche Weg. Und bei dem Exportverbot von Rüstung hörts ganz auf. Da leben einige anscheinend in einer Traumwelt, in der demokratische Staaten keine Waffen zur Aufrechterhaltung der Ordnung (Polizei) brauchen und wo anderseits anscheinend jeder mit einer Waffe auf jeden Unschuldigen ballert, der gerade in der Nähe ist. Jeder Staat, auch jeder demokratische braucht Waffen/Rüstung, aber nicht jeder hat das notwendige Know-How zur Herstellung dieser, daher wird dann eben auf hochwertige deutsche Rüstung zurückgegriffen. Was ist daran so schlimm? Ich bin, ohne mit dieser Industrie irgendwie in Verbindung zu stehen, ein starker Befürworter des deutschen legalen Rüstungsexports. Daher würde ich nie bei solchen Ostermärschen mitmachen.
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