Weniger Ein-Euro-Jobs Neues Konzept für Langzeitarbeitslose

Die Bundesagentur für Arbeit setzt bei Langzeitarbeitslosen auf neue Strategien. Sie sollen künftig seltener in Ein-Euro-Jobs vermittelt werden - sondern mit mehr Anstrengung in den normalen Arbeitsmarkt. Für die, die dort keine Chancen haben, soll ein neues Konzept entwickelt werden.

Bundesagentur für Arbeit: Neue Konzepte für Langzeitarbeitslose
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Bundesagentur für Arbeit: Neue Konzepte für Langzeitarbeitslose


Hamburg - Der Aufschwung ist da - und macht sich längst auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Die Zahl der Arbeitslosen liegt seit Oktober 2010 unter der Marke von drei Millionen. Nun will sich die Bundesagentur für Arbeit verstärkt denen widmen, die schon lange aus dem ersten Arbeitsmarkt gefallen sind. Bei der Vermittlung von Langzeitarbeitslosen will die BA neue Wege ausprobieren.

Fest steht bereits: "Die Zahl der Ein-Euro-Jobs wird künftig heruntergefahren", sagte BA-Vorstand Heinrich Alt der "Welt". Arbeitslose sollen demnach intensiver betreut und vermittelt werden. "Im Aufschwung müssen wir alle unsere Kräfte auf eine Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt konzentrieren", sagte Alt.

Für Langzeitarbeitslose, die keine Chance mehr auf eine reguläre Stelle haben, sollte es einen zweiten "sozialen" Arbeitsmarkt geben, schlägt Alt vor. Er bezifferte die Betroffenen auf etwa 200.000 bis 300.000 Menschen. Auch sie sollten künftig ein Angebot bekommen - ähnlich etwa den staatlich geförderten Integrationsbetrieben. "Viele Menschen wären glücklich über eine einfache Tätigkeit." Das Beispiel der Behindertenwerkstätten zeige, dass es durchaus möglich sei, dass Menschen mit schweren Handicaps in die Arbeitswelt integriert werden können.

Einer Studie aus dem Sommer zufolge haben es mehr als 80 Prozent der Bezieher von Arbeitslosengeld II schwer auf dem Arbeitsmarkt: Sie sind oft schlecht ausgebildet oder haben nur geringe Qualifikationen vorzuweisen, sind gesundheitlich angeschlagen, haben einen Migrationshintergrund oder sind alleinerziehend.

Zur besseren Umsetzung des Konzepts des "Förderns und Forderns" verwies der BA-Vorstand auch auf Trainingszentren nach niederländischem Vorbild. Dort müssen sich Arbeitslose jeden Morgen melden. Sie erhalten dort Unterstützung bei Bewerbungen, werden weitergebildet oder arbeiten dort in öffentlichen Arbeitsgelegenheiten. Mit diesem Konzept könne man auch die Schwarzarbeit unter Hartz-IV-Empfängern wirksam bekämpfen, sagte Alt.

ler/dpa



insgesamt 3183 Beiträge
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Seite 1
beliyana 31.03.2010
1. ....
Zitat von sysopIm Juni ist die Zahl der Erwerbslosen wieder gesunken. Ist die Krise am Arbeitsmarkt jetzt vorbei?
Nein,alles getürkt,schließlich ist im Mai NRW Wahl.
zynik 31.03.2010
2.
Zitat von sysopIm Juni ist die Zahl der Erwerbslosen wieder gesunken. Ist die Krise am Arbeitsmarkt jetzt vorbei?
Der 1. April ist erst morgen. Seit Beginn dieser seltsamen Krise wird zu jedem neuen Statistik-Pups gefragt, ob die Krise denn jetzt vorbei ist. Zumindest wenn es um die Arbeitslosenzahlen geht. Wenn es jedoch um die "Flexibilisierung" des Arbeitsmarktes, Lohndumpung und Abbau von Arbeitnehmerrechten geht, liegt es stets woran? Richtig. Der Krise natürlich. Davon abgesehen gibt es wohl keine Statistik, in der die Zahlen so hemmungslos geschönt und frisiert wurden. Und jeder weiß es. Umso trauriger, dass hinter jeder Zahl ein persönliches Schicksal steckt. Also liebe Leute, der Aufschwung ist da. Zumindest bis zu euer nächsten Gehaltsverhandlung und der Wahl in NRW. Bitte belügt uns weiter, wir wollen es ja nicht anders.
Wolfghar 31.03.2010
3. Aufschwung
Zitat von sysopIm Juni ist die Zahl der Erwerbslosen wieder gesunken. Ist die Krise am Arbeitsmarkt jetzt vorbei?
Ja 300.000 offene Stellen bei nur 6 Millionen Arbeitslosen, von Krise kann keine Rede mehr sein. Das ist der Aufschwung. Und diesen glückseeligen Aufschwung haben wir nur den etablierten Parteien mit ihrer weisen Politik zu verdanken. Also alle wiederwählen in NRW
mexi42 31.03.2010
4. Nein, ...
Zitat von sysopIm Juni ist die Zahl der Erwerbslosen wieder gesunken. Ist die Krise am Arbeitsmarkt jetzt vorbei?
sie ist nicht vorbei, weil es noch keine auskömmlichen Löhne und feste Arbeitsverhältnisse gibt. "Experten" zeichnen sich immer darin aus, dass sie die Wirklichkeit überrascht.
FastFertig, 31.03.2010
5. Experten
Die Experten sagen alles was eintreten kann voraus und derjenige der richtig liegt hat gewonnen. Wenn etwas Eintritt, das gar kein Experte vorhergesagt hat, dann sind die Experten überrascht. Welchen Sinn hat das? Und warum heißen die Experten? Man könnte sie doch "Zigeuner mit Glaskugel" nennen. Das Ergebnis wäre das gleiche, aber man wüßte schon vorher, was man von den Weissagungen zu halten hat.
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