Steuerprozess Ex-Agent Werner Mauss verteidigt sich

15 Millionen Euro in den Händen eines Geheimdienstagenten. In Bochum muss sich Werner Mauss deshalb vor Gericht wegen Steuerhinterziehung verantworten - und hat dort überraschend sein Schweigen gebrochen.

Ex-Agent Werner Mauss
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Ex-Agent Werner Mauss


Der ehemalige Geheimagent Werner Mauss hat vor dem Bochumer Landgericht überraschend ausgesagt. Der 76-Jährige beteuerte, keine Steuern hinterzogen zu haben. "Ich bin unschuldig", sagte er den Richtern. Ihm werde Unrecht getan, weil man ihn angeklagt habe.

Mauss wird vorgeworfen, Auslandskonten verheimlicht und dadurch Steuern hinterzogen zu haben. Im Prozess geht es um rund 15 Millionen Euro. Mauss war auch mit fragwürdigen Spendenzahlungen an die rheinland-pfälzische CDU aufgefallen.

Im aktuellen Verfahren sagte Mauss, er habe zwar über einen millionenschweren Geheimfonds verfügt. Dabei habe es sich jedoch um treuhänderisch verwaltetes Geld aus dem Ausland gehandelt, das in Deutschland nicht versteuert werden müsse.

Nach eigenen Angaben hat er versucht, die Existenz des Fonds bei den deutschen Finanzbehörden bekannt zu machen. Eine "hohe Persönlichkeit aus dem Sicherheitsapparat" habe ihm das jedoch verboten. Genaue Einzelheiten könne er aus Geheimhaltungsgründen nicht sagen. Er wisse auch nicht, wer die Geldgeber seien, die den Fonds gespeist hätten.

Spekulationen, dass der Vatikan zu den Einzahlern gehört haben könnte, wies er zurück. "Davon war nie die Rede", sagte er den Richtern. Er fügte hinzu, dem Gericht in den nächsten Wochen einen hochrangigen Zeugen präsentieren zu wollen, der auf alle Fragen Antworten geben könne.

apr/dpa



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