Tarnnamen von Ex-Agent Werner Mauss = Richard Nelson = Claus Möllner

Seit mehr als 30 Jahren arbeitet Werner Mauss nicht mehr als Geheimagent für das Bundeskriminalamt. Seine Ausweise mit anderen Namen behielt er aber - mit Wissen der Behörden.

Ex-Agent Werner Mauss 2016
DPA

Ex-Agent Werner Mauss 2016


Der frühere legendäre Geheimagent Werner Mauss braucht laut Bundeskriminalamt (BKA) keine BKA-Tarnidentitäten mehr. Maus nutzt die Tarnnamen Richard Nelson und Claus Möller. Die Zusammenarbeit habe 1987 geendet, deswegen gebe es keinen Grund für die Weiterführung der Identitäten oder für ein Zeugenschutzprogramm, teilte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Trierer Grünen-Bundestagsabgeordneten Corinna Rüffer mit.

Auch die anderen deutschen Sicherheitsbehörden sähen derzeit keinen Grund, warum Mauss noch Tarnnamen brauche, heißt es in der Antwort. Die Dokumente wurden zuletzt von örtlichen Passbehörden in Rheinland-Pfalz ausgestellt. Der 77 Jahre alte Mauss wohnt im Hunsrück.

Grünen-Politikerin Rüffer kritisiert, dass das Bundeskriminalamt den Gebrauch von Tarnidentitäten offensichtlich nur lax prüfe. "Das wirft ein fatales Bild auf den Umgang des BKA mit Tarnidentitäten." 2016 hatten die Behörden noch versucht, herauszufinden, über welche Decknamen Mauss verfügt.

Ex-Agent Mauss gilt als Schlüsselfigur in einer Affäre um verdeckte Spenden in Höhe von 135.000 Euro an die CDU in Rheinland-Pfalz. Auf politischer Seite steht dabei der CDU-Bundestagsabgeordnete und Ex-Landesschatzmeister Peter Bleser im Fokus der Ermittler.

Das Innenministerium in Mainz hatte im Dezember aber Zweifel an der rechtmäßigen Verwendung dieser Identitäten geäußert. Das BKA schrieb nun an Rüffer, die Namen seien mittlerweile öffentlich bekannt und deswegen nutzlos. Das BKA habe die Eheleute Mauss im März 2017 aufgefordert, die Decknamen abzulegen. Doch dagegen wehre sich Mauss gerichtlich.

Gegen Bleser ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Untreue und des Verstoßes gegen das Parteiengesetz. Mauss-Anwalt Gero Himmelsbach streitet illegale Spenden seines Mandanten ab.

Aus rechtlichen Gründen wurde dieser Artikel nachträglich bearbeitet.

apr/dpa



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