Ex-Außenminister-Treffen: Westerwelle plant Pro-Euro-Aktion mit Fischer, Genscher und Co.
In der Euro-Krise bereitet das Auswärtige Amt eine ungewöhnliche Initiative vor. Guido Westerwelle will gemeinsam mit allen noch lebenden früheren deutschen Außenministern ein klares Bekenntnis zur EU abgeben. Lediglich Walter Scheel wird aus gesundheitlichen Gründen nicht dabei sein.
Berlin - Mehr Prominenz kann das Auswärtige Amt kaum aufbieten: Minister Guido Westerwelle (FDP) plant einen gemeinsamen Auftritt mit seinen Vorgängern Hans-Dietrich Genscher (FDP), Klaus Kinkel (FDP), Joschka Fischer (Grüne) und Frank-Walter Steinmeier (SPD). Mit der Aktion soll laut "Welt" vor einer Abkehr von der EU gewarnt werden. Der Slogan für den im Auswärtigen Amt geplanten Fototermin lautet "Wir für Europa".
Der für diese Woche geplante Auftritt musste jedoch verschoben werden. Nach dem Tod seines Vaters sagte Steinmeier alle Termine für die kommenden Tage ab. Die Veranstaltung soll aber auf jeden Fall nachgeholt werden. Der sechste noch lebende deutsche Außenminister, Walter Scheel (FDP), ist aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage, bei der parteiübergreifenden Aktion mitzumachen.
Mit dem ungewöhnlichen Auftritt soll vor wachsendem Euro-Skeptizismus gewarnt und für die EU als eine über Binnenmarkt und Gemeinschaftswährung hinausgehende Kulturgemeinschaft geworben werden.
Die Euro-Krise beschäftigt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auch während ihres Kanada-Besuchs. Vor einem Treffen mit Premierminister Stephen Harper betonte die CDU-Politikerin, sie werde dem kanadischen Regierungschef "natürlich auch berichten über unseren politischen Willen, die Euro-Krise zu überwinden und unsere Entschlossenheit, in Europa zusammenzustehen für eine gemeinsame Währung".
Harper drängt Deutschland seit langem, eine führende Rolle bei der Lösung der Schuldenkrise einzunehmen. Den Euro-Staaten wirft er vor, selbst nicht genug gegen die Krise zu tun. Kanada hat sich von der Weltfinanzkrise gut erholt und nimmt nach den Wirtschaftsdaten einen Spitzenplatz unter den führenden Industrienationen ein.
Merkel erklärte zum Auftakt ihres zweitägigen Besuchs, "dass der Weg Kanadas - große Haushaltsdisziplin, mit sehr großer Konzentration auf Wachstum und Überwindung der Krise, und nicht auf Pump zu leben - ein Beispiel dafür sein kann, wie die Probleme angegangen werden". Dies halte sie "auch für die richtige Lösung in Europa".
hen/dpa
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