US-Pastor Jones: Innenministerium verhängt Einreiseverbot gegen Hassprediger

Das Bundesinnenministerium hat ein Einreiseverbot gegen den US-Pastor Terry Jones verhängt. Der Hassprediger sollte offenbar von deutschen antimuslimischen Kreisen eingeladen werden - er unterstützt das umstrittene Mohammed-Video.

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US-Prediger Terry Jones: "In Deutschland nichts zu suchen"

Berlin - Der US-Prediger Terry Jones, der zu den Unterstützern des antimuslimischen Videos "Die Unschuld der Muslime" zählt, soll nicht in Deutschland auftreten dürfen. Wie SPIEGEL ONLINE am Sonntag in Berlin erfuhr, hatte Außenminister Guido Westerwelle (FDP) das Bundesinnenministerium gebeten, gegen den Pastor einen Einreisestopp zu erwirken. Wenig später erklärte ein Sprecher des Innenministeriums, eine Einreise des Predigers nach Deutschland würde dem "Interesse an der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung widersprechen". Das Einreiseverbot sei auf Grundlage des Schengen-Abkommens und des deutschen Aufenthaltsrechts ergangen.

Begründet wurde die Maßnahme mit Hinweisen, wonach der amerikanische Prediger in den kommenden Tagen von rechten, antimuslimischen Kreisen in der Bundesrepublik wie zum Beispiel "Pro Deutschland" und "Pro NRW" eingeladen werden sollte. In Berlin hieß es aus dem Umfeld des Außenministers weiter, für Westerwelle sei klar, dass "Hassprediger in Deutschland nichts zu suchen haben". Jones war weltweit bekannt geworden, als er im März 2011 eine Koran-Ausgabe mit Kerosin tränkte und verbrannte. In der muslimischen Welt reagierten Fanatiker auf die gezielte Provokation mit Gewaltausbrüchen, mindestens 20 Menschen kamen damals ums Leben.

Das in den USA von einem Betrüger aus Kalifornien und drei religiösen Hetzern produzierte Video, das auf YouTube gestellt worden war, war in mehreren muslimischen Staaten Anlass für heftige Ausschreitungen mit Toten und Verletzten. So kamen im libyschen Bengasi bei einem Angriff der US-Botschafter und drei weitere US-Bürger um, im Sudan wurde unter anderem die deutsche Botschaft gestürmt und in Brand gesetzt. In der ägyptischen Hauptstadt Kairo halten die Unruhen weiter an. Ob all die Zwischenfälle tatsächlich ursächlich auf das Video zurückzuführen sind, ist zumindest unklar.

Der Pro-Deutschland-Vorsitzende Manfred Rouhs kündigte unterdessen an, den Film in voller Länge in Berlin zeigen zu wollen. "Uns geht es um die Kunst- und Meinungsfreiheit", sagte er dem SPIEGEL.

sev/cis/AFP

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