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Winterspiele in Sotschi: Merkel ärgert sich über Gaucks Olympia-Boykott

Merkel und Gauck: Olympia-Boykott war nicht mit der Kanzlerin abgestimmt Zur Großansicht
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Merkel und Gauck: Olympia-Boykott war nicht mit der Kanzlerin abgestimmt

Gaucks Entscheidung, nicht zu Olympia nach Sotschi zu reisen, war offenbar ein Alleingang: Nach SPIEGEL-Informationen ist Bundeskanzlerin Merkel sauer auf den Bundespräsidenten, weil sie von dem Boykott aus den Medien erfuhr. Das Präsidialamt bestreitet das.

Hamburg - Bundeskanzlerin Angela Merkel ist nach SPIEGEL-Informationen verärgert über die Entscheidung von Bundespräsident Joachim Gauck, die Olympischen Winterspiele in Sotschi zu boykottieren. Grund dafür ist, dass die Leitungsebene des Kanzleramts Gaucks Entscheidung aus den Medien erfahren habe, wie es in der Umgebung Merkels heißt.

Aus dem Präsidialamt verlautete dagegen, man habe das Kanzleramt informiert, bevor die Absage öffentlich wurde. Die Regierungschefin hält es zudem für falsch, dass der Bundespräsident zuließ, dass seine Absage als politisches Signal eines Boykotts gewertet wird. Dies desavouiere die russische Regierung.

Der SPIEGEL hatte in der vergangenen Woche berichtet, dass Gauck nicht nach Sotschi fahren wolle. Eine offizielle Begründung gab es nicht. Das Präsidialamt hatte aber Meldungen, die Absage habe mit der Menschenrechtssituation in Russland zu tun, nicht dementiert.

Gauck war mit seiner Entscheidung auf gemischte Reaktionen gestoßen.

ade

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insgesamt 149 Beiträge
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1. Wen wundert's??
Fonso 14.12.2013
Selbstverständlich ärgert sich eine nichtssagende ex-FDJlerin, wenn jemand einen Ansatz von Rückgrat zeigt. Wenn man gelernt hat, dass es besser ist, in solchen Situationen den Mund zu halten, zu buckeln, sich anzupassen, nicht zu protestieren und damit erfolgreich war, wird man das für den richtigen Weg halten. Mich widert es an.
2. Deutschland wird's verkraften
rehabilitant 14.12.2013
Obwohl ich nicht weiß, in welcher Disziplin Gauck überhaupt antreten wollte, denke ich, dass er in seinem Alter eh nur Außenseiterchancen gehabt hätte. Also, Liebe Kanzlerette, alles nicht so schlimm. Dann müssen es halt die Jüngeren richten.
3. konsequent
Butenkieler 14.12.2013
Ich teile Herrn Gaucks Meinung und fände es richtig, wenn er diese Meinung auch gegenüber der Bundeskanzlerin vertreten würde.
4.
der_durden 14.12.2013
Zitat von sysopDPAGaucks Entscheidung, nicht zu Olympia nach Sotschi zu reisen, war offenbar ein Alleingang: Nach SPIEGEL-Informationen ist Bundeskanzlerin Merkel sauer auf den Bundespräsidenten, weil sie von dem Boykott aus den Medien erfuhr. Das Präsidialamt bestreitet das. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/winterspiele-in-sotschi-merkel-veraergert-ueber-gaucks-olympia-boykott-a-939106.html
Eine Frechheit aber auch, dass Gauck meint, er sei als Bundespräsident auch noch unabhängig. Scheint für "Mutti" eine neue Erfahrung zu sein, mal nicht gefragt zu werden. Halt, da gibt es ja noch einen... Der gute Herr Bosbach, der sich erdreistete, seinen Abgeordnetenauftrag, welcher nur die Verpflichtung nach Gesetz und Gewissen vorsieht, etwas zu ernst zu nehmen. Der aber wurde vom Kollegen Pofalla auch sogleich in lauter Fäkalverbalik angefaucht... So geht es nunmal nicht in einem CDU- äh... Merkel-geführten Deutschland...
5. viele wollten es so...
lupo44 14.12.2013
das so ein christlicher Mensch Bundespräsident wird von Deutschland.Alle werden immer mehr enttäuscht. Faru Merkels verärgerung ist zu verstehen. Der kalte Krieg wie Moskau 1980 ist beendet. Das ist für Deutschland nicht gut was Herr Gauck da veranstaltet. Es häufen sich derartige Fehlentscheidungen von Herrn Gauck.Hoffentlich hört das schnellstens auf.
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DER SPIEGEL 51/2013

Der Halbstarke

Wie Putin die Demokratie und den Westen attackiert

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Der deutsche Bundespräsident
Das Amt
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Der Bundespräsident ist das Staatsoberhaupt der Bundesrepublik Deutschland. Das Grundgesetz weist dem obersten Repräsentanten zwar viele Aufgaben zu, aber deutlich weniger politische Befugnisse als etwa in Präsidialdemokratien wie Frankreich oder den USA. Er soll sein Amt unparteiisch führen, ist jedoch nicht auf repräsentative Aufgaben beschränkt.
Die Aufgaben
AFP
Das Staatsoberhaupt vertritt den Bund völkerrechtlich und schließt im Namen des Bundes Verträge mit anderen Staaten. Zu den normalen Geschäften zählen Staatsbesuche und Empfänge von Diplomaten. Er kann durch Reden und Reisen politische Akzente setzen.

Zu den Aufgaben und Rechten gehört die Mitwirkung bei der Regierungsbildung. Der Präsident schlägt dem Bundestag einen Bundeskanzler zur Wahl vor und ernennt ihn. Falls der Kandidat keine Mehrheit findet, kann der Präsident das Parlament auflösen. Er ernennt und entlässt auch die Minister, allerdings auf Vorschlag des Kanzlers. Gesetze können erst wirksam werden, wenn der Präsident sie unterschrieben hat. Seine Unterschrift kann er nur aus verfassungsrechtlichen Gründen verweigern.
Das Wahlverfahren
Reuters
Anders als in Frankreich, Österreich oder Polen wird das deutsche Staatsoberhaupt nicht direkt vom Volk, sondern von einem Wahlgremium (Bundesversammlung) gewählt. Die Amtszeit beträgt fünf Jahre, eine Wiederwahl ist nur einmal möglich. Der Präsident kann nur durch das Bundesverfassungsgericht und nur bei vorsätzlichen Verstößen gegen das Grundgesetz oder andere Bundesgesetze seines Amtes enthoben werden.

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