"Wir schaffen das" KZ-Überlebende nennt Merkel-Satz heroisch

Zum internationalen Holocaust-Gedenktag hat die ehemalige Zwangsarbeiterin Ruth Klüger im Bundestag gesprochen. Sie lobte die deutsche Aufnahmebereitschaft in der Flüchtlingskrise.

KZ-Überlebende Klüger: Deutschland ist Vorbild
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KZ-Überlebende Klüger: Deutschland ist Vorbild


Kompliment an Angela Merkel im Bundestag: Zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus hat die KZ-Überlebende Ruth Klüger die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin gelobt.

Klüger sprach im Berliner Parlament über ihre Zeit als Zwangsarbeiterin in mehreren Konzentrationslagern, die sie als Minderjährige erlitten hatte. Zum Ende ihrer Rede nahm sie Bezug auf die aktuelle Flüchtlingsdebatte und direkt auch auf die Politik der Bundesregierung.

Deutschland sei im Vergleich zu den Gräueltaten während der Nazi-Herrschaft durch den Umgang mit Flüchtlingen ein "gegensätzliches Vorbild" geworden. Klüger nahm dabei Bezug auf den Satz "Wir schaffen das" von Bundeskanzlerin Angela Merkel, mit dem sie die Öffnung der Grenzen für Flüchtlinge im September 2015 begleitet hatte. Der Satz sei ein "schlichter und dabei heroischer Slogan", so Klüger.

Die in Österreich geborene Schriftstellerin Klüger war 1947 in die USA ausgewandert. Der Bundestag hatte sie als Rednerin zum 71. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz eingeladen. Auch wegen der Willkommenskultur für Flüchtlinge habe sie die Einladung gerne angenommen, über ihre Erfahrungen als minderjährige Zwangsarbeiterin zu sprechen, sagte die 84-Jährige.

cht

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