Wirtschaftskrise Kardinal Meisner geht mit Bankern ins Gericht

"Heiliger Zorn" - Kölns Kardinal Meisner hat sich über Bankmanager empört. Er warnte vor Verhältnissen wie am Ende der Weimarer Republik, "da haben wir dann so einen Kerl wie Hitler bekommen".


Köln - In einem Interview mit dem Internet-Fernsehen ksta.tv des "Kölner Stadt-Anzeigers" warnte der Kölner Kardinal Joachim Meisner vor Weimarer Verhältnissen angesichts der derzeitigen Wirtschaftskrise.

Meisner: "Heiliger Zorn"
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Meisner: "Heiliger Zorn"

"Da haben wir dann so einen Kerl wie Hitler bekommen", sagte der 74 Jahre alte Erzbischof. "Da müssen wir wirklich wachsam sein." Es erfülle ihn mit "heiligem Zorn", wie die Banker mit dem Geld anderer Leute umgegangen seien, zitierte ihn der "Stadt-Anzeiger". "Ich dachte immer, sie wären Treuhänder des Kapitals anderer Leute, dass es bei ihnen in guten Händen ist."

Im Oktober hatte der Präsident des Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, Managerkritik mit der Judenverfolgung verglichen.

Er hatte die Wirtschaftsführer in Schutz genommen und dem Berliner "Tagesspiegel" gesagt: "In jeder Krise wird nach Schuldigen gesucht, nach Sündenböcken." In der Weltwirtschaftskrise von 1929 "hat es in Deutschland die Juden getroffen, heute sind es die Manager". Sinn entschuldigte sich später für den Vergleich.

asc/dpa



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