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Wirtschaftsschelte: Müntefering geißelt Manager als moderne Raubritter

Der Erfinder der Heuschrecke legt nach: SPD-Chef Franz Müntefering moniert, viele Unternehmen verhielten sich wie "Raubritter". Gewinnorientierte Bonuszahlungen für Top-Manager möchte der Sozialdemokrat gerne verbieten lassen.

Gießen - Der SPD-Vorsitzende fordert als Konsequenz aus der Wirtschafts- und Finanzkrise ein Gesetz gegen überzogene Managergehälter. "Es muss verboten sein, dass das Gehalt der Manager sich nach dem aktuellen Gewinn richtet", sagte Müntefering am Sonntag auf einer SPD-Wahlkampfveranstaltung in Gießen.

SPD-Chef Müntefering (r.) mit Hessens Spitzenkandidat Schäfer-Gümbel: "Wirtschaft ist für den Menschen da und nicht umgekehrt"
DPA

SPD-Chef Müntefering (r.) mit Hessens Spitzenkandidat Schäfer-Gümbel: "Wirtschaft ist für den Menschen da und nicht umgekehrt"

Müntefering verwies darauf, dass Spitzenmanager im Bankensektor 1,2 Millionen Euro Gehalt pro Jahr erhielten, dieses Gehalt aber durch Bonuszahlungen auf bis zu 14 Millionen Euro steigen könne. Hier müsse der Staat eingreifen, denn derartige Bonuszahlungen würden nur aufgrund von kurzfristigen Gewinnen möglich.

Deutschland brauche eine neue Debatte über unternehmerische Verantwortung, mahnte der SPD-Vorsitzende. Manche Unternehmen würden wie "moderne Raubritter durch die Länder ziehen, um das Geld abzukassieren". Hier müsse sich etwas verändern: "Wirtschaft ist für den Menschen da und nicht umgekehrt."

Es ist nicht das erste Mal, dass Müntefering sich eine abwertende Metapher für die Wirtschaft ausdenkt. Im Frühjahr 2005 verglich er Finanzinvestoren mit Heuschreckenschwärmen, die über Unternehmen herfielen. Im allgemeinen deutschen Sprachgebrauch hat sich für Private-Equity-Firmen seitdem der Begriff Heuschrecke eingebürgert.

hil/AP

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