Anti-Islam-Bewegung Schäuble bezeichnet Pegida als Phänomen der alternden Gesellschaft

Wolfgang Schäuble erklärt sich Pegida mit der demografischen Entwicklung Deutschlands: Die Anti-Islam-Bewegung habe auch entstehen können, weil es immer mehr Ältere ohne finanzielle Sorgen gebe, sagte der Finanzminister dem SPIEGEL.

Legida-Demonstrant in Leipzig: Zu viel Zeit und Geld?
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Legida-Demonstrant in Leipzig: Zu viel Zeit und Geld?


Hamburg - Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sieht eine Ursache für die Pegida-Bewegung in der Alterung der deutschen Gesellschaft. "Eine wachsende Zahl der Älteren ist heute mehr oder weniger frei von materiellen Sorgen, und darum machen sich manche eben andere Sorgen," sagte Schäuble im Gespräch mit dem SPIEGEL. (Lesen Sie hier das ganze Gespräch im neuen SPIEGEL.)

Immer, wenn es den Menschen gut gehe, wollten sie festhalten an dem, was ihnen gefalle. "Und sie sind leichter ansprechbar für Populisten, die ihnen versprechen, alles könnte von nun an so bleiben, wie es ist."

Neu erscheine ihm, dass "solche Gruppen viel härter für ihre Interessen kämpfen und sich manchmal dabei auch nicht um demokratische Mehrheitsentscheidungen oder Gerichtsurteile scheren", so Schäuble.

In zahlreichen deutschen Städten protestieren derzeit regelmäßig Anhänger der Bewegung Pegida und ihrer lokalen Ableger gegen eine von ihnen empfundene "Islamisierung des Abendlandes". Die Gruppierung Pegida hat in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden ihren Ursprung und kann vor allem dort immer wieder Tausende Demonstranten mobilisieren.

Das komplette Gespräch finden Sie im neuen SPIEGEL. Den digitalen SPIEGEL gibt es für das iPhone, iPad, Android und Windows 8 sowie als Web-App.

Mehr zum neuen Erscheinungstag des SPIEGEL lesen Sie hier.

nik, rei



Forum - Diskussion über diesen Artikel
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sucramotto 17.01.2015
1. Recht hat er
Schäuble hat vollkommen Recht. Den Menschen geht es einfach zu gut. Gleiches trifft übrigens auch auf die Gegner von TTIP zu.
Untertainer 17.01.2015
2. Da hat er recht
Ist mir auch schon aufgefallen. Gerade in den Wohlstandsländern sind die Menschen gegenüber der Politik kritischer als in ärmeren Ländern. Schäuble ist also gut beraten, endlich unseren Lebensstandard zu senken. Dann hört auch das Genörgel ganz von alleine auf.
dr.schmockbach 17.01.2015
3. hier spricht die schwarze Null
Zuerst sagte Herr Schäuble : " Die Nöte und Ängste der Menschen bei PEGIDA soll man ernst nehmen " ! ?? Jetzt, nach der neueren Umfrage, hat er eine andere Einschätzung; an Zynismus wohl kaum zu übertreffen. Wie alt ist eigentlich Herr Schäuble ?
newlook 17.01.2015
4. Woher nimmt Herr Schäuble diese Einstellung?
Wenn man sieht wo die großen Demos stattfinden, glaube ich nicht, dass die wohlhabenden Rentner aus den neuen Bundesländer kommen. Viele der älteren Bevölkerung hat Verständnis für Einwanderer. Wenn man die Bilder der Demos genauer ansieht, erkenne ich dort nicht die Älteren. Versucht Herr Schäuble eine Entschuldigung für die verfehlte Politik seiner Partei!
smersh 17.01.2015
5.
---Zitat von Artikel--- Immer, wenn es den Menschen gut gehe, wollten sie festhalten an dem, was ihnen gefalle. "Und sie sind leichter ansprechbar für Populisten, die ihnen versprechen, alles könnte von nun an so bleiben, wie es ist." ---Zitatende--- Und immer, wenn es den Menschen schlecht geht, dann wollen sie, dass sich die Dinge bessern. Und dann sind sie leichter ansprechbar für Populisten, die ihnen versprechen, alles würde von nun an besser - siehe das Ende der Weimarer Republik. Ich weiß nicht, dass scheint mir zu einfach.
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