Lammert-Nachfolger Schäuble soll Bundestagspräsident werden

Der dienstälteste Abgeordnete soll Bundestagspräsident werden: Wolfgang Schäuble, bisher Finanzminister, wird als Nachfolger von Norbert Lammert kandidieren.

Wolfgang Schäuble
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Finanzminister Wolfgang Schäuble soll neuer Bundestagspräsident werden. Die Unions-Bundestagsfraktion habe den 75-Jährigen für das Amt nominiert, teilte Fraktionschef Volker Kauder mit. "Wir freuen uns, dass sich Wolfgang Schäuble bereit erklärt hat, für das Amt zu kandidieren", sagte er.

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Heft 55/2017
Nach der Wahl: Die AfD überrollt die Volksparteien

Die nächste Sitzung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion findet am 17. Oktober statt. Dann soll Schäuble offiziell als Unions-Kandidat formell bestimmt werden. Das Vorschlagsrecht liegt bei CDU und CSU als stärkster Fraktion im neuen Bundestag.

Schäuble würde damit in einer neuen Bundesregierung nicht weiter das Finanzressort führen. Wer ihm im Finanzministerium folgt, dürfte erst am Ende der schwierigen Koalitionsverhandlungen feststehen.

Schäuble ist seit 2009 Bundesfinanzminister. Der 75-Jährige ist der erfahrenste sowie populärste Minister im Kabinett unter Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Das Finanzministerium gilt als Schlüsselressort in einem Regierungsbündnis. Als künftiger Bundestagspräsident könnte Schäuble nicht an den Koalitionsverhandlungen teilnehmen.

Die FDP sicherte Schäuble umgehend ihre Unterstützung bei der Kandidatur zu. "Er wird dem Parlament nach außen ohne Zweifel Geltung verschaffen und nach innen seine Würde wahren", hieß es in einer Mitteilung der Bundestagsfraktion.

als/dpa/Reuters



insgesamt 100 Beiträge
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Seite 1
INGXXL 27.09.2017
1. Genau der richtige Posten für
Schäuble. Er wird sicherlich in der Lage sein, die AFD zur Ordnung zu rufen wenn die sich daneben benimmt.
iffelsine 27.09.2017
2. Das wäre ein Desaster für Deutschlands Finanzen !
Schäuble war der Einzige, der in den letzten Jahren Ahnung hatte in der Regierung und nichts falsch gemacht hat. Was für eine Erniedrigung, zukünftig die Bleistifte zählen zu müssen und dafür zu sorgen haben, das alle Abgeordneten ihren Kaffee bekommen ! Das hat er nicht verdient und wir auch nicht. Wir brauchen ihn !
ahloui 27.09.2017
3. Leider
haben #1 und #2 recht.
Netquette 27.09.2017
4.
..wenigstens bleibt er dem Kabinett als Finanzminister erspart..ansonsten erinnere ich mich an seinen Wutausbruch in der Pressekonferenz, hoffentlich hat er sich jetzt besser in Griff..
gumbofroehn 27.09.2017
5. Echt nicht dumm ...
... wie das die Union deichselt: Erst Dobrindt zum CSU-Landesgruppenchef machen, dann Schäuble zum Bundestagspräsidenten. So schafft man schon einmal geräuschlos Platz im Kabinett. Das wird die kommenden Koalitionsverhandlungen massiv erleichtern. Denn auch Grüne und FDP werden jeweils ein "großes" Ministerium beanspruchen und sich nicht mit Gedöns (Entwicklungshilfe, Umwelt usw.) abspeisen lassen.
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