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30. Dezember 2012, 18:40 Uhr

Bundestagsvize

Thierse lästert über Schwaben in Berlin

Es heißt Schrippen, nicht Wecken! Bundestagsvizepräsident Thierse beklagt sich in der "Berliner Morgenpost" über die vielen Schwaben in der Hauptstadt. Vor allem beim Gang zum Bäcker gehen ihm die Zuwanderer aus dem Südwesten auf die Nerven.

Berlin - Heiligs Blechle! Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse hat ganz offensichtlich genug von den zugezogenen Schwaben in seinem Berliner Heimat-Stadtteil Prenzlauer Berg. "Ich wünsche mir, dass die Schwaben begreifen, dass sie jetzt in Berlin sind und nicht mehr in ihrer Kleinstadt mit Kehrwoche", sagte der SPD-Politiker, der seit 40 Jahren in Prenzlauer Berg wohnt, der "Berliner Morgenpost".

Er müsse als solcher quasi "unter Artenschutz" gestellt werden. 90 Prozent seiner Nachbarn seien erst nach 1990 in die Hauptstadt gezogen - täten aber so, als gehöre Berlin nur ihnen allein.

Mit seiner Kritik war der 69-Jährige auch nach dieser Breitseite noch nicht am Ende. "Sie kommen hierher, weil alles so bunt und so abenteuerlich und so quirlig ist, aber wenn sie eine gewisse Zeit da waren, dann wollen sie es wieder so haben wie zu Hause - das passt nicht zusammen."

Thierse macht sich in dem Interview auch für den Berliner Dialekt stark. "Ich ärgere mich, wenn ich beim Bäcker erfahre, dass es keine Schrippen gibt, sondern Wecken." In Berlin sage man Schrippen - "daran könnten sich selbst Schwaben gewöhnen". Auch wenn es um süßeres Gebäck geht, ist Thierses Geduld erschöpft. Er wolle nirgends mehr "Pflaumendatschi" angeboten bekommen, so der SPD-Mann. "Was soll das? In Berlin heißt es Pflaumenkuchen."

jok/dpa

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