Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Wowereit-Vertrauter: Berlins Finanzsenator Nußbaum tritt zurück

Finanzsenator Nußbaum: Rückzug im Dezember Zur Großansicht
DPA

Finanzsenator Nußbaum: Rückzug im Dezember

Er gilt als beliebtester Politiker Berlins, nun tritt er als Finanzsenator zurück: Ulrich Nußbaum will sich im Dezember aus der Senat zurückziehen - gleichzeitig mit Regierungschef Klaus Wowereit.

Berlin - Der Berliner Finanzsenator Ulrich Nußbaum zieht sich aus der Landesregierung zurück. Der parteilose Politiker will im Dezember zeitgleich mit dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) seinen Abschied nehmen. Das kündigte Nußbaum am Freitagmittag auf einer Pressekonferenz in Berlin an.

Er habe den drei SPD-Bewerbern für die Nachfolge Wowereits schriftlich mitgeteilt, dass er nach dem 11. Dezember für das Amt des Finanzsenators nicht mehr zur Verfügung stehe, teilte Nußbaum mit. Für denselben Tag hatte auch Wowereit nach 13 Jahren als Regierungschef im August seinen Rücktritt angekündigt.

Mit dem Rückzug Wowereits und der Wahl eines Nachfolgers als Regierendem Bürgermeister habe sein Schritt nichts zu tun, erklärte Nussbaum - das sei eine persönliche Entscheidung unabhängig vom Mitgliedervotum in der SPD. "Man wird nicht jünger in diesem Amt", sagte Nußbaum. Er bleibe Berlin jedoch auch nach seinem Rücktritt erhalten.

Beliebtester Politiker Berlins

Der 57-jährige Nußbaum hatte sein Amt im April 2009 als Nachfolger des damaligen Finanzsenators Thilo Sarrazin angetreten, der damals zur Bundesbank wechselte. Zuvor war Nußbaum von 2003 bis 2007 Finanzsenator in Bremen. Der Jurist und Unternehmer gilt als SPD-nah, hat aber kein Parteibuch. Offenbar aus Überzeugung: Als er im Oktober 2007 für die rot-grüne Regierung in Bremen ins Wirtschaftsressort wechseln sollte, wurde Nußbaum zum Parteieintritt gedrängt. Er verzichtete daraufhin auf das Amt.

Nußbaum gilt als beliebtester Politiker in Berlin - trotzdem hat er Ende August ausgeschlossen, nach dem Rücktritt Wowereits um das Amt des Regierenden Bürgermeisters zu kandidieren.

Der parteilose Senator hatte in den vergangenen Jahren wiederholt Auseinandersetzungen mit verschiedenen Kollegen im Senat. Besonders Nußbaums Verhältnis zu Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) und Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) galt als schwierig. Müller werden gute Chancen eingeräumt, neuer Regierender Bürgermeister zu werden. Die Stimmen des SPD-Mitgliedervotums über die Wowereit-Nachfolge sollen am Samstag ausgezählt werden.

Fotostrecke

18  Bilder
Klaus Wowereit: Der Dauerregierer von Berlin

mxw/dpa

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 3 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1.
Schim Panse 17.10.2014
Ich bin Berliner und eigentlich auch politikinteressert aber dass Herr Nußbaum eine besondere Sympathie ausgestrahlt hat, ist mir gänzlich neu und dabei bin ich nicht mal parteiisch. Machen eh alle das selbe.
2. Schade
tana91 17.10.2014
Ich bin Berliner und halte Herrn Nußbaum für einen der wenigen Politiker, der sich eigentlich immer durch Sachlichkeit und eine große Fachkompetenz ausgezeichnet hat sowie auf dem Boden der Realität stand und steht - und das v.a. im Hinblick auf die durchaus komplizierte Finanzlage Berlins. Das man bei diesem Posten immer wieder mal aneckt, ist wohl nicht auszuschließen. Wenn er sich zur Bürgermeisterwahl gestellt hätte - meine Stimme hätte er gehabt.
3. wären Neuwahlen
rosaberg 17.10.2014
eigentlich nicht die beste Lösung? Ich weiß schon jetzt, dass ich auf keinen Fall das wählen werde, was ich bis jetzt gewählt habe. Der Einzige, der auch meine Sympathien hatte, war Nußbaum, schon weil er keiner Partei angehört.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: