Von Sebastian Fischer, Julia Jüttner, Anna Reimann, Stefan Schultz und Severin Weiland
Berlin - Christian Wulff oder Joachim Gauck? Auf diesen Zweikampf wird es an diesem Mittwoch hinauslaufen. Dann wählen 1244 Vertreter der Parteien in der Bundesversammlung den neuen Präsidenten, den zehnten in der Geschichte dieses Landes - und die Millionen anderen Bürger Deutschlands sehen zu, wie ohne ihr Zutun Horst Köhlers Nachfolger bestimmt wird, der sich immer als Bürger-Präsident verstand.
Selten waren die Erwartungen an den Neuen im Schloss Bellevue derart hoch. Egal, wer das Rennen macht: Köhlers Rücktritt ist ein kritischer Punkt für die deutsche Politik, denn der Mann aus Schloss Bellevue war gerade als Außenseiter, als Mann außerhalb des Berliner Systems, beliebt im Volk. In Umfragen war er immer weit vorn. Wird die neue Nummer eins es schaffen, die Leute ähnlich für sich einzunehmen?
Ob Theodor Heuss oder Heinrich Lübke, Gustav Heinemann oder Walter Scheel, Karl Carstens oder Richard von Weizsäcker, Roman Herzog oder Johannes Rau: Jeder der früheren Bundespräsidenten prägte das Amt und wurde geprägt vom jeweiligen Jahrzehnt. Was aber ist heute das wichtige Thema?
Die Krise der Finanzmärkte, die Vereinzelung des Menschen in der Gesellschaft, die Generationengerechtigkeit - welche Akzente wird der neue Präsident in diesem Rahmen setzen?
Aber vor allem: Was genau erwarten die Menschen von ihm? Was ist die Agenda 2010, die er sich geben sollte, was vielleicht sogar die Agenda 2020?
Von Edmund Stoiber bis Rolf Hochhuth, von Christian Ulmen bis Gabriele Pauli - SPIEGEL ONLINE hat Prominente aus dem ganzen Land gefragt:
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