Wünsche an den neuen Präsidenten: Nummer eins, übernehmen Sie

Von , , , Stefan Schultz und

Bundespräsident Köhler war beliebt bei den Bürgern - selten waren die Erwartungen an den Nachfolger so groß wie beim Duell Wulff-Gauck. Visionen aufzeigen, Debatten anführen: Auf SPIEGEL ONLINE sagen 30 Prominente von Günter Wallraff bis Christian Ulmen, was sie sich von der neuen Nummer eins erhoffen.

Schloss Bellevue: Was erwartet das Volk vom neuen Hausherren? Zur Großansicht
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Schloss Bellevue: Was erwartet das Volk vom neuen Hausherren?

Berlin - Christian Wulff oder Joachim Gauck? Auf diesen Zweikampf wird es an diesem Mittwoch hinauslaufen. Dann wählen 1244 Vertreter der Parteien in der Bundesversammlung den neuen Präsidenten, den zehnten in der Geschichte dieses Landes - und die Millionen anderen Bürger Deutschlands sehen zu, wie ohne ihr Zutun Horst Köhlers Nachfolger bestimmt wird, der sich immer als Bürger-Präsident verstand.

Selten waren die Erwartungen an den Neuen im Schloss Bellevue derart hoch. Egal, wer das Rennen macht: Köhlers Rücktritt ist ein kritischer Punkt für die deutsche Politik, denn der Mann aus Schloss Bellevue war gerade als Außenseiter, als Mann außerhalb des Berliner Systems, beliebt im Volk. In Umfragen war er immer weit vorn. Wird die neue Nummer eins es schaffen, die Leute ähnlich für sich einzunehmen?

Ob Theodor Heuss oder Heinrich Lübke, Gustav Heinemann oder Walter Scheel, Karl Carstens oder Richard von Weizsäcker, Roman Herzog oder Johannes Rau: Jeder der früheren Bundespräsidenten prägte das Amt und wurde geprägt vom jeweiligen Jahrzehnt. Was aber ist heute das wichtige Thema?

Die Krise der Finanzmärkte, die Vereinzelung des Menschen in der Gesellschaft, die Generationengerechtigkeit - welche Akzente wird der neue Präsident in diesem Rahmen setzen?

Aber vor allem: Was genau erwarten die Menschen von ihm? Was ist die Agenda 2010, die er sich geben sollte, was vielleicht sogar die Agenda 2020?

Von Edmund Stoiber bis Rolf Hochhuth, von Christian Ulmen bis Gabriele Pauli - SPIEGEL ONLINE hat Prominente aus dem ganzen Land gefragt:



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insgesamt 27 Beiträge
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1. .
frubi 29.06.2010
Zitat von sysopBundespräsident Köhler war beliebt bei den Bürgern - selten waren die Erwartungen an den Nachfolger so groß wie beim Duell Wulff-Gauck. Visionen aufzeigen, Debatten anführen: Auf SPIEGEL ONLINE sagen 29 Prominente von Günter Wallraff bis Christian Ulmen, was sie sich von der neuen Nummer eins erhoffen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,702940,00.html
Ich würde mir nur eines wünschen: Das der Bundespräsident kein Gesetzt mehr unterschreibt, welches von oder mit Schäuble ausgearbeitet wurde.
2. Spiegel-Unsinn
unbehagen 29.06.2010
Hallo Spiegel, was schreibt Ihr da wieder für einen unglaublichen Unsinn: "...Köhler war beliebt..."??? Ihr habt selbst jahrelang den Köhler verrissen, habt ihn als Gespenst vom Schloss Bellevue betitelt und nun war er plötzlich beliebt? Ein Mann der im Volke sich hat nie blicken lassen? Die Halbwertszeiten der Gedächtnissverluste von Spiegel-Politikredakteuren scheint sich erschreckend denen zu nähern, über die sie schreiben, den Köhlern und Merklern...
3. Bp
Neuer Benutzer 29.06.2010
Genau zwischen Egon Bahr und Cristian Ulmen sollte sein Ort sein; das wäre sehr honorig. Keinesfalls bei H-O Henkel oder Jutta Ditfurth. Am besten die beiden gar nichts mehr fragen.
4. Bp-gau?
W. Robert 29.06.2010
Die politische Landschaft ist offensichtlich vergreist und tendiert zu ungehemmter Schwafelei. Der Rest an „Schauspielern“ etc. muss verdammt aufpassen, noch ne Rolle im Parteienfunk zu bekommen und ist entsprechend vorsichtig. Ich denke, dass einzig Frau Dittfurth die Fakten anspricht: Der „BP“ ist ein Ersatzkaiser, obwohl es bei der letzten Wahl ohne die Wendehälse von den „Grünen“ eine Kaiserin geworden wäre, die das Ansehen des Amtes vermutlich bewahrt hätte. Angesichts der Tatsache, dass wir sowieso einen Abwink-Präsidenten bekommen wäre ich aber im Gegensatz zu Frau Dittfurth eher der Meinung, dass wir eine Monarchie nach englischem Vorbild einführen sollten. Diese Parteien-Diktatur, die sich hier noch „Demokratie“ schimpft wird einfach zu teuer, langfristig gesehen;) Vor allem weiß man nicht, welche Leichen der „Politpfarrer“ Gauck im Keller hat. Irgendwie ahne ich den GAU für das Amt des Bundespräsidenten. Aber mal ehrlich: Politik wird in der EU gemacht, ein Verfassungshüter ist nicht mehr nötig, da sich das parteipolitisch besetzte Verfassungsgericht sowieso längst selbst entmachtet hat. Zu allem Übel haben wir nicht mal eine Verfassung, weder in der EU noch in diesem unseren Lande. Höchstens sich widersprechende Provisorien. Genau hier liegt ein Hauptgrund für die Verdrossenheit der Bürger über die Politiker, die längst zu reinen Lobbyisten verkommen sind.
5. -
supercat 29.06.2010
Zitat von sysopBundespräsident Köhler war beliebt bei den Bürgern - selten waren die Erwartungen an den Nachfolger so groß wie beim Duell Wulff-Gauck. Visionen aufzeigen, Debatten anführen: Auf SPIEGEL ONLINE sagen 29 Prominente von Günter Wallraff bis Christian Ulmen, was sie sich von der neuen Nummer eins erhoffen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,702940,00.html
4. Frauen bei 30 Befragten zeigt mir nur, dass wohl immer noch zu viele Menschen, in "wichtigen" Positionen, selbsteitel ihren "Zapfen streiche(l)n". Und deshalb wünsche ich mir als Mann, dass der kommende Bundespräsident sehr schnell seinen letzten Zapfenstreich erlebt, und dann endlich mal eine Bundespräsidentin gewählt wird.
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Ein Bundespräsident war ein Schulschwänzer. Ein anderer trat dreimal zur Wahl an. Und nur einer hatte die beiden höchsten deutschen Staatsämter inne. Wie steht's um Ihr Wissen über die Herren von Bellevue? Probieren Sie's aus im SPIEGEL-ONLINE-Test!
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Der deutsche Bundespräsident
Das Amt
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Der Bundespräsident ist das Staatsoberhaupt der Bundesrepublik Deutschland. Das Grundgesetz weist dem obersten Repräsentanten zwar viele Aufgaben zu, aber deutlich weniger politische Befugnisse als etwa in Präsidialdemokratien wie Frankreich oder den USA. Er soll sein Amt unparteiisch führen, ist jedoch nicht auf repräsentative Aufgaben beschränkt.
Die Aufgaben
ddp
Das Staatsoberhaupt vertritt den Bund völkerrechtlich und schließt im Namen des Bundes Verträge mit anderen Staaten. Zu den normalen Geschäften zählen Staatsbesuche und Empfänge von Diplomaten. Er kann durch Reden und Reisen politische Akzente setzen.

Zu den Aufgaben und Rechten gehört die Mitwirkung bei der Regierungsbildung. Der Präsident schlägt dem Bundestag einen Bundeskanzler zur Wahl vor und ernennt ihn. Falls der Kandidat keine Mehrheit findet, kann der Präsident das Parlament auflösen. Er ernennt und entlässt auch die Minister, allerdings auf Vorschlag des Kanzlers. Gesetze können erst wirksam werden, wenn der Präsident sie unterschrieben hat. Seine Unterschrift kann er nur aus verfassungsrechtlichen Gründen verweigern.
Das Wahlverfahren
Reuters
Anders als in Frankreich, Österreich oder Polen wird das deutsche Staatsoberhaupt nicht direkt vom Volk, sondern von einem Wahlgremium (Bundesversammlung) gewählt. Die Amtszeit beträgt fünf Jahre, eine Wiederwahl ist nur einmal möglich. Der Präsident kann nur durch das Bundesverfassungsgericht und nur bei vorsätzlichen Verstößen gegen das Grundgesetz oder andere Bundesgesetze seines Amtes enthoben werden.