Wulff in der Krise: Bundespräsident entlässt seinen Sprecher
Der Bundespräsident zieht erste personelle Konsequenzen aus seiner Kreditaffäre: Nach tagelanger öffentlicher Debatte trennt sich Christian Wulff von seinem langjährigen Sprecher Olaf Glaeseker.
Berlin - Seit Tagen steht Bundespräsident Christian Wulff wegen seiner Hauskredit-Affäre unter Druck, jetzt hat er seinen Sprecher Olaf Glaeseker entlassen. Das Präsidialamt teilte mit, der langjährige enge Vertraute Wulffs sei von seinen dienstlichen Aufgaben entbunden worden.
Die Aufgaben des Sprechers von Bundespräsident Christian Wulff werden demnach ab sofort kommissarisch von Stellvertreterin Petra Diroll wahrgenommen. Über die Gründe für die Entlassung wurde zunächst nichts mitgeteilt. Dem Vernehmen nach soll Glaeseker selbst um seine Entlassung gebeten haben, berichtete die Nachrichtenagentur dpa und bezog sich auf das Umfeld des Präsidialamtes.
Wulff sieht sich seit über einer Woche mit Vorwürfen wegen eines Hausdarlehens konfrontiert, das er aus dem Hause des Unternehmer-Ehepaars Geerkens erhalten hatte. Auch wird ihm vorgeworfen, in seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident teilweise gratis Urlaub in Ferienhäusern und Villen befreundeter Unternehmer gemacht zu haben.
Nachfolgekredit zu Sonderkonditionen
Inzwischen sind neue Details in der Kredit-Affäre bekannt geworden: Nach SPIEGEL-Informationen erhielt Wulff von der BW-Bank Sonderkonditionen, als er das Darlehen der Geerkens über 500.000 Euro ablöste: Die Zinsen waren halb so hoch wie bei normalen Kunden.
Statt eines normalen Immobilienkredit bekam der Politiker ein komplexes Finanzkonstrukt.
heb/suc/Reuters/dpa/dapd/AFP
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