Verfahren gegen Wulffs Ex-Sprecher Oettinger soll im Glaeseker-Prozess aussagen

Der Zeugenstand im Verfahren gegen Olaf Glaeseker wird prominent besetzt: Bald sagt EU-Energiekommissar Günther Oettinger im Prozess gegen den früheren Sprecher von Christian Wulff aus. Auch der Ex-Bundespräsident selbst kommt zu Wort - ebenso wie eine bekannte TV-Moderatorin.

EU-Energiekommissar Oettinger: Termin vor Gericht
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EU-Energiekommissar Oettinger: Termin vor Gericht


Hannover - Der Korruptionsprozess gegen Olaf Glaeseker wird fortgesetzt - und im Zeugenstand werden in den kommenden Wochen einige bekannte Gesichter zu sehen sein. So soll im Verfahren gegen den ehemaligen Sprecher von Ex-Bundespräsident Christian Wulff auch EU-Energiekommissar Günther Oettinger aussagen. Der frühere baden-württembergische Ministerpräsident ist für den 24. Februar als Zeuge geladen. Dies teilte das Landgericht Hannover am Freitag zu Beginn des fünften Prozesstages mit.

Zwei Wochen vorher, am 10. Februar, wird Wulff im Zeugenstand erwartet. Im Gegenzug wird Glaeseker selbst am 16. Januar als Zeuge im Verfahren gegen Wulff gehört werden. Zudem ist die ehemalige "Tagesthemen"-Moderatorin Sabine Christiansen als Zeugin geladen. Sie ist mit dem mitangeklagten Partymanager Manfred Schmidt befreundet.

Oettinger und Wulff waren Schirmherren des Nord-Süd-Dialogs, der im Mittelpunkt des Glaeseker-Prozesses steht. Mit der Promi-Fete hatten die Länder Niedersachsen und Baden-Württemberg 2007 bis 2009 dreimal für sich geworben. "Die Idee des Nord-Süd-Dialogs haben Christian Wulff und ich im persönlichen Gespräch entwickelt", hatte Oettinger 2012 gesagt.

Glaeseker soll dem mitangeklagten Partymanager Manfred Schmidt bei der Sponsorensuche für die Promi-Veranstaltung geholfen und dafür kostenlos Urlaube bei Schmidt verbracht haben. Glaeseker wird Bestechlichkeit vorgeworfen, Schmidt muss sich wegen Bestechung verantworten.

Zum Auftakt des fünften Prozesstags erläuterte die Verteidigung erneut den Zustand einer spanischen Finca, auf der Glaeseker Urlaub gemacht hatte. Mit Spannung erwartet wird am Nachmittag die Aussage von Wulffs Ex-Frau Christiane. Sie hatte sich nach der Trennung von Wulff mit dem Ehepaar Glaeseker in der Finca aufgehalten.

jok/dpa



insgesamt 4 Beiträge
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mirkor 10.01.2014
1. So
langsam wird´s peinlich. Und am Ende wird er freigesprochen aus mangel an Beweisen oder weil´s keine Vorteilsnahme gegeben hat.
mtubach 10.01.2014
2. Uns geht's gut
Wenn man sieht und liest, mit was sich die Welt beschäftigt, dann geht's uns offensichtlich gut. Wir haben eine Justiz, die sich an Bierzeltbesuchen und Urlauben abarbeitet. Und wir haben Weltverschwörungsgläubige und missgünstige Besserwisser wie andere Sand. Wenn das ganze nur nicht so schlechte Laune machen würde...
Palmstroem 11.01.2014
3.
Man frägt sich, warum hier ein Prozess um ein Event von zwei Bundesländern geführt wird, der die Steuerzahler keinen Cent gekostet hat. Warum gab es keine Ermittlungen im Fall Kurt Beck, dessen 60.Geburtstagsfeier vom ZDF und vom Steuerzahler bezahlt wurde oder bei Johannes Rau, der seinen 60.Geburtstag von der West-LB mit 150.000 DM
Palmstroem 11.01.2014
4. Warum nicht Rau und Beck
Man frägt sich, warum hier ein Prozess um ein Event von zwei Bundesländern geführt wird, der die Steuerzahler keinen Cent gekostet hat. Warum gab es keine Ermittlungen im Fall Kurt Beck, dessen 60.Geburtstagsfeier vom ZDF und vom Steuerzahler bezahlt wurde oder bei Johannes Rau, der seinen 60.Geburtstag von der West-LB mit 150.000 DM gesponsert bekam. Stehen Privatinteressen über Länderinteressen?
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