Wulffs Verabschiedung Alt-Präsidenten kommen nicht zum Zapfenstreich

Es wird wohl ein Abschied ohne Amtsvorgänger: Die vier noch lebenden Vorgänger von Ex-Bundespräsident Christian Wulff werden nicht am Großen Zapfenstreich teilnehmen, berichten mehrere Medien. Allerdings ist bisher nicht klar, ob sie überhaupt eingeladen wurden.

Ex-Bundespräsident Wulff: Großer Zapfenstreich offenbar ohne Amtsvorgänger
dapd

Ex-Bundespräsident Wulff: Großer Zapfenstreich offenbar ohne Amtsvorgänger


Berlin - Alle vier noch lebenden Vorgänger des zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff wollen am kommenden Donnerstagabend offenbar nicht beim Großen Zapfenstreich erscheinen. Die früheren Staatsoberhäupter Walter Scheel, Richard von Weizsäcker, Roman Herzog und Horst Köhler hätten sich gegen eine Teilnahme an der militärischen Abschiedszeremonie für Wulff entschieden, berichtete die Tageszeitung "Die Welt" unter Berufung auf die Büros der Altpräsidenten. Andere Medien bestätigten den Bericht.

Unklar ist jedoch, ob die Alt-Präsidenten überhaupt eingeladen wurden. Das Bundespräsidialamt wollte sich auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE keinerlei Auskünfte zu Teilnehmern und Gästeliste des Großen Zapfenstreichs geben.

Bei der Verabschiedung von Horst Köhler im Juni 2010, der ebenfalls mitten in seiner Amtszeit zurücktrat, war nur der frühere Bundespräsident Richard von Weizsäcker zu dem Zapfenstreich erschienen.

Der Große Zapfenstreich ist die höchste Form militärischer Ehrerweisung in Deutschland. Die Zeremonie zur Verabschiedung von Ex-Bundespräsident Wulff findet am kommenden Donnerstag im Park von Schloss Bellevue statt.

Auch SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier werde sich vertreten lassen, schreibt die "Welt". SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles sagte, ihr sei "niemand bekannt, der aus der SPD-Führung daran teilnimmt". Allerdings sprach sie sich gegen eine Absage der Zeremonie aus: "Sollte es da grundsätzliche Bedenken geben, dann hätte man die rechtzeitig anmelden müssen. Jetzt ist das alles geplant und sollte aus meiner Sicht auch durchgeführt werden."

Politiker von SPD und Grünen stellen Privilegien für den ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff in Frage. Dabei geht es insbesondere um einen Fahrer und ein Büro, das ehemaligen Staatsoberhäuptern bisher weiter zustand.

Der CDU-Politiker war am 17. Februar nach nur anderthalb Jahren im Amt zurückgetreten. Gegen Wulff laufen Ermittlungen wegen des Verdachts der Vorteilsnahme in seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident.

heb/amz/Reuters/dpa/dapd

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___wegwerfaccount___ 05.03.2012
1. und ich komme auch nicht!
Zitat von sysopdapdEs wird wohl ein Abschied ohne Amtsvorgänger: Die vier noch lebenden Vorgänger von Ex-Bundespräsident Christian Wulff werden nicht am Großen Zapfenstreich teilnehmen, berichten mehrere Medien. Allerdings ist bisher nicht klar, ob sie überhaupt eingeladen wurden. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,819514,00.html
wie aus gut unterrichteten Kreisen bekannt wurde, bin ich aber auch nicht eingekaden. Aber wenn doch, dann wäre ich trotzdem nicht gegangen! Ciao Tina
kuhno van oyten 05.03.2012
2. Hoffentlich ...
Es wäre zu wünschen, dass überhaupt niemand kommt, damit der werte Herr mal sieht, wie alleine er eigentlich dasteht ...
sp-onlooker 05.03.2012
3.
Muß eigentlich ein Soldat am sog. "Großen Zapfenstreich" teilnehmen bzw. fiele das Ablehnen unter Befehlsverweigerung? Falls Letzeres zutrifft: Konsequenz(en)?
klarwort 05.03.2012
4. Merkt der schäbige Wicht denn gar Nichts?
Keiner will sich an dem Kerl noch die Hände schmutzig machen. Keiner kann den Wicht noch ertragen. Alle Honoratioren und Politiker die was auf sich halten bleiben zu Hause. Die zur Zwangsehrung befohlenen Soldaten müssen sich von ihren eigenen Freunden und Verwandten auspfeifen lassen und der Lump nimmt seine eigenen Parteifreunde in Geiselhaft und tut so als wenn nichts wäre und stellt sich da hin. Was für ein elendes Charakterschw..... Wenn es eine höhere Gerechtigkeit gibt wird sie ihn ereilen. Gut dass er nach dem Beute machen ins Ausland gehen will.
buutzemann 05.03.2012
5. Pänggg!!
Zitat von sysopdapdEs wird wohl ein Abschied ohne Amtsvorgänger: Die vier noch lebenden Vorgänger von Ex-Bundespräsident Christian Wulff werden nicht am Großen Zapfenstreich teilnehmen, berichten mehrere Medien. Allerdings ist bisher nicht klar, ob sie überhaupt eingeladen wurden. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,819514,00.html
Was für eine Ohrfeige. Sie ist in der ganzen Republik zu hören, nur nicht in den Fraktionen unseres Bundestag. Für mich ganz persönlich: Musik in meinen Ohren. Die alten Herren wissen noch, was sich gehört.
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