Flüchtlingspolitik Zahl der Asylanträge weiter gestiegen

Die Zahl der Asylbewerber ist wie erwartet weiter gestiegen: Insgesamt haben seit Jahresbeginn mehr als 180.000 Menschen ein Bleiberecht in Deutschland gefordert. Das sind rund 57 Prozent mehr als im Vorjahr.


Berlin - Bereits mehr als 180.000 Asylanträge sind in diesem Jahr beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) eingegangen. Alleine im November haben rund 22.075 Menschen in Deutschland um Asyl gebeten - fast 8.000 mehr als im November 2013.

Bis zum Jahresende rechnen die Behörden mit gut 200.000 Anträgen. Ein deutliches Plus im Vergleich zum Vorjahr: 2013 hatten insgesamt 127.000 Menschen Asyl in Deutschland beantragt. Im kommenden Jahr wird ein weiterer Anstieg erwartet.

Insgesamt 26.842 Personen ist in diesem Jahr die Rechtsstellung eines Flüchtlings zugesprochen worden, das sind knapp 24 Prozent aller Bewerber. 4,5 Prozent erhielten subsidiären Schutz, der meist nur für eine Zeit von etwa ein bis zwei Jahren gewährt wird - die Fluchtgründe reichen dabei nicht für eine Asylgewährung aus, aber die Lage im Herkunftsland lässt eine Rückkehr dennoch nicht zu. Bei 1,7 Prozent der Anträge hat das BAMF Abschiebungsverbote ausgesprochen.

Syrer stellen die größte Gruppe der Asylbewerber

Damit ist die Zahl der bewilligten Asylanträge so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Dennoch ist für viele der Aufenthaltsstatus weiter unklar: Ende November lag die Zahl der noch nicht entschiedenen Anträge bei 163.244. Aufgrund der gestiegenen Zahlen kommt die Behörde kaum noch hinterher. Im Schnitt dauert es inzwischen 8,4 Monate, bis über einen Antrag entschieden wird.

Der Großteil der Asylbewerber kommt aus Syrien, Serbien, Eritrea, Afghanistan und dem Irak, dicht gefolgt von Mazedonien und Bosnien-Herzegowina. In den vergangenen Monaten waren viele Asylsuchende vom Balkan nach Deutschland gekommen. Nach Auffassung der Bundesregierung haben sie keinen wirklichen Anspruch auf Asyl. Seit Anfang November ist eine Gesetzesänderung in Kraft, welche die Staaten Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina als "sichere Herkunftsländer" einstuft. Schutzsuchende von dort können so einfacher in ihre Heimat zurückgeschickt werden.

kry/dpa

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