Migration: Mehr Asylbewerber kommen nach Deutschland

Die Zahl der Asylbewerber steigt im Oktober rasant an. Vor allem aus Serbien und Mazedonien strömen Flüchtlinge nach Deutschland - Innenminister Friedrich will nun überprüfen, ob die Einreise aus diesen Ländern weiter ohne Visum erlaubt wird.

Berlin - Im Oktober ist die Zahl der Asylbewerber bislang stark gestiegen. Die größten Zuwächse gibt es bei Migranten aus Serbien und Mazedonien. Das belegen neue Zahlen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), wie die "Bild"-Zeitung berichtet.

Demnach wurden allein vom 1. bis 10. Oktober insgesamt 3.744 Asylanträge gestellt. 1.841 Anträge (49 Prozent) stammten von Serben (1.250) und Mazedoniern (591). Zum Vergleich: Im August stellten Serben und Mazedonier zusammen 1.116 Asylanträge. In der Vergangenheit wurden jedoch weit über 90 Prozent dieser Anträge abgelehnt.

Durchschnittlich wurden im Oktober 2012 bisher 535 Asylanträge pro Tag gestellt. Bis zum Monatsende werden insgesamt rund 11.700 Anträge erwartet. Das ist fast ein Viertel der Gesamtzahl der Asylanträge des Jahres Jahr 2011 (45.741).

Die "Bild"-Zeitung verweist auf Experten, die vor allem bei den Balkan-Flüchtlingen die Sozialleistungen für Asylbewerber und Krisenflüchtlinge als möglichen Anreiz für die Migration nach Deutschland vermuten.

Die Zahl von serbischen und mazedonischen Asylbewerbern steigt das gesamte Jahr über Jahr stark. Das geht aus einer Aufstellung des Bundesinnenministeriums hervor, wie die "Passauer Neue Presse" berichtet. Demnach lag die Zahl serbischer Asylbewerber im Januar 2010 noch bei 68, im Januar 2012 seien es bereits 697 und im September 1.395 gewesen.

Friedrich: "Visumfreiheit muss auf Prüfstand"

Ähnlich die Entwicklung bei mazedonischen Asylbewerbern: Von 10 im Januar 2010 auf 154 im Januar dieses Jahres und 1.040 im September. Mit 1.395 Anträgen von Serben und 1.040 Anträgen von Mazedoniern im September dieses Jahres liegen sie - trotz einer Anerkennungsquote von 0,0 Prozent in jedem Monat - zahlenmäßig deutlich vor den Gruppen der Antragsteller aus Syrien (745 Anträge), Afghanistan (563), Iran (406) und Irak (348), unter denen die Zahl der tatsächlich Schutzbedürftigen hoch sei.

So seien im September 19,6 Prozent der syrischen und 23,6 der afghanischen Antragsteller als Asylberechtigte oder Flüchtlinge anerkannt worden. Bei den Iranern seien dies sogar 46,9 Prozent und bei den Irakern 67,5 Prozent gewesen.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) fordert nun eine Überprüfung, ob die visafreie Einreise von Serben und Mazedoniern aufrechterhalten werden kann. Auf Nachfrage sagte er: "Die Visumfreiheit für Serbien und Mazedonien muss auf den Prüfstand. Einen entsprechenden Beschluss hat der Rat der Innenminister auch auf unser Betreiben hin bereits im April 2012 getroffen. Dieser Beschluss muss jetzt schnell auf europäischer Ebene durchgesetzt werden."

fab/dapd

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