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Flüchtlingskrise: ZDF-Moderator Kleber räumt Fehler ein

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ZDF-Moderator Kleber: "Ein Fehler und ein Eigentor"

ZDF-Moderator Claus Kleber stellte in einem Jahresrückblick Zweifler an der Flüchtlingspolitik der Kanzlerin in eine Reihe mit Fremdenfeinden und Nationalisten - jetzt distanziert er sich von seiner Wortwahl.

Unter der Überschrift "Erziehungs-Journalismus" beschäftigte sich Kolumnist Jan Fleischhauer jüngst auf SPIEGEL ONLINE mit der Rolle der Medien in der Flüchtlingskrise. Dabei nahm er sich auch einen Beitrag vom 30. Dezember aus dem "heute Journal" vor. Dort hatte ZDF-Moderator Claus Kleber, mit Blick auf das abgelaufene Jahr, erklärt, "Hilfsbereitschaft, Empathie, Willkommen stellen in den Schatten, was Fremdenfeinde, Nationalisten und Zweifler auf die Straße bringt".

Nun distanzierte sich der ZDF-Moderator in einer schriftlichen Antwort an die Redaktion der ARD-Sendung "Hart aber fair" von seiner Wortwahl. "Jan Fleischhauer hat recht. Das war fahrlässig moderiert", so Kleber.

In der ARD-Sendung am Montagabend hatte Moderator Frank Plasberg nach den Ereignissen in Köln mit seinen Gästen über das Thema "Frisierte Polizeiberichte, bevormundete Bürger - darf man bei uns noch alles sagen?" diskutiert. Dabei wurde auch aus Fleischhauers SPIEGEL-ONLINE-Kolumne zitiert, in der er Klebers Moderation aufgespießt hatte: "Wer außerhalb der ZDF-Nachrichtenredaktion hätte gedacht, dass 'Zweifler' die Steigerungsform von 'Nationalist' und 'Fremdenfeind' sein könnte? Wenn ich zu 'Fremdenfeind' einen Superlativ wählen müsste, würde mir 'Nazi' einfallen oder, meinetwegen, 'rechte Dumpfbacke'. Ich hielt 'Zweifler' bislang für eine neutrale Bezeichnung, die einen als Journalisten eher schmückt."

Die "Hart aber fair"-Redaktion konfrontierte Kleber mit Fleischhauers Kritik - und zitierte seine schriftliche Antwort während der Sendung. "Ich wollte diejenigen, die einfach anpacken, herausheben gegenüber denen, die nichts zur Lösung beitragen - aus welchen Gründen auch immer", so der ZDF-Moderator. Daraus sei dann "scheinbar eine Gleichstellung von Hassern und Zweiflern" geworden. Selbstkritisch schrieb Kleber der ARD-Redaktion: "Ein Fehler und ein Eigentor. Zweifler bin ich selbst. Schon beruflich."

sev

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