ZDF-Politbarometer Grüne fallen auf miesesten Wert seit November 2009

Die Grünen verlieren an Zustimmung: Nach Forsa sieht auch die Forschungsgruppe Wahlen die Ökopartei in der Wählergunst einbrechen. Im neuen ZDF-Politbarometer kommt sie auf zehn Prozent - der schlechteste Wert seit November 2009. Schwarz-Gelb kann auf eine knappe Mehrheit hoffen.

Der Grünen-Spitzenkandidat Trittin: Dämpfer für die Grünen
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Der Grünen-Spitzenkandidat Trittin: Dämpfer für die Grünen


Berlin - Gut zwei Wochen bleiben noch bis zur Bundestagswahl - alle Parteien buhlen um Wähler, ihre Spitzenkandidaten touren durch Deutschland. Auch Jürgen Trittin und Katrin Göring-Eckhardt sind für die Grünen auf Stimmenfang. Allerdings läuft es nach Erhebungen der Meinungsforscher für die Ökopartei nicht besonders gut: Im neuen ZDF-Politbarometer stürzen die Grünen ab, sie kommen nur noch auf zehn Prozent Zustimmung. Das ist ein Minus von zwei Prozentpunkten im Vergleich zur vergangenen Erhebung - und der schlechteste Wert der Grünen seit November 2009.

Damit dämpft die Forschungsgruppe Wahlen die Hoffnungen der Grünen, ihr Wahlergebnis von 2009 dieses Mal steigern zu können. Damals erreichte die Partei 10,7 Prozent. In der vergangenen Woche hatte bereits Forsa die Grünen auf einem Jahrestief gesehen - elf Prozent bekommen sie im "Stern-RTL-Wahltrend" des Instituts.

Dabei hatten die Grünen in den vergangenen Jahren einen Höhenflug erlebt, 2011 sahen Institute sie bei sogar 23 Prozent. Diese Euphorie ist vorbei. Viele Meinungsforscher rechneten mit zuletzt 12 bis 13 Prozent. Nach Meinung von Forsa-Chef Manfred Güllner sind die Grünen mit einem Wert von elf Prozent nun auf ihre Kernwählerschaft zurückgefallen. Ihnen könnte seiner Ansicht nach auch die Debatte über den Veggie-Day geschadet haben, die ihr Image einer Bevormundungspartei beförderte, sagte er dem "Stern".

Knappe Mehrheit für Schwarz-Gelb

Wie auch bei Forsa gibt es für die Linke gute Nachrichten: Sie legt bei der Forschungsgruppe Wahlen zu - sie erreicht in dieser Woche acht Prozent (ein Plus von einem Prozentpunkt).

Die weiteren Ergebnisse im Überblick:

  • Keine Veränderung gab es bei der Union, sie kommt auf 41 Prozent.

  • Die SPD verharrt in der Umfrage bei 26 Prozent.

  • Die FDP bleibt bei sechs Prozent.

  • Nicht in den Bundestag kämen dem ZDF-Politbarometer zufolge die Alternative für Deutschland (drei Prozent) und alle anderen Parteien, inklusive die Piraten, sie erreichen zusammen sechs Prozent.

Damit hätte weiterhin eine schwarz-gelbe Koalition aus CDU/CSU und FDP eine knappe rechnerische Mehrheit. Diese ist aber schon allein wegen der statistischen Fehlerbereiche von Umfragen unsicher. Rot-Grün ist gut zwei Wochen vor der Bundestagswahl sehr deutlich von einer eigenständigen parlamentarischen Mehrheit entfernt.

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Viele noch unsicher, ob und was sie wählen wollen

Frappierend ist der Wert der Unentschiedenen: Auch zweieinhalb Wochen vor der Wahl sind sich nur 59 Prozent (Vorwoche 54 Prozent) aller Wahlberechtigten sicher, ob und wenn für wen sie abstimmen wollen. Ein Großteil der Unsicherheit beruht aber auch auf koalitionstaktischen Überlegungen der Wähler. Allerdings sind diese den Forschern zufolge für die Stärke der politischen Lager nicht bedeutend.

Auch wenn die SPD-Werte unverändert geblieben sind - das Ansehen für Kanzlerkandidat Peer Steinbrück ist nach dem TV-Duell gewachsen. Hier die Werte im Überblick:

  • Am besten wird weiterhin Bundeskanzlerin Angela Merkel von den Befragten bewertet: Sie erreicht jetzt auf der Skala von +5 bis -5 einen Durchschnittswert von 2,4 (August IV: 2,0).

  • Mit großem Abstand folgen Wolfgang Schäuble mit 1,4 (Aug. IV: 1,1) und Frank-Walter Steinmeier mit 1,2 (Aug. IV: 0,9).
  • Sehr deutlich konnte sich Steinbrück verbessern, der jetzt auf 0,9 (Aug. IV: 0,3) kommt.


Daten zur Umfrage:

Stichprobe: Die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen befragte 1296 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte telefonisch.

Zeitraum: 2. bis 4. September 2013

Statistische Fehlertoleranz: zwischen +/- 2 und 3 Prozentpunkten

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insgesamt 136 Beiträge
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Seite 1
bimbambum 05.09.2013
1.
Zitat von sysopDPADie Grünen verlieren an Zustimmung: Nach Forsa sieht auch die Forschungsgruppe Wahlen die Öko-Partei in der Wählergunst einbrechen. Im neuen ZDF-Politbarometer kommt sie auf zehn Prozent - der schlechteste Wert seit November 2009. Schwarz-Gelb kann auf eine knappe Mehrheit hoffen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/zdf-politbarometer-gruene-stuerzen-ab-a-920629.html
Gott sei Dank, dann wird's doch nichts mit der Bevormundungs- und Steuererhöhungspartei
Thorsten_Barcelona 05.09.2013
2. Der bisher beste SPON Artikel ...
in Bezug auf eine Wahlumfrage. Er betrachtet nicht nur eine Umfrage, berücksichtigt die Fehlertoleranzen und zieht keine harten Rückschlüsse.
dalir 05.09.2013
3. optional
Richtig so, wer uns vorschreiben möchte wie wir wann was Essen dürfen der hat es nicht anderes verdient. Es geht bei den Grünen eh schon lange nicht mehr um die Umwelt sondern um Macht und wer die auch noch zur Bevormundung ausnutzen möchte na gute Nacht. Ich habe so oder so das Gefühl das alle Parteien immer mehr abstand vom Volk nehmen, deswegen gibt es ja immer mehr Nichtwähler aber anscheinend ist gerade das den Politikern auch egal.
benyakov 05.09.2013
4. Trittin
Könnte es nicht daran liegen, dass Herr Trittin mit seinem überheblichen Macho - Gehabe gerade grüne Stammwähler abstößt ?
analyse 05.09.2013
5. Grüne falllen auf den schlechtesten Wert,der beste wäre
4% ! Werden die Bürger langsam wach ?Trittin als Außen - oder Finanzminister ? Ein Zitat aus SPIEGEL Nr. 36 S. 21 :"Nur langsam spricht sich auch herum,wie die Oekostromförderung das Geld von unten nach oben umverteilt,wenn der Bewohner einer kleinen Mietwohnung über seine Stromrechnung das Solardach des Eigenheimbesitzers subventioniert.Die Gerechtigkeitspartei SPD hat diese Verkehrung des Solidarprinzips lange ignoriert,die Grünen,ganz Besserverdienerpartei,tun es immer noch!
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