ZDF-Politbarometer Union mit bestem Wert seit Machtübernahme 2005

Es ist ein Rekordwert für die CDU: 43 Prozent würden laut ZDF-Politbarometer die CDU wählen. Die Sozialdemokraten bekommen dagegen mit 26 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis seit zwei Jahren. Grund sind die Querelen an der Parteispitze.

Kanzlerin Merkel: Anhänger stehen geschlossen hinter ihr
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Kanzlerin Merkel: Anhänger stehen geschlossen hinter ihr


Berlin - Es ist ihr bestes Ergebnis seit 2005: Die Union legt im ZDF-Politbarometer einen Punkt zu. Würde am Sonntag gewählt, erreichen CDU und CSU 43 Prozent - ein Rekord in der Regierungszeit von Kanzlerin Angela Merkel.

Nach der Umfrage der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen wird die CDU trotz aller auch innerparteilicher Kritik am Wahlprogramm in puncto Einigkeit fast unverändert wahrgenommen: Für eher einig halten sie 54 Prozent der Befragten, für eher zerstritten 37 Prozent.

Der Abstand von Merkel zu ihrem SPD-Herausforderer Peer Steinbrück wächst weiter. Bei der Frage, wen die Deutschen nach der Bundestagswahl lieber als Kanzler hätten, liegt die CDU-Vorsitzende 38 Prozentpunkte vor ihm. Nur noch 27 Prozent wünschen sich den Sozialdemokraten im Amt. Anfang Juni waren es noch 30 Prozent. Die CDU-Chefin erhält 65 Prozent Zustimmung.

Die CDU/CSU-Anhänger würden mit 97 Prozent praktisch geschlossen für Merkel votieren. Der Rückhalt für Steinbrück fällt dagegen in seiner Partei deutlich geringer aus: Nur 66 Prozent der SPD-Anhänger würden ihn wählen.

Zwei-Jahres-Tief der SPD

In der Gunst der Wähler fallen die Sozialdemokraten weiter: Sie erreichen nur noch 26 Prozent - ein Minus von zwei Punkten. Es ist der schlechteste Wert, der seit zwei Jahren in der Erhebung gemessen wurde.

Nach den Ergebnissen der Wahlforscher haben die Streitigkeiten in der Parteiführung dem Image der SPD deutlich geschadet. 63 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die SPD in wichtigen politischen Fragen eher zerstritten ist. Nur 29 Prozent halten die Sozialdemokraten eher für einig. Zum Vergleich: Im März sagten 42 Prozent, die SPD sei eher zerstritten, und 46 Prozent, sie sei eher einig.

Mitte Juni war der Konflikt zwischen Kanzlerkandidat Peer Steinbrück und Parteichef Sigmar Gabriel öffentlich geworden. Im SPIEGEL forderte Steinbrück von Gabriel mehr Loyalität ein. "Ich erwarte deshalb, dass sich alle - auch der Parteivorsitzende - in den nächsten 100 Tagen konstruktiv und loyal hinter den Spitzenkandidaten und die Kampagne stellen." Mittlerweile geben sich die Genossen wieder geschlossen: Steinbrück und Gabriel traten bereits gemeinsam vor die Presse. Am Donnerstag hielt der Kanzlerkandidat im Bundestag eine kämpferische Rede.

Unverändert bleiben die Werte für die anderen Parteien: Die FDP erreicht vier Prozent, die Linke sechs Prozent, die Grünen 13 Prozent und die Alternative für Deutschland drei Prozent.


Daten zur Umfrage:

Stichprobe: Die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen befragte telefonisch 1276 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger, die durch eine computergesteuerte Zufallsstichprobe ermittelt wurden.

Zeitraum: 25. bis 27. Juni 2013

Fehlertoleranz: +/- 3 Prozentpunkte

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insgesamt 305 Beiträge
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Seite 1
oberallgaeuer 28.06.2013
1. Unglaublich,
Frau Merkel kann sich alles leisten bzw. nix tun und das Stimmvolk wählt sie dennoch. Was muss denn alles noch passieren bevor die Wähler merken, was schwarz-gelb bedeutet.
si tacuisses 28.06.2013
2. Die Forschungsgruppe Wahlen sollte mal
Zitat von sysopGetty ImagesEs ist ein Rekordwert für die CDU: 43 Prozent würden laut ZDF-Politbarometer die CDU wählen. Die Sozialdemokraten bekommen dagegen mit 26 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis seit zwei Jahren. Grund sind die Querelen an der Parteispitze. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/zdf-politbarometer-union-im-hoehenflug-spd-auf-zwei-jahres-tief-a-908313.html
3 Monate nach dem 22.09.2013 die gleichen 1000 + Ausgewälten befragen. Wieviele dann nach den fiskalischen Ohrfeigen, die die Angie-Nomenklatura dann verteilt haben wird, noch der gleichen Meinung sein werden. Der sPD traue ich keine 20 % mehr zu. sPD - Projekt 2013 ~18 % Nur wo Spezialdemokrat draufsteht ist auch Spezialdemokrat ( Scheinbrück ) drin.
si tacuisses 28.06.2013
3. Wenn Sie im bayerischen Allgäu leben,
Zitat von oberallgaeuerFrau Merkel kann sich alles leisten bzw. nix tun und das Stimmvolk wählt sie dennoch. Was muss denn alles noch passieren bevor die Wähler merken, was schwarz-gelb bedeutet.
war die Frage ein rein rhetorische. Das müssten Sie doch von der cSU schon lange kennen. Nix kann die Erbmonarchie cSU von der M8 verdrängen.
women_1900 28.06.2013
4. Gewünscht
Also will das Volk den Ausverkauf dieses Landes. Es denkt niemand dran, dass diesmal alles selbst bezahlen müssen und es keinen Rettungsfond, keine Spenden oder sonst irgendwelche Hilfe geben wird.
Wildes Herz 28.06.2013
5. Splitterparteien
Warum werden hier eigentlich die FDP oder gar die "Alternative für Deutschland" extra erwähnt? Mit 4 bzw. 3 Prozent sind das "sonstige" Parteien - es wird ja auch nicht extra aufgeführt, wie viel Prozent die "Partei Bibeltreuer Christen" oder die "Marxistisch-Leninistische Partei" wählen wollen...
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