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Satirepartei: ZDF will Wahlwerbespot der "Partei" nicht senden

Schleichwerbung in den Wahlwerbespots der Satirepartei "Die Partei" ist eigentlich ein alter Hut. Doch das ZDF weigert sich deshalb einen Spot des politischen Arms der Zeitschrift "Titanic" auszustrahlen. Außerdem würden die Rechte eines ihrer Moderatoren verletzt.

Mainz - Das ZDF lehnt die Ausstrahlung eines angeblichen Wahlwerbespots der Satirepartei "Die Partei" zur Europawahl ab. Das Zweite begründet die Entscheidung nach Informationen vor allem damit, dass der Spot missbräuchlich dazu genutzt werde, Werbung für die Satirezeitschrift "Titanic" zu machen. Die Zeitschrift nennt sich selbst offizielles Parteiorgan von "Die Partei".

Der angebliche Wahlwerbespot schließt mit der Aufforderung "Am 30. Mai Titanic kaufen". Außerdem werden nach Ansicht des Zweiten der ehemalige Papst Benedikt XVI. sowie Moderator Markus Lanz, auf deren Kosten im Spot Witze gemacht werden, in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt.

Bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr gab es auch schon Ärger wegen eines provokanten Spots der Satiretruppe: Den damaligen Sex-Werbespot zeigten die Fernsehsender zwar noch anstandslos, YouTube sperrte den Clip allerdings. Auch Schleichwerbung in ihren Spots hat die Satiretruppe in der Vergangenheit schon ausprobiert.

Der "Partei" steht Wahlwerbung zur Europawahl am 25. Mai zu. Für sie ist laut ZDF weiter ein Sendeplatz am 20. Mai reserviert. "Jetzt liegt es bei der 'Partei'", sagte ein ZDF-Sprecher auf Anfrage. Sie müsse überlegen, ob sie den Spot umschneiden, einen schon gesendeten und rechtlich zulässigen erneut einreichen oder einen neuen Spot anbieten.

Der Chefredakteur der "Titanic", Tim Wolff, sagte: "Wir verhandeln noch über Änderungen, um den Spot doch noch senden zu können." Möglich sei, die Kaufempfehlung für die "Titanic" zu entfernen. Der Spot sei extra fürs ZDF produziert.

ade/dpa

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