24.01.1940: Geburt in Rostock
Gauck kommt in Rostock zur Welt. Der Vater ist Kapitän, die Mutter Bürofachfrau.
27.06.1951: Vater in Sibirien
Unter einem Vorwand verhaftet die sowjetische Geheimpolizei den Vater Gaucks. Er verschwindet lange Zeit für die Familie spurlos. Ein sowjetisches Militärtribunal verurteilt ihn wegen angeblicher Spionage und antisowjetischer Hetze zu zweimal 25 Jahren Zwangsarbeit in Sibirien. Erst 1953 erfährt die Familie von seinem Aufenthaltsort, im Oktober 1955 wird Vater Gauck begnadigt und kehrt zurück in die Heimat.
1958: Studienbeginn
Eigentlich wollte Gauck Journalist werden - was ihm aber in der DDR verwehrt wurde. So begann er 1958 das Studium der Theologie in Rostock.
1959: Hochzeit
Gauck heiratet seine Jugendliebe Gerhild, das Paar bekommt vier Kinder
1967: Erster Job
Gauck tritt in den Dienst der evangelisch-lutherischen Landeskirche Mecklenburgs und geht als Pastor in den Ort Lüssow.
1971: Wechsel nach Rostock
Gauck tritt eine neue Stelle an. Er baut in Rostock-Evershagen eine neue Gemeinde auf und ist unter anderem als Stadtjugendpfarrer tätig.
1974: Unter Beobachtung
Gauck gerät erstmals in den Fokus der Stasi.
1982 bis 1990: Helmut Schmidt in Rostock
Von 1982 bis 1990 war Gauck Leiter der Kirchentagsarbeit in Mecklenburg. Zu den Höhepunkten seiner Arbeit damals zählt die Einladung an Altbundeskanzler Helmut Schmidt, 1988 eine Rede in der Rostocker Marien-Kirche zu halten.
1988: Interesse verloren
Die Stasi-Behörde beendet die Bespitzelung Gaucks.
1990: In der Volkskammer
Gauck wird über die Liste des Neuen Forums in die DDR-Volkskammer gewählt. Dort befasst er sich vorrangig mit dem Thema Stasi.
28.09.1990: Stasi-Aufarbeitung
In einer der letzten Arbeitssitzungen der Volkskammer wählen ihn die Abgeordneten zum "Sonderbeauftragten für die personenbezogenen Unterlagen des ehemaligen Staatssicherheitsdienstes der DDR".
03.10.1990: Kleine Gauck-Behörde
Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland. Die Bundesregierung bestätigt Gauck in der Funktion des Stasi-Sonderbeauftragten. Die "Gauck-Behörde" hat zunächst nur 52 Mitarbeiter.
1991: Trennung
Gauck trennt sich von seiner Frau, die beiden bleiben aber verheiratet.
29.12.1991: Der Stasi-Beauftragte
Gaucks Amt bekommt einen neuen Namen: Er ist nun "Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR". Verfolgte der DDR-Diktatur können ab Jahreswechsel Akteneinsicht nehmen.
21.09.1995: Im Amt bestätigt
Der Bundestag wählt Gauck mit großer Mehrheit für weitere fünf Jahre in das Amt des Stasi-Beauftragten.
10.10.2000: Gauck geht
Gauck gibt die Leitung der Stasi-Unterlagenbehörde, wie gesetzlich vorgesehen, nach zwei Amtszeiten ab. Umstritten ist vor allem die Beschäftigung von Ex-Stasi-Leuten während Gaucks Zeit als Behördenchef. In der Folgezeit engagiert er sich vor allem als Redner und Diskussionsteilnehmer. Veränderungen gibt es auch im Privatleben. Seine neue Lebensgefährtin ist die Journalistin Daniela Schadt.
01.01.2001: TV-Experiment
Von Januar bis November moderiert Gauck alle zwei Wochen im WDR eine Talk-Sendung. Sie trägt den Namen "Gauck trifft ". Die Quoten sind schlecht und Kritiker werfen ihm vor, nicht journalistisch genug zu sein.
01.11.2003: Engagement gegen das Vergessen
Gauck übernimmt den Vorsitz des Vereins "Gegen das Vergessen - Für Demokratie", der sich der Aufarbeitung des Nationalsozialismus und der SED-Diktatur widmet.
04.06.2010: Der Gegen-Kandidat
SPD und Grüne nominieren Gauck als Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten. Mit Gauck, der auch von den Konservativen respektiert wird, machen die beiden Parteien es der schwarz-gelben Regierungskoalition schwer, die den niedersächsischen Ministerpräsidenten Wulff aufstellt. Gauck stößt auch in der Bevölkerung auf großen Respekt.
30.06.2010: Gauck gegen Wulff
Die Bundesversammlung wählt Christian Wulff zum Bundespräsidenten. Erst im dritten Wahlgang unterliegt Gauck dem Kandidaten der Regierungskoalition, Christian Wulff. Das Ergebnis von 494 Stimmen ist sehr achtbar.
19.02.2012: Der Konsens-Kandidat
Nach dem Rücktritt von Bundespräsident Wulff bringen SPD und Grüne erneut Gauck als Kandidaten ins Gespräch. Die FDP schließt sich dem Vorschlag überraschend an und setzt damit Kanzlerin Merkel unter Druck. Nach einem Treffen im Kanzleramt präsentieren Union, FDP, SPD und Grüne Gauck als gemeinsamen Kandidaten.
18.03.2012: Der neue Bundespräsident
Die Bundesversammlung wählt Joachim Gauck mit großer Mehrheit zum Staatsoberhaupt. Er ist der elfte deutsche Bundespräsident.
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